Große Rurstraße
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Gliederung
III-Bau Bauakten
Bauakten
Der Name Rurstraße für den westlichen Teil der heutigen Großen Rurstraße ist seit dem 18. Jahrhundert geläufig, zunächst als Neue Rurstraße (1741). Zuvor waren unterschiedliche Bezeichnungen gebräuchlich, “Neuer Steinweg”, “Kreuz-Bongart-Straße” (1695) oder “Kreuz-Straße” (noch 1781).[Lau, Jülich, S. 228f.] Spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Straße von der Marktstraße bis zur Rurbrücke als Große Rurstraße bezeichnet.[Verw.Bericht 1868, S.5; II-589.] Am 20. April 1935, zum “Führergeburtstag”, wurde sie in “Adolf-Hitler-Straße” umbenannt.[Bers, Straßenumbenennungen, in: BzJüG 47(1980), S. 93-99, hier: S. 95f..]. Spätestens nach dem Einzug der Besatzung 1945 dürfte diese Benennung praktisch revidiert worden sein, formell aber ist die Rückbenennung in Große Rurstraße, soweit ersichtlich, nie erfolgt. Jedenfalls erscheint die Adolf-Hitler-Straße nicht unter denjenigen Straßen, die nach der Direktive Nr. 30 des Kontrollrates im Januar 1949 offiziell umbenannt wurden.[Ratsprot. v. 27.1.1949 (S. 586f.).] Die Ratssitzung vom 12. Dezember 1972 beschloß dann die Ausdehnung der Großen Rurstraße, wie sie bis heute Bestand hat, auf die frühere Sepulchriner-, Hubertus- und Friedrichstraße bis zur Neusser Straße. Mit den heutigen Hausnummern ab 43 (Südseite) bzw. 72 (Nordseite) begann die Große Rurstraße. Sie endete 1953 bei Haus Hesselmann (Nr. 102, 1953 noch Nr. 42) bzw. vor dem Krieg beim Gaswerk (Nr. 37; heute Höhe Küchenmöbelhaus Jagdfeld, Nr. 85). Sepulchrinerstraße Sepulchrinerstraße hieß bis 1972 der sich östlich an die Große Rurstraße anschließende