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Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten (Bestand)
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Landeskirchliches Archiv der Evangelischen Kirche von Westfalen (Archivtektonik) >> 04. Deposita von Kirchenkreisen und Kirchengemeinden >> 04.2. KG Kirchengemeinden >> 04.2.03. Kirchenkreis Dortmund
1897 - 2001
Empfehlung zur Beständeübergreifenden Recherche: https://archiv-ekvw.de/fileadmin/mcs/archiv_ekvw/infomaterial/Anleitung_Recherche_DO.pdfI. GemeindegeschichteDie Gemeindegeschichte der Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten ist insgesamt sehr verstrickt. Denn obwohl die Kirchengemeinde Syburg erst 1897 offiziell (neu) gegründet wurde - seit 1590 war sie mit Westhofen verbunden - , ist schon seit dem Mittelalter Gemeindeleben in dem Ort Syburg nachweisbar. Doch da das Archivmaterial, das dieses Findbuch umfasst, bis auf wenige Ausnahmen aus dem 20. Jahrhundert stammt, wird an dieser Stelle nur auf die Geschichte des 20. Jh. eingegangen.Dabei müssen die Kirchengemeinde Syburg und der Pfarrbezirk bzw. die Kirchengemeinde Auf dem Höchsten zunächst getrennt betrachtet werden.Die Evangelischen der Kommunalgemeinde Syburg wurden bis Ende des 19. Jh. gemeinsam mit denen von Westhofen von einem Pfarrer (später zwei) betreut. Schon seit 1865 gab es Bestrebungen, die Kirchengemeinde Westhofen-Syburg zu teilen. Doch erst zum 1. August 1897 wurden die Syburger und Buchholzer durch den Erlass des Ministers der geistlichen Angelegenheiten aus der Kirchengemeinde Westhofen-Syburg ausgepfarrt. Die bisherige 2. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Westhofen-Syburg ging auf die Kirchengemeinde Syburg über. Friedrich Rahlenbeck wurde zum ersten Pfarrer der Kirchengemeinde gewählt.Nach dem Tod Pfarrer Beukers im Jahr 1922 beschloss die große Gemeindeversammlung auf ihr Wahlrecht zu verzichten und anstelle dessen beim Konsistorium in Münster darauf anzutragen, die Stelle mit einem Pfarrer zu besetzen, der gleichzeitig provinzialkirchliche Aufgaben wahrnehmen solle. Der Evangelische Oberkirchenrat ernannte im Januar Pfarrer Dr. Reinhard Mumm und übertrug ihm neben der Pfarrstelle zugleich das Westfälische Sozialpfarramt . Gleichzeitig war Mumm Mitglied des Reichstages, so dass der Evangelische Oberkirchenrat in einem Schreiben vom 10. November 1922 dem Konsistorium in Münster folgendes mitteilte: "Pfarrer D. Mumm ist nach erfolgter Berufung zwecks weiterer Ausübung seiner parlamentarischen Tätigkeit, die für die Landeskirche von allgemein anerkannter Bedeutung ist, und auf die gerade in der gegenwärtigen Zeit wegen der schwebenden, überaus wichtigen, die Schule und Kirche betreffenden Fragen am allerwenigsten verzichtet werden kann, bis auf weiteres von seinen pfarramtlichen Geschäften zu beurlauben, wie wir uns auch damit einverstanden erklärt haben, daß seine Familie einstweilen ihren Wohnsitz in Berlin behält. Die pfarramtliche Vertretung würde einem ordinierten Hilfsgeistlichen zu übertragen sein. Soweit dessen Besoldung nicht aus örtlichen Quellen bezw. von Pfarrer D. Mumm aufgebracht werden kann, sind wir bereit, die fehlenden Mittel aus landeskirchlichen Fonds zur Verfügung zu stellen." Der Generalsuperintendent D. Zoellner antwortete dem EOK am 30. November 1922: "Wir verhehlen uns ja nicht, dass, wie die Dinge liegen, die Gemeinde Syburg von Pastor Mumm nicht sehr viel haben wird. Und doch braucht gerade diese Gemeinde eine intensive seelsorgerliche Pflege. Sie ist auch früher als