Eildermann, Heinrich (Bestand)
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BArch NY 4118
call number: NY 4118
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1904-1955
Bestandsbeschreibung: Lebensdaten
10. Dez. 1897: geboren in Bremen
1894 - 1900: Besuch des Bremer Lehrerseminars
1900 - 1925: Volksschullehrer in Bremen, aufgrund seiner politischen Tätigkeit wurde er mehrmals diszipliniert, so im Jahre 1907, als er wegen der Forderung zur Abschaffung des Religionsunterrichts zeitweise aus dem Schuldienst entlassen wurde
1907: Dichtung des Textes für das Lied „Dem Morgenrot entgegen", erstmalig erschienen im Jahr 1910 in der Berliner Zeitschrift „Arbeiter-Jugend", ursprünglicher Titel: „Lied der Jugend", auch bekannt als „Die junge Garde"; 1922 ins Russische übersetzt, seitdem die Hymne des Komsomol
1909: Vorstandsmitglied des „Bremer Lehrervereins", Mitglied der SPD, Disziplinarverfahren und Geldstrafe wegen Aktivitäten im Bremer Schulstreit
1910: Gründung des „Vereins junger Lehrer", ein Zusammenschluss der Vertreter des linken Flügels der Sozialdemokratie im Bremer Lehrerverein, Veröffentlichungen von politischen und populärwissenschaftlichen Artikeln in der Arbeiterpresse meist unter den Pseudonymen „Arnulf" und „Heinrich Erwin", Verweis wegen Aktivitäten im Bremer Schulstreit
1914 - 1918: Gegner der sozialdemokratisch-opportunistischen Politik im Krieg - Anschluss an die Bremer Linken
1918/1919: Mitglied der KPD und des Beirats des Volkskommissariats für Schul- und Bildungswesen während der Bremer Räterepublik, Gründung des sozialistischen Lehrervereins
1921: Veröffentlichung des Werkes „Urkommunismus und Urreligion", das 1950 unter dem Titel „Die Urgesellschaft ihre Verwandtschaftsorganisation und ihre Religion" wieder aufgelegt wurde
1923: Inhaftierung wegen Tätigkeit als KPD-Vorstandsmitglied
1924: Ermittlung gegen Heinrich Eildermann wegen Hochverrats, Verfahren wurde jedoch wieder fallen gelassen
1925: aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst pensioniert, tätig als Schriftsteller und Soziologe
1927: Reise in die Sowjetunion
1933: Entzug des Lehrertitels und der Pension
1937/38: zweimal in Schutzhaft genommen
1948: Übersiedlung von Bremen nach Jena, Mitglied der SED und Lehrbeauftragter für Soziologie an der Technischen Hochschule Dresden
1949 - 1951: Gesellschaftswissenschaftlicher Forschungsauftrag der Landesregierung Sachsen
8. März 1955: verstorben in Dresden
Quellen:
NY 4118/ 1,2
SgY 30/0187
www.de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Eildermann
www.volksliederarchiv.de/lexikon-150.html
www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ra&dig=2007%2F12%2F31%2Fa0188&cHash=8b499cfaa706c658d0c710050b35512c
Inhaltliche Charakterisierung: Der erste Teil des hier vorliegenden Nachlasses von Heinrich Eildermann wurde von seinem Bruder Wilhelm Eildermann im Februar 1969 an das Zentrale Parteiarchiv der SED übergeben. Nach der damaligen Verzeichnung lagen 11 Akteneinheiten mit Dokumenten aus den Jahren 1904 - 1955 vor.
Weitere Dokumente übergab Horst Schuhmacher, Leiter der Abteilung Internationale Arbeiterbewegung beim Institut für Marxismus-Leninismus, 1985-1987. Bei der Sichtung dieser Dokumente für die Einarbeitung wurde festgestellt, dass viele Doppelstücke aber auch zu bereits vorhandenen Unterlagen Ergänzungen vorhanden sind. Zur besseren Übersicht wurde der Nachlass insgesamt neu geordnet und verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der abschließenden Bearbeitung 21 Verzeichungseinheiten mit Dokumenten aus den Jahren 1904-1969.
