Politische und dienstliche Nachlässe: Armin Clauss (Bestand)
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1305
Hessisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Gliederung >> Bestände nichtstaatlicher Herkunft >> Familienarchive und Nachlässe >> Politische und dienstliche Nachlässe
1964-2001
Enthält: Der größte Teil des vier laufende Meter umfassenden Bestands dokumentiert Clauss Tätigkeit als Minister. Der Schwerpunkt liegt dabei auf seinen Reden, die lückenlos von Clauss Amtsantritt 1976 bis zu seinem Ausscheiden 1987 erhalten sind. Diese Serie beinhaltet auch die Reden seines Amtsvorgängers Horst Schmidt (SPD) aus dem Jahr 1976. Der Schwerpunkt der weiteren Sachakten aus der Zeit als Minister liegt auf dem Gesundheitswesen. Zeithistorisch besonders interessant sind die Unterlagen zu den Folgen des Reaktorunfalls in Tschernobyl 1986 in Hessen sowie die Serie zum Genehmigungsverfahren der Hanauer Alkem-Nuklearbetriebe. Aus Clauss Parteitätigkeit sind vor allem die Akten zu den Gesprächen mit den hessischen Grünen (1983-1985) erhalten, die zur ersten rot-grünen Koalition führten. In der Zeit nach Clauss' Ausscheiden aus dem Ministeramt 1987 liegt der Schwerpunkt der im Nachlass erhaltenen Unterlagen auf dem Mediationsverfahren zum Ausbau des Flughafens Frankfurt a. M. (1998-2001).
Bestandsgeschichte: Der dienstliche Nachlass des ehemaligen hessischen Sozialministers Armin Clauss kam in einer Ablieferung im April 2003 ins Hessische Hauptstaatsarchiv. Der Zugang wurde vorsortiert und dann verzeichnet, wobei zahlreiche Dubletten (insbesondere der Reden) entnommen und vernichtet werden konnten. Als verwandter Bestand ist vor allem Abteilung 508 (Hessisches Sozialministerium) zu sehen.
Geschichte des Bestandsbildners: Der SPD-Sozialpolitiker Armin Clauss wurde am 16. März 1938 in Lauffen am Neckar geboren. Der Postbeamte (1952-1960) trat bereits 1959 in die SPD ein, studierte 1961 für ein Jahr an der Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M. und arbeitete anschließend als Assistent an der Fritz-Tarnow-Schule in Oberursel. Von 1962 bis 1972 war er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall und von 1972 bis 1976 Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Hessen. Außerdem war er ehrenamtlich in den Selbstverwaltungen von Landesarbeitsamt und Landesversichertenanstalt sowie als Arbeits- und Sozialrichter tätig. In der SPD übernahm Clauss schon früh zahlreiche Parteifunktionen (SPD-Landesvorstand und SPD-Bezirksvorstand Hessen-Süd). Im Dezember 1970 kam Clauss über die Landesliste zum ersten Mal in den Hessischen Landtag. Vom 16. Oktober 1973 bis 7. Dezember 1974 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, anschließend bis zum 18. Oktober 1976 Fraktionsvorsitzender. Als Nachfolger des tödlich verunglückten Sozialministers Horst Schmidt trat Clauss am 20. Oktober 1976 in die von Holger Börner geführte Landesregierung ein. Das Sozialressort behielt er bis zum Amtsantritt des vierten Börner-Kabinetts Anfang Juni 1984, als SPD und Grüne eine begrenzte Zusammenarbeit eingingen und damit die anderthalbjährige Phase einer nur geschäftsführenden Regierung beendeten. Der Aufgabenbereich Umweltschutz - bisher beim Landwirtschaftsministerium - wurde neubewertet und Clauss wurden zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Bereiche Umweltverträglichkeit, Abfallwirtschaft und Immissionen übertragen. Seit dem 4. Juli 1984 firmierte Clauss als Minister für Arbeit, Umwelt und Soziales. Nach der Einigung über eine formale Regierungskoalition zwischen SPD und Grünen im Oktober 1985 kam es am 1. November 1985 zur Kabinettsumbildung. Joseph Fischer von den Grünen übernahm das neue Umweltministerium. Die Koalition zerbrach am 9. Februar 1987 vor allem an Differenzen um die Hanauer Plutoniumfabrik Alkem. Das Umweltministerium wurde bis zum Ende der Legislaturperiode kommissarisch von Clauss geleitet. Nach dem Regierungswechsel zu schwarz-gelb unter Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) gab Clauss sein Ministeramt am 23. April 1987 an Karl-Heinrich Trageser (CDU) ab. Damit waren auch seine Amtszeiten als stellvertretendes Mitglied des Bundesrats und als Vorsitzender des Bundesratsausschusses für Arbeit und Sozialpolitik beendet. In der Oppositions-SPD wurde Clauss erneut stellvertretender Fraktionsvorsitzender (1987-1991). Zuletzt war Clauss von 1994 bis 2001 Fraktionsvorsitzender und von 1995 bis 2001 stellvertretender Landesvorsitzender der hessischen SPD, sein Landtagsmandat endete 2003.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bearbeiter: Sigrid Schieber, Sommer 2003
Bestandsgeschichte: Der dienstliche Nachlass des ehemaligen hessischen Sozialministers Armin Clauss kam in einer Ablieferung im April 2003 ins Hessische Hauptstaatsarchiv. Der Zugang wurde vorsortiert und dann verzeichnet, wobei zahlreiche Dubletten (insbesondere der Reden) entnommen und vernichtet werden konnten. Als verwandter Bestand ist vor allem Abteilung 508 (Hessisches Sozialministerium) zu sehen.