sie noch zu Westhofen gehörte, wegen der weiten Entfernung und der schwierigen Wege nicht sonderlich bedient worden. Mit den Pfarrern, die die junge, von Westhofen abgetrennte Gemeinde gehabt hat, hat sie auch wenig Glück gehabt. Auch der letzte, ein noch junger Mann, ist während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes dort lungenkrank gewesen und ausserdem nach Möglichkeit von seiner Schwester, die ihm den Haushalt führte, von der Gemeinde abgesperrt. Auf diese Weise sind ganze Bezirke in der Gemeinde ins kommunistische Lager übergegangen, Austritte aus der Kirche, die Agitation für weltliche Schulen und dergl. haben wohl kaum irgend wo anders einen solchen Umfang wie hier. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass der Ober-Kirchenrat die Kosten für einen Hilfsprediger seinerseits sich zu tragen bereit erklärt hat. Da nun D. Mumm seinen eigentlichen Wohnsitz in Berlin behalten will, seine Frau sich auch überwiegend dort in Berlin aufhalten wird, die Gemeinde aber ihrerseits nun dringend nicht nur einen Pastor, sondern auch eine Pastorin wünscht und braucht, so haben wir die Sendung eines sich dann verheiratenden Hilfspredigers ins Auge gefasst." Die Gemeinde wurde während der Amtszeit Mumms bis zu seinem Tod 1932 und darüber hinaus bis 1934 von wechselnden Hilfspredigern und Missionaren betreut. Nachdem Missionar August Lombeck im September 1933 seinen Dienst in der Kirchengemeinde beendet hatte, wurde Pfarrer Zickmann am 6. Mai 1934 in die Kirchengemeinde eingeführt; gleichzeitig wurde ihm die Leitung der weiblichen Jugendarbeit in Westfalen übertragen. Doch auch Pfarrer Zickmann verließ die Kirchengemeinde schon nach einem Jahr wieder, so dass erneut die Pfarrstelle zur Diskussion stand. Da die Gemeinde nur ca. 850 Gemeindeglieder zählte, wurde von Seiten des Evangelischen Oberkirchenrates die Notwendigkeit der Wiederbesetzung der Pfarrstelle nur unter der Bedingung anerkannt, dass der Pfarrer den Pfarrbezirk Auf dem Höchsten seelsorgerlich mitbetreue und dort seinen Wohnsitz nehme.Der Pfarrbezirk Höchsten ist zum 1. Januar 1926 aus Teilen der drei Kirchengemeinde Schwerte, Wellinghofen I und II gegründet worden. Den Anstoß dazu gab 1925 die Kirchengemeinde Schwerte, die die Entwöhnung der Bewohner im Ortsteil auf dem Höchsten durch die große Entfernung von der Muttergemeinde anprangerte. Im dritten Punkt der Anordnung zur Verwaltung des Seelsorgebezirks auf dem Höchsten wurde festgesetzt, dass der Bezirk "bis auf weiteres im Sinne der K.O. als ständiger Pfarrbezirk der Kirchengemeinde Schwerte" gelte. In einem Bericht an den Gustav-Adolf-Verein wurde der Status des Gemeindebezirks wie folgt beschrieben: "Die Gemeinde Höchsten ist rein geistlicher Art: rechtlich bleiben die Einwohner bei ihren alten Kirchengemeinden, sie bezahlen ihre Kirchensteuern nach Wellinghofen I u. II und Schwerte gemäß den Steuerbeschlüssen der dortigen Kirchenvertretungen. In geistlicher und seelsorgerlicher Hinsicht fallen allerdings die Grenzen und es wird ein eigener Seelsorgebezirk Höchsten gebildet." Der Hilfsprediger des Pfarrbezirks hatte nach der o.g. Anordnung die Aufgabe, die Gemeindeglieder zu einer kirchlichen Gemeinschaft zusammenzuschließen. "Zu diesem Zwecke hat er einen Verein zur Pflege des evangelischen kirchlichen Lebens Auf dem Höchsten ins Leben zu rufen, dessen geborener Vorsitzender er ist. Dieser Verein wählt einen Vorstand, dem sinngemäß die Aufgaben eines Presbyteriums zugeteilt werden können." Zum 1. Januar 1926 wurde die Verwaltung des Seelsorgebezirks