Persönliche Dokumente und Urkunden sich nicht überliefert. Biographische Informationen erhält man lediglich aus seinen Erinnerungen, siehe dazu auch in BArch SgY 30/0187 und aus den Nachrufen, Denkschriften und sonstigen Beiträgen von bzw. über Heinrich Eildermann. Ansonsten enthält der Nachlass vor allem Manuskripte aus seiner ethnologischen und urgeschichtlichen Forschungsarbeit, Artikel und Beiträge aus seiner politischen Tätigkeit im Bremer Lehrerverein zu schulpolitischen, schulreformerischen und tagesaktuellen Problemen sowie Beiträge seines literarischen Schaffens.
Weiterführende biographische Informationen über Heinrich Eildermann und sein Wirken in der Arbeiterbewegung befinden sich im Nachlass seines Bruders Wilhelm Eildermann (NY 4251), dabei auch Korrespondenz zum Nachlass und zu Urheberrechtsfrage, im Nachlass von Johann Knief (NY 4004) sowie in den Erinnerungen von Heinrich Eildermann (SgY 30/0187), Wilhelm Eildermann (SgY 30/0188/2, 0188/3), Karl Jannack (SgY 30/0427), Bernhard Ecks (SgY 30/0181/2) und Rudolf Lindau (SgY 30/0577).
Im Nachlass enthaltene Bücher wurden vollständig an die Bibliothek übergeben.
Der Nachlass ist unter Beachtung der Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes für die Benutzung frei zugänglich. Bei Veröffentlichungen ist wie folgt zu zitieren: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv NY 4118/1, Kurzform: BArch NY 4118/1 (Beispiel für die Zitierung der Akte mit der Nr. 1).
Lea Bischofs
Umfang, Erläuterung: 21 AE
Zitierweise: BArch NY 4118/...
10. Dez. 1897: geboren in Bremen
1894 - 1900: Besuch des Bremer Lehrerseminars
1900 - 1925: Volksschullehrer in Bremen, aufgrund seiner politischen Tätigkeit wurde er mehrmals diszipliniert, so im Jahre 1907, als er wegen der Forderung zur Abschaffung des Religionsunterrichts zeitweise aus dem Schuldienst entlassen wurde
1907: Dichtung des Textes für das Lied „Dem Morgenrot entgegen", erstmalig erschienen im Jahr 1910 in der Berliner Zeitschrift „Arbeiter-Jugend", ursprünglicher Titel: „Lied der Jugend", auch bekannt als „Die junge Garde"; 1922 ins Russische übersetzt, seitdem die Hymne des Komsomol
1909: Vorstandsmitglied des „Bremer Lehrervereins", Mitglied der SPD, Disziplinarverfahren und Geldstrafe wegen Aktivitäten im Bremer Schulstreit
1910: Gründung des „Vereins junger Lehrer", ein Zusammenschluss der Vertreter des linken Flügels der Sozialdemokratie im Bremer Lehrerverein, Veröffentlichungen von politischen und populärwissenschaftlichen Artikeln in der Arbeiterpresse meist unter den Pseudonymen „Arnulf" und „Heinrich Erwin", Verweis wegen Aktivitäten im Bremer Schulstreit
1914 - 1918: Gegner der sozialdemokratisch-opportunistischen Politik im Krieg - Anschluss an die Bremer Linken
1918/1919: Mitglied der KPD und des Beirats des Volkskommissariats für Schul- und Bildungswesen während der Bremer Räterepublik, Gründung des sozialistischen Lehrervereins
1921: Veröffentlichung des Werkes „Urkommunismus und Urreligion", das 1950 unter dem Titel „Die Urgesellschaft ihre Verwandtschaftsorganisation und ihre Religion" wieder aufgelegt wurde
1923: Inhaftierung wegen Tätigkeit als KPD-Vorstandsmitglied
1924: Ermittlung gegen Heinrich Eildermann wegen Hochverrats, Verfahren wurde jedoch wieder fallen gelassen
1925: aus gesundheitlichen Gründen aus dem Schuldienst pensioniert, tätig als Schriftsteller und Soziologe
1927: Reise in die Sowjetunion
1933: Entzug des Lehrertitels und der Pension
1937/38: zweimal in Schutzhaft genommen
1948: Übersiedlung von Bremen nach Jena, Mitglied der SED und Lehrbeauftragter für Soziologie an der Technischen Hochschule Dresden
1949 - 1951: Gesellschaftswissenschaftlicher Forschungsauftrag der Landesregierung Sachsen
8. März 1955: verstorben in Dresden
Quellen:
NY 4118/ 1,2
SgY 30/0187
www.de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Eildermann
www.volksliederarchiv.de/lexikon-150.html
www.taz.de/1/archiv/digitaz/artikel/?ressort=ra&dig=2007%2F12%2F31%2Fa0188&cHash=8b499cfaa706c658d0c710050b35512c
Inhaltliche Charakterisierung: Der erste Teil des hier vorliegenden Nachlasses von Heinrich Eildermann wurde von seinem Bruder Wilhelm Eildermann im Februar 1969 an das Zentrale Parteiarchiv der SED übergeben. Nach der damaligen Verzeichnung lagen 11 Akteneinheiten mit Dokumenten aus den Jahren 1904 - 1955 vor.
