Neues Themenportal im Archivportal-D: „Rechte Gewalt“ geht am 24. April 2026 online

Von Archivportal-D

Am 24. April 2026 wird im Archivportal-D das neue Themenportal „Rechte Gewalt“ freigeschaltet und macht erste Inhalte für Forschung, Bildung, Medien und die Öffentlichkeit zugänglich.

Damit entsteht ein zentraler digitaler Ort, um rechtsextreme und rechtsterroristische Gewalt in Deutschland seit 1945 zu dokumentieren, Wissen darüber zu bündeln, langfristig zugänglich zu machen und historisch einzuordnen sowie auf einschlägige Archivbestände hinzuweisen. Entwickelt wurde das Portal gemeinsam vom Bundesarchiv, der Dokumentationsstelle Rechtsextremismus im Generallandesarchiv Karlsruhe und FIZ Karlsruhe – Leibniz-Institut für Informationsinfrastruktur mit Mitteln des BKM.

Abbildung 1: Historisch-thematische Karte mit Fällen rechter Gewalt
Abbildung 1: Historisch-thematische Karte mit Fällen rechter Gewalt |

Rechte Gewalt gehört zu den prägenden und zugleich lange unterschätzten Kontinuitäten der deutschen Nachkriegsgeschichte. Viele Taten sind bis heute nur fragmentarisch dokumentiert, schwer zu recherchieren oder im öffentlichen Bewusstsein kaum präsent. Das Themenportal will dazu beitragen, diese Lücken zu schließen und eine wissenschaftlich fundierte, allgemein zugängliche Dokumentation bereitzustellen.

Das Portal richtet sich an Forschende, an die historisch-politische Bildung, an Medienschaffende, an zivilgesellschaftliche Initiativen sowie an alle, die sich über rechte Gewalt und ihre Geschichte informieren möchten. Es bietet nicht nur Zugang zu bereits digitalisierten Quellen, sondern weist auch auf einschlägige Archivbestände hin, die sich an unterschiedlichen Orten befinden und bislang vielfach nur schwer recherchierbar sind.

Abbildung 2: Betroffenenkomponente
Abbildung 2: Betroffenenkomponente |

Ein besonderes Anliegen des Themenportals ist es, die Perspektiven von Betroffenen und ihrem persönlichen Umfeld sichtbar zu machen. Denn rechte Gewalt soll nicht allein über Täter, Ermittlungen und staatliche Reaktionen beschrieben werden. Ebenso wichtig sind die Erfahrungen der Hinterbliebenen und derjenigen, die angegriffen, verletzt oder bedroht wurden sowie die erinnerungskulturellen Auseinandersetzungen um Anerkennung, Aufarbeitung und Gedenken.

Abbildung 3: Fall-Zuordnungen und Bestandsübersicht einer Detailseite
Abbildung 3: Fall-Zuordnungen und Bestandsübersicht einer Detailseite |

Zum Start werden erste exemplarische Inhalte freigeschaltet. Dazu gehören Dossiers zu ausgewählten Fällen rechter Gewalt sowie ein betroffenenspezifischer Zugang und eine interaktive historisch-thematische Karte, über die hauptsächlich tödliche rechte Gewalt seit 1990 sichtbar wird. Langfristig soll das Themenportal weiter ausgebaut und um zusätzliche Inhalte und Funktionalitäten ergänzt werden.

Koordiniert wird das Projekt durch das Bundesarchiv, das die inhaltliche Konzeption des Themenportals steuert. Das Landesarchiv Baden-Württemberg trägt zur Aufbereitung und Präsentation der Materialien bei, die fachlich-thematische Expertise wird durch die dort angesiedelte Dokumentationsstelle Rechtsextremismus eingebracht. FIZ Karlsruhe verantwortet die technische Realisierung und den Betrieb des Portals innerhalb der etablierten Infrastruktur des Archivportal-D.

Mit der Freischaltung am 24. April 2026 wird ein wichtiger öffentlicher Schritt getan, um rechte Gewalt in Deutschland seit 1945 besser zu dokumentieren, sichtbar zu machen und die Auseinandersetzung mit ihr nachhaltig zu unterstützen.

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