dem Hilfsprediger Kleinemeyer übertragen. Nach der Wahl Kleinemeyers zum Pfarrer der Kirchengemeinde Schwerte berief das Konsistorium Hermann Rüter zum 1. Januar 1929 zum Hilfsprediger.1935 wurde dem Hilfsprediger Rüter nun die Pfarrstelle in Syburg unter der Beibehaltung der Hilfspredigerstelle auf dem Höchsten sowie seines dortigen Wohnsitzes übertragen.In den 1950er Jahren wurde wiederholt der Versuch unternommen, den Pfarrbezirk auf dem Höchsten in die Kirchengemeinde Syburg einzupfarren, was jedoch an dem Wiederstand des Pfarrbezirks scheiterte. Pfarrer Rüter argumentierte 1951 in einem Schreiben an die Kirchengemeinde Schwerte folgendermaßen: "Der Pfarrbezirk auf dem Höchsten umfaßt etwa 4000 Seelen, die Kirchengemeinde Syburg jedoch nur etwa 1200. Weil der Brennpunkt der Arbeit auf dem Höchsten liegt, lehnen wir einstimmig eine Einpfarrung nach Syburg ab. Unser Ziel ist, auf die Dauer eine eigene Kirchengemeinde im Sinne der KO zu werden." Zum 1. April 1957 wurde durch Auspfarrung von Gemeindegliedern aus den Kirchengemeinden Schwerte, Wellinghofen I und II die Kirchengemeinde "Dortmund - Auf dem Höchsten" gegründet und dem Kirchenkreis Dortmund eingegliedert. Mit der Urkunde über die Errichtung der Kirchengemeinde wurde gleichzeitig eine Pfarrstelle für die Kirchengemeinde geschaffen. Diese wurde jedoch nach längeren Verhandlungen vorerst nicht besetzt, sondern Pfarrer Rüter versorgte weiterhin beide Gemeinden und behielt seinen Wohnsitz auf dem Höchsten. Erst 1966 wurde die 1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Dortmund - Auf dem Höchsten auf Antrag des Presbyteriums zur Besetzung freigegeben. Das Presbyterium hatte darauf angetragen, obwohl Pfarrer Rüter sein Pensionierungsgesuch noch nicht eingereicht hatte, da der Hilfsprediger Martin Jung für die Bewerbung zur Verfügung stand. Am 20. April 1967 wählte die Gemeinde Martin Jung zu ihrem Pfarrer. Hermann Rüter blieb bis 1968 Pfarrer der Kirchengemeinde Syburg. Nach seiner Pensionierung war die Pfarrstelle bis zur Vereinigung der beiden Kirchengemeinden vakant.Am 17.9.1970 beschloss die Kirchenleitung die Vereinigung der Kirchengemeinden Dortmund - Auf dem Höchsten und Syburg zur Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten. Die Pfarrstelle von Pfarrer Martin Jung wurde zur 1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde. Friedemann Schlemm trat im November 1971 die 2. (ehemalige Syburger) Pfarrstelle an. II. Bearbeitung des ArchivsLaut Visitationsbericht aus dem Jahr 1947 ist das Archiv durch einen Bombenangriff im Krieg verloren gegangen. Der in diesem Findbuch bearbeitete Aktenbestand setzt sich zusammen aus Akten, die bei Renovierungsarbeiten 2001 hinter der Orgel gefunden wurden sowie aus Handakten der früheren Pfarrer (v.a. Pfarrer Rüter und Pfarrer Jung) und des Gemeindebeiratsvorsitzenden Wilhelm Wiemann. Dabei handelt es sich, bis auf eine Ausnahme, um Unterlagen des 20. Jahrhunderts.Das Archiv der Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten wurde 2001 zur Verzeichnung ins Landeskirchliche Archiv nach Bielefeld abgegeben. Insgesamt wurden 154 Verzeichnungseinheiten (VE) - davon 8 VE Fotos und 5 VE Bauzeichnungen - aus dem Zeitraum 1897-2001 verzeichnet. Leider ist diese Überlieferung sehr lückenhaft. So sind z.B. über die Zeit des Kirchenkampfes und die Verhandlungen über die gemeinsame pfarramtliche Betreuung der beiden Gemeinden in den 1930er Jahren keinerlei Unterlagen erhalten. Den Schwerpunkt der Überlieferung bilden die Bauunterlagen über Bau und Erweiterung der Kirche und des Pfarrhauses auf dem Höchsten, den Wiederaufbau der Kirche St. Peter und den Umbau des Kindergartens auf dem Höchsten.Bei der Verzeichnung haben die Akten eine fortlaufende Nummer (Signatur) erhalten, die im Findbuch immer ganz links aufgeführt ist. Der Titel der Akte, der den Inhalt beschreibt, wird je nach Bedarf durch Enthält- und Darin-Vermerke erweitert oder näher erläutert. Ganz rechts im Findbuch ist jeweils die Laufzeit der Akte angegeben. Runde Klammern (...) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, eckige Klammern [...] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke. Karten, Pläne und Fotos die in den Akten vorgefunden wurden, wurden dort belassen und sind im Darin-Vermerk aufgeführt. Nur die einzeln vorhandenen Bauzeichnungen, Fotoalben und Fotos wurden gesondert unter den Gliederungspunkten Bauzeichnungen und Fotos aufgeführt.Da es bei der Verzeichnung nicht immer möglich war, genau festzustellen, bei welcher Kirchengemeinde (bzw. welchem Pfarrbezirk) die Akten entstanden sind und die Akten der beiden Kirchengemeinden teilweise nach der Fusion 1971 weitergeführt wurden, konnte keine Trennung der Akten nach den Kirchengemeinden Syburg und Auf dem Höchsten vorgenommen werden. Soweit jedoch ersichtlich war, für welche Gemeinde die Akte angelegt worden ist, wurde dies bei der Verzeichnung im Feld Provenienz (Herkunft) vermerkt und ist im Findbuch jeweils nach den Enthält- bzw. Darinvermerken aufgeführt.III. Benutzung des ArchivsFür die Benutzung des Archivs gelten die archivrechtlichen Regelungen der EKvW, die im kirchlichen Amtsblatt veröffentlicht sind. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass sich in den Akten bzgl. des Presbyteriums und des Personals Unterlagen befinden, die personenbezogene Daten enthalten und daher besonderen Fristen unterliegen, die im Einzelfall vor der Benutzung geprüft werden sollten.Falls Unterlagen dieses Archivs als Quellen für Veröffentlichungen herangezogen werden sollten, ist folgende Zitierweise zu verwenden: LkA EKvW 4.203 Nr. ... .Bielefeld, November 2004/März 2015
Form und Inhalt: Empfehlung zur Beständeübergreifenden Recherche: https://archiv-ekvw.de/fileadmin/mcs/archiv_ekvw/infomaterial/Anleitung_Recherche_DO.pdf
I. Gemeindegeschichte
Die Gemeindegeschichte der Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten ist insgesamt sehr verstrickt. Denn obwohl die Kirchengemeinde Syburg erst 1897 offiziell (neu) gegründet wurde - seit 1590 war sie mit Westhofen verbunden - , ist schon seit dem Mittelalter Gemeindeleben in dem Ort Syburg nachweisbar. Doch da das Archivmaterial, das dieses Findbuch umfasst, bis auf wenige Ausnahmen aus dem 20. Jahrhundert stammt, wird an dieser Stelle nur auf die Geschichte des 20. Jh. eingegangen.
Dabei müssen die Kirchengemeinde Syburg und der Pfarrbezirk bzw. die Kirchengemeinde Auf dem Höchsten zunächst getrennt betrachtet werden.
Die Evangelischen der Kommunalgemeinde Syburg wurden bis Ende des 19. Jh. gemeinsam mit denen von Westhofen von einem Pfarrer (später zwei) betreut. Schon seit 1865 gab es Bestrebungen, die Kirchengemeinde Westhofen-Syburg zu teilen. Doch erst zum 1. August 1897 wurden die Syburger und Buchholzer durch den Erlass des Ministers der geistlichen Angelegenheiten aus der Kirchengemeinde Westhofen-Syburg ausgepfarrt. Die bisherige 2. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Westhofen-Syburg ging auf die Kirchengemeinde Syburg über. Friedrich Rahlenbeck wurde zum ersten Pfarrer der Kirchengemeinde gewählt.