Weitere Dokumente übergab Horst Schuhmacher, Leiter der Abteilung Internationale Arbeiterbewegung beim Institut für Marxismus-Leninismus, 1985-1987. Bei der Sichtung dieser Dokumente für die Einarbeitung wurde festgestellt, dass viele Doppelstücke aber auch zu bereits vorhandenen Unterlagen Ergänzungen vorhanden sind. Zur besseren Übersicht wurde der Nachlass insgesamt neu geordnet und verzeichnet. Der Bestand umfasst nach der abschließenden Bearbeitung 21 Verzeichungseinheiten mit Dokumenten aus den Jahren 1904-1969.
Persönliche Dokumente und Urkunden sich nicht überliefert. Biographische Informationen erhält man lediglich aus seinen Erinnerungen, siehe dazu auch in BArch SgY 30/0187 und aus den Nachrufen, Denkschriften und sonstigen Beiträgen von bzw. über Heinrich Eildermann. Ansonsten enthält der Nachlass vor allem Manuskripte aus seiner ethnologischen und urgeschichtlichen Forschungsarbeit, Artikel und Beiträge aus seiner politischen Tätigkeit im Bremer Lehrerverein zu schulpolitischen, schulreformerischen und tagesaktuellen Problemen sowie Beiträge seines literarischen Schaffens.
Weiterführende biographische Informationen über Heinrich Eildermann und sein Wirken in der Arbeiterbewegung befinden sich im Nachlass seines Bruders Wilhelm Eildermann (NY 4251), dabei auch Korrespondenz zum Nachlass und zu Urheberrechtsfrage, im Nachlass von Johann Knief (NY 4004) sowie in den Erinnerungen von Heinrich Eildermann (SgY 30/0187), Wilhelm Eildermann (SgY 30/0188/2, 0188/3), Karl Jannack (SgY 30/0427), Bernhard Ecks (SgY 30/0181/2) und Rudolf Lindau (SgY 30/0577).
Im Nachlass enthaltene Bücher wurden vollständig an die Bibliothek übergeben.
Der Nachlass ist unter Beachtung der Bestimmungen des Bundesarchivgesetzes für die Benutzung frei zugänglich. Bei Veröffentlichungen ist wie folgt zu zitieren: Stiftung Archiv der Parteien und Massenorganisationen der DDR im Bundesarchiv NY 4118/1, Kurzform: BArch NY 4118/1 (Beispiel für die Zitierung der Akte mit der Nr. 1).
Lea Bischofs
Umfang, Erläuterung: 21 AE
Zitierweise: BArch NY 4118/...
Eildermann, Heinrich, 1879-1955
21 Aufbewahrungseinheiten; 0,8 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: NY 4251 Eildermann, Wilhelm
NY 4004 Knief, Johann
Erinnerungen von Heinrich Eildermann (SgY 30/0187), Wilhelm Eildermann (SgY 30/0188/2, 0188/3), Karl Jannack (SgY 30/0427), Bernhard Ecks (SgY 30/0181/2) und Rudolf Lindau (SgY 30/0577).
NY 4004 Knief, Johann
Erinnerungen von Heinrich Eildermann (SgY 30/0187), Wilhelm Eildermann (SgY 30/0188/2, 0188/3), Karl Jannack (SgY 30/0427), Bernhard Ecks (SgY 30/0181/2) und Rudolf Lindau (SgY 30/0577).
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