Geschichte des Bestandsbildners: Der SPD-Sozialpolitiker Armin Clauss wurde am 16. März 1938 in Lauffen am Neckar geboren. Der Postbeamte (1952-1960) trat bereits 1959 in die SPD ein, studierte 1961 für ein Jahr an der Akademie der Arbeit in Frankfurt a. M. und arbeitete anschließend als Assistent an der Fritz-Tarnow-Schule in Oberursel. Von 1962 bis 1972 war er hauptamtlicher Gewerkschaftssekretär bei der IG Metall und von 1972 bis 1976 Vorsitzender des DGB-Landesbezirks Hessen. Außerdem war er ehrenamtlich in den Selbstverwaltungen von Landesarbeitsamt und Landesversichertenanstalt sowie als Arbeits- und Sozialrichter tätig. In der SPD übernahm Clauss schon früh zahlreiche Parteifunktionen (SPD-Landesvorstand und SPD-Bezirksvorstand Hessen-Süd). Im Dezember 1970 kam Clauss über die Landesliste zum ersten Mal in den Hessischen Landtag. Vom 16. Oktober 1973 bis 7. Dezember 1974 war er stellvertretender Fraktionsvorsitzender, anschließend bis zum 18. Oktober 1976 Fraktionsvorsitzender. Als Nachfolger des tödlich verunglückten Sozialministers Horst Schmidt trat Clauss am 20. Oktober 1976 in die von Holger Börner geführte Landesregierung ein. Das Sozialressort behielt er bis zum Amtsantritt des vierten Börner-Kabinetts Anfang Juni 1984, als SPD und Grüne eine begrenzte Zusammenarbeit eingingen und damit die anderthalbjährige Phase einer nur geschäftsführenden Regierung beendeten. Der Aufgabenbereich Umweltschutz - bisher beim Landwirtschaftsministerium - wurde neubewertet und Clauss wurden zusätzlich zu seinen bisherigen Aufgaben die Bereiche Umweltverträglichkeit, Abfallwirtschaft und Immissionen übertragen. Seit dem 4. Juli 1984 firmierte Clauss als Minister für Arbeit, Umwelt und Soziales. Nach der Einigung über eine formale Regierungskoalition zwischen SPD und Grünen im Oktober 1985 kam es am 1. November 1985 zur Kabinettsumbildung. Joseph Fischer von den Grünen übernahm das neue Umweltministerium. Die Koalition zerbrach am 9. Februar 1987 vor allem an Differenzen um die Hanauer Plutoniumfabrik Alkem. Das Umweltministerium wurde bis zum Ende der Legislaturperiode kommissarisch von Clauss geleitet. Nach dem Regierungswechsel zu schwarz-gelb unter Ministerpräsident Walter Wallmann (CDU) gab Clauss sein Ministeramt am 23. April 1987 an Karl-Heinrich Trageser (CDU) ab. Damit waren auch seine Amtszeiten als stellvertretendes Mitglied des Bundesrats und als Vorsitzender des Bundesratsausschusses für Arbeit und Sozialpolitik beendet. In der Oppositions-SPD wurde Clauss erneut stellvertretender Fraktionsvorsitzender (1987-1991). Zuletzt war Clauss von 1994 bis 2001 Fraktionsvorsitzender und von 1995 bis 2001 stellvertretender Landesvorsitzender der hessischen SPD, sein Landtagsmandat endete 2003.
Findmittel: Online-Datenbank (Arcinsys)
Bearbeiter: Sigrid Schieber, Sommer 2003
4,0 lfm (173 Nummern)
Bestand
Literatur: Muntzinger-Archiv
Literatur: Sabine Hock, Siebzig Mosaiksteine zur Biographie des hessischen Sozialpolitikers Armin Clauss. Festschrift zum 70. Geburtstag am 16. März 2008, Frankfurt a. M. 2008.
Literatur: www.hessischer-landtag.de
Literatur: Sabine Hock, Siebzig Mosaiksteine zur Biographie des hessischen Sozialpolitikers Armin Clauss. Festschrift zum 70. Geburtstag am 16. März 2008, Frankfurt a. M. 2008.
Literatur: www.hessischer-landtag.de
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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17.06.2025, 12:53 MESZ