Nach dem Tod Pfarrer Beukers im Jahr 1922 beschloss die große Gemeindeversammlung auf ihr Wahlrecht zu verzichten und anstelle dessen beim Konsistorium in Münster darauf anzutragen, die Stelle mit einem Pfarrer zu besetzen, der gleichzeitig provinzialkirchliche Aufgaben wahrnehmen solle. Der Evangelische Oberkirchenrat ernannte im Januar Pfarrer Dr. Reinhard Mumm und übertrug ihm neben der Pfarrstelle zugleich das Westfälische Sozialpfarramt . Gleichzeitig war Mumm Mitglied des Reichstages, so dass der Evangelische Oberkirchenrat in einem Schreiben vom 10. November 1922 dem Konsistorium in Münster folgendes mitteilte: "Pfarrer D. Mumm ist nach erfolgter Berufung zwecks weiterer Ausübung seiner parlamentarischen Tätigkeit, die für die Landeskirche von allgemein anerkannter Bedeutung ist, und auf die gerade in der gegenwärtigen Zeit wegen der schwebenden, überaus wichtigen, die Schule und Kirche betreffenden Fragen am allerwenigsten verzichtet werden kann, bis auf weiteres von seinen pfarramtlichen Geschäften zu beurlauben, wie wir uns auch damit einverstanden erklärt haben, daß seine Familie einstweilen ihren Wohnsitz in Berlin behält. Die pfarramtliche Vertretung würde einem ordinierten Hilfsgeistlichen zu übertragen sein. Soweit dessen Besoldung nicht aus örtlichen Quellen bezw. von Pfarrer D. Mumm aufgebracht werden kann, sind wir bereit, die fehlenden Mittel aus landeskirchlichen Fonds zur Verfügung zu stellen." Der Generalsuperintendent D. Zoellner antwortete dem EOK am 30. November 1922: "Wir verhehlen uns ja nicht, dass, wie die Dinge liegen, die Gemeinde Syburg von Pastor Mumm nicht sehr viel haben wird. Und doch braucht gerade diese Gemeinde eine intensive seelsorgerliche Pflege. Sie ist auch früher als sie noch zu Westhofen gehörte, wegen der weiten Entfernung und der schwierigen Wege nicht sonderlich bedient worden. Mit den Pfarrern, die die junge, von Westhofen abgetrennte Gemeinde gehabt hat, hat sie auch wenig Glück gehabt. Auch der letzte, ein noch junger Mann, ist während der ganzen Zeit seines Aufenthaltes dort lungenkrank gewesen und ausserdem nach Möglichkeit von seiner Schwester, die ihm den Haushalt führte, von der Gemeinde abgesperrt. Auf diese Weise sind ganze Bezirke in der Gemeinde ins kommunistische Lager übergegangen, Austritte aus der Kirche, die Agitation für weltliche Schulen und dergl. haben wohl kaum irgend wo anders einen solchen Umfang wie hier. Wir sind deshalb sehr dankbar, dass der Ober-Kirchenrat die Kosten für einen Hilfsprediger seinerseits sich zu tragen bereit erklärt hat. Da nun D. Mumm seinen eigentlichen Wohnsitz in Berlin behalten will, seine Frau sich auch überwiegend dort in Berlin aufhalten wird, die Gemeinde aber ihrerseits nun dringend nicht nur einen Pastor, sondern auch eine Pastorin wünscht und braucht, so haben wir die Sendung eines sich dann verheiratenden Hilfspredigers ins Auge gefasst."
Die Gemeinde wurde während der Amtszeit Mumms bis zu seinem Tod 1932 und darüber hinaus bis 1934 von wechselnden Hilfspredigern und Missionaren betreut. Nachdem Missionar August Lombeck im September 1933 seinen Dienst in der Kirchengemeinde beendet hatte, wurde Pfarrer Zickmann am 6. Mai 1934 in die Kirchengemeinde eingeführt; gleichzeitig wurde ihm die Leitung der weiblichen Jugendarbeit in Westfalen übertragen. Doch auch Pfarrer Zickmann verließ die Kirchengemeinde schon nach einem Jahr wieder, so dass erneut die Pfarrstelle zur Diskussion stand. Da die Gemeinde nur ca. 850 Gemeindeglieder zählte, wurde von Seiten des Evangelischen Oberkirchenrates die Notwendigkeit der Wiederbesetzung der Pfarrstelle nur unter der Bedingung anerkannt, dass der Pfarrer den Pfarrbezirk Auf dem Höchsten seelsorgerlich mitbetreue und dort seinen Wohnsitz nehme.
