Nachlass Escherich, Georg (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
NL Escherich Georg Nachlass Escherich, Georg
Bayerisches Hauptstaatsarchiv (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Bayerischen Hauptstaatsarchivs >> 5 Abteilung V: Nachlässe und Sammlungen >> 5.1 Nachlässe und Familienarchive >> 5.1.2 Nachlässe >> Nachlässe A - E
1870-1984
NL Georg Escherich: Dr. Georg Escherich (04.01.1870 in Schwandorf - 26.08.1941 in München) war ein deutscher Forstmann und Politiker.
Nach dem Studium der Forstwirtschaft leistete er einen einjährigen Assistentendienst im Forstamt Neureichenau ab und unterrichtete fünf Jahre an der Waldbauschule in Kaufbeuren. In dieser Zeit unternahm er Jagd- und Forschungsreisen, die ihn u.a. nach Bosnien-Herzegowina, Abessinien und Äthiopien führten. Während dieser Reisen wurde Escherich durch seine erfolgreichen Projekte wie z. B. ein Forstgesetz für Äthiopien oder die Erkundung eines neuen Weges zum Rudolfsee bekannt.
Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zog er als Hauptmann und Batterieführer an die Westfront, wurde dort schon bald am Bein verwundet und somit frontdienst-untauglich.
1915 übernahm er die Leitung der Militärforstverwaltung Bialowies in Ostpolen und reformierte sie umfassend zu Gunsten der deutschen Besatzungsmacht.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges 1918 wurde der inzwischen zum Oberst und Forstrat beförderte Escherich mit der Leitung des Forstamtes Isen betraut.
Er verstand es, durch Einladungen zu Jagden zahlreiche Beziehungen und Bekanntschaften zu einflussreichen Persönlichkeiten zu knüpfen.
Im Zuge der revolutionären Unruhen entstanden auf der Basis des Erlasses von Reichswehrminister Gustav Noske im ganzen Reich bürgerliche Selbstschutzorganisationen, die sogenannten Reichswehren. Der mittlerweile politisch engagierte Forstrat gründete mit Unterstützung von General Ritter von Epp und Hauptmann Ernst Röhm am 9. Mai 1920 in Regensburg die Organisation Escherich, Orgesch genannt, und übernahm deren Vorsitz als Reichshauptmann. Die rechtsorientierte, paramilitärische Organisation verfügte über Waffen, Kontakte und Logistik. Auf dem Höhepunkt ihres Einflusses hatte die Orgesch auf Reichsebene etwa 1 Million Mitglieder. Nach ihrem endgültigen Verbot 1921 zerfiel sie in verschiedene kleine Gruppierungen.
Der konservativ und monarchistisch eingestellte Escherich, der auch BVP-Mitglied war, stellte sich gegen die Nationalsozialisten und versuchte den Hitlerputsch 1923 zu verhindern. 1928 gründete er den "Bayerischen Heimatschutz" als Konkurrenz zum Stahlhelm.
Außerdem unterstützte der die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten mit großem Einsatz.
Nach Hitlers Machtergreifung 1933 musste sich der "Bayerische Heimatschutz" entwaffnen und selbst auflösen.
Wegen seiner Kriegsverletzung wurde Escherich 1931 vorzeitig pensioniert und zog sich nach Isen zurück.
1941 starb er nach einem kurzen Herzleiden in München.
Georg Escherich war nicht nur durch seine politischen Aktivitäten, sondern auch als Forstmann und Jäger durch zahlreiche Publikationen bekannt.
Der sehr umfangreiche Nachlass beinhaltet u.a. sorgfältig geführte Tagebücher, sowie umfangreiche Korrespondenzen von wichtigen Personen des Zeitgeschehens und Presseausschnitte.
Eine Neuverzeichnung und Eingabe in FAUST wurde auch durch Abgaben des Bundesarchivs notwendig.
München, 09.06.2011
Sandra Karmann
Nach dem Studium der Forstwirtschaft leistete er einen einjährigen Assistentendienst im Forstamt Neureichenau ab und unterrichtete fünf Jahre an der Waldbauschule in Kaufbeuren. In dieser Zeit unternahm er Jagd- und Forschungsreisen, die ihn u.a. nach Bosnien-Herzegowina, Abessinien und Äthiopien führten. Während dieser Reisen wurde Escherich durch seine erfolgreichen Projekte wie z. B. ein Forstgesetz für Äthiopien oder die Erkundung eines neuen Weges zum Rudolfsee bekannt.
Bei Ausbruch des 1. Weltkrieges zog er als Hauptmann und Batterieführer an die Westfront, wurde dort schon bald am Bein verwundet und somit frontdienst-untauglich.
1915 übernahm er die Leitung der Militärforstverwaltung Bialowies in Ostpolen und reformierte sie umfassend zu Gunsten der deutschen Besatzungsmacht.
Nach dem Ende des 1. Weltkrieges 1918 wurde der inzwischen zum Oberst und Forstrat beförderte Escherich mit der Leitung des Forstamtes Isen betraut.
Er verstand es, durch Einladungen zu Jagden zahlreiche Beziehungen und Bekanntschaften zu einflussreichen Persönlichkeiten zu knüpfen.
Im Zuge der revolutionären Unruhen entstanden auf der Basis des Erlasses von Reichswehrminister Gustav Noske im ganzen Reich bürgerliche Selbstschutzorganisationen, die sogenannten Reichswehren. Der mittlerweile politisch engagierte Forstrat gründete mit Unterstützung von General Ritter von Epp und Hauptmann Ernst Röhm am 9. Mai 1920 in Regensburg die Organisation Escherich, Orgesch genannt, und übernahm deren Vorsitz als Reichshauptmann. Die rechtsorientierte, paramilitärische Organisation verfügte über Waffen, Kontakte und Logistik. Auf dem Höhepunkt ihres Einflusses hatte die Orgesch auf Reichsebene etwa 1 Million Mitglieder. Nach ihrem endgültigen Verbot 1921 zerfiel sie in verschiedene kleine Gruppierungen.
Der konservativ und monarchistisch eingestellte Escherich, der auch BVP-Mitglied war, stellte sich gegen die Nationalsozialisten und versuchte den Hitlerputsch 1923 zu verhindern. 1928 gründete er den "Bayerischen Heimatschutz" als Konkurrenz zum Stahlhelm.
Außerdem unterstützte der die Wahl Hindenburgs zum Reichspräsidenten mit großem Einsatz.
Nach Hitlers Machtergreifung 1933 musste sich der "Bayerische Heimatschutz" entwaffnen und selbst auflösen.
Wegen seiner Kriegsverletzung wurde Escherich 1931 vorzeitig pensioniert und zog sich nach Isen zurück.
1941 starb er nach einem kurzen Herzleiden in München.
Georg Escherich war nicht nur durch seine politischen Aktivitäten, sondern auch als Forstmann und Jäger durch zahlreiche Publikationen bekannt.
Der sehr umfangreiche Nachlass beinhaltet u.a. sorgfältig geführte Tagebücher, sowie umfangreiche Korrespondenzen von wichtigen Personen des Zeitgeschehens und Presseausschnitte.
Eine Neuverzeichnung und Eingabe in FAUST wurde auch durch Abgaben des Bundesarchivs notwendig.
München, 09.06.2011
Sandra Karmann
102
Bestand
Akten
deutsch
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
03.04.2025, 11:05 MESZ