Der Pfarrbezirk Höchsten ist zum 1. Januar 1926 aus Teilen der drei Kirchengemeinde Schwerte, Wellinghofen I und II gegründet worden. Den Anstoß dazu gab 1925 die Kirchengemeinde Schwerte, die die Entwöhnung der Bewohner im Ortsteil auf dem Höchsten durch die große Entfernung von der Muttergemeinde anprangerte. Im dritten Punkt der Anordnung zur Verwaltung des Seelsorgebezirks auf dem Höchsten wurde festgesetzt, dass der Bezirk "bis auf weiteres im Sinne der K.O. als ständiger Pfarrbezirk der Kirchengemeinde Schwerte" gelte. In einem Bericht an den Gustav-Adolf-Verein wurde der Status des Gemeindebezirks wie folgt beschrieben: "Die Gemeinde Höchsten ist rein geistlicher Art: rechtlich bleiben die Einwohner bei ihren alten Kirchengemeinden, sie bezahlen ihre Kirchensteuern nach Wellinghofen I u. II und Schwerte gemäß den Steuerbeschlüssen der dortigen Kirchenvertretungen. In geistlicher und seelsorgerlicher Hinsicht fallen allerdings die Grenzen und es wird ein eigener Seelsorgebezirk Höchsten gebildet."
Der Hilfsprediger des Pfarrbezirks hatte nach der o.g. Anordnung die Aufgabe, die Gemeindeglieder zu einer kirchlichen Gemeinschaft zusammenzuschließen. "Zu diesem Zwecke hat er einen Verein zur Pflege des evangelischen kirchlichen Lebens Auf dem Höchsten ins Leben zu rufen, dessen geborener Vorsitzender er ist. Dieser Verein wählt einen Vorstand, dem sinngemäß die Aufgaben eines Presbyteriums zugeteilt werden können." Zum 1. Januar 1926 wurde die Verwaltung des Seelsorgebezirks dem Hilfsprediger Kleinemeyer übertragen. Nach der Wahl Kleinemeyers zum Pfarrer der Kirchengemeinde Schwerte berief das Konsistorium Hermann Rüter zum 1. Januar 1929 zum Hilfsprediger.
1935 wurde dem Hilfsprediger Rüter nun die Pfarrstelle in Syburg unter der Beibehaltung der Hilfspredigerstelle auf dem Höchsten sowie seines dortigen Wohnsitzes übertragen.
In den 1950er Jahren wurde wiederholt der Versuch unternommen, den Pfarrbezirk auf dem Höchsten in die Kirchengemeinde Syburg einzupfarren, was jedoch an dem Wiederstand des Pfarrbezirks scheiterte. Pfarrer Rüter argumentierte 1951 in einem Schreiben an die Kirchengemeinde Schwerte folgendermaßen: "Der Pfarrbezirk auf dem Höchsten umfaßt etwa 4000 Seelen, die Kirchengemeinde Syburg jedoch nur etwa 1200. Weil der Brennpunkt der Arbeit auf dem Höchsten liegt, lehnen wir einstimmig eine Einpfarrung nach Syburg ab. Unser Ziel ist, auf die Dauer eine eigene Kirchengemeinde im Sinne der KO zu werden."
Zum 1. April 1957 wurde durch Auspfarrung von Gemeindegliedern aus den Kirchengemeinden Schwerte, Wellinghofen I und II die Kirchengemeinde "Dortmund - Auf dem Höchsten" gegründet und dem Kirchenkreis Dortmund eingegliedert. Mit der Urkunde über die Errichtung der Kirchengemeinde wurde gleichzeitig eine Pfarrstelle für die Kirchengemeinde geschaffen. Diese wurde jedoch nach längeren Verhandlungen vorerst nicht besetzt, sondern Pfarrer Rüter versorgte weiterhin beide Gemeinden und behielt seinen Wohnsitz auf dem Höchsten. Erst 1966 wurde die 1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde Dortmund - Auf dem Höchsten auf Antrag des Presbyteriums zur Besetzung freigegeben. Das Presbyterium hatte darauf angetragen, obwohl Pfarrer Rüter sein Pensionierungsgesuch noch nicht eingereicht hatte, da der Hilfsprediger Martin Jung für die Bewerbung zur Verfügung stand. Am 20. April 1967 wählte die Gemeinde Martin Jung zu ihrem Pfarrer.
Hermann Rüter blieb bis 1968 Pfarrer der Kirchengemeinde Syburg. Nach seiner Pensionierung war die Pfarrstelle bis zur Vereinigung der beiden Kirchengemeinden vakant.
Am 17.9.1970 beschloss die Kirchenleitung die Vereinigung der Kirchengemeinden Dortmund - Auf dem Höchsten und Syburg zur Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten. Die Pfarrstelle von Pfarrer Martin Jung wurde zur 1. Pfarrstelle der Kirchengemeinde. Friedemann Schlemm trat im November 1971 die 2. (ehemalige Syburger) Pfarrstelle an.
II. Bearbeitung des Archivs
Laut Visitationsbericht aus dem Jahr 1947 ist das Archiv durch einen Bombenangriff im Krieg verloren gegangen. Der in diesem Findbuch bearbeitete Aktenbestand setzt sich zusammen aus Akten, die bei Renovierungsarbeiten 2001 hinter der Orgel gefunden wurden sowie aus Handakten der früheren Pfarrer (v.a. Pfarrer Rüter und Pfarrer Jung) und des Gemeindebeiratsvorsitzenden Wilhelm Wiemann. Dabei handelt es sich, bis auf eine Ausnahme, um Unterlagen des 20. Jahrhunderts.
Das Archiv der Kirchengemeinde Syburg - Auf dem Höchsten wurde 2001 zur Verzeichnung ins Landeskirchliche Archiv nach Bielefeld abgegeben. Insgesamt wurden 154 Verzeichnungseinheiten (VE) - davon 8 VE Fotos und 5 VE Bauzeichnungen - aus dem Zeitraum 1897-2001 verzeichnet. Leider ist diese Überlieferung sehr lückenhaft. So sind z.B. über die Zeit des Kirchenkampfes und die Verhandlungen über die gemeinsame pfarramtliche Betreuung der beiden Gemeinden in den 1930er Jahren keinerlei Unterlagen erhalten. Den Schwerpunkt der Überlieferung bilden die Bauunterlagen über Bau und Erweiterung der Kirche und des Pfarrhauses auf dem Höchsten, den Wiederaufbau der Kirche St. Peter und den Umbau des Kindergartens auf dem Höchsten.
Bei der Verzeichnung haben die Akten eine fortlaufende Nummer (Signatur) erhalten, die im Findbuch immer ganz links aufgeführt ist. Der Titel der Akte, der den Inhalt beschreibt, wird je nach Bedarf durch Enthält- und Darin-Vermerke erweitert oder näher erläutert. Ganz rechts im Findbuch ist jeweils die Laufzeit der Akte angegeben. Runde Klammern (...) verweisen bei Abschriften auf das Datum des Originals, eckige Klammern [...] kennzeichnen erschlossene Jahresangaben undatierter Schriftstücke. Karten, Pläne und Fotos die in den Akten vorgefunden wurden, wurden dort belassen und sind im Darin-Vermerk aufgeführt. Nur die einzeln vorhandenen Bauzeichnungen, Fotoalben und Fotos wurden gesondert unter den Gliederungspunkten Bauzeichnungen und Fotos aufgeführt.
Da es bei der Verzeichnung nicht immer möglich war, genau festzustellen, bei welcher Kirchengemeinde (bzw. welchem Pfarrbezirk) die Akten entstanden sind und die Akten der beiden Kirchengemeinden teilweise nach der Fusion 1971 weitergeführt wurden, konnte keine Trennung der Akten nach den Kirchengemeinden Syburg und Auf dem Höchsten vorgenommen werden. Soweit jedoch ersichtlich war, für welche Gemeinde die Akte angelegt worden ist, wurde dies bei der Verzeichnung im Feld Provenienz (Herkunft) vermerkt und ist im Findbuch jeweils nach den Enthält- bzw. Darinvermerken aufgeführt.
III. Benutzung des Archivs
Für die Benutzung des Archivs gelten die archivrechtlichen Regelungen der EKvW, die im kirchlichen Amtsblatt veröffentlicht sind. Dabei ist besonders zu berücksichtigen, dass sich in den Akten bzgl. des Presbyteriums und des Personals Unterlagen befinden, die personenbezogene Daten enthalten und daher besonderen Fristen unterliegen, die im Einzelfall vor der Benutzung geprüft werden sollten.
Falls Unterlagen dieses Archivs als Quellen für Veröffentlichungen herangezogen werden sollten, ist folgende Zitierweise zu verwenden: LkA EKvW 4.203 Nr. ... .
Bielefeld, November 2004/März 2015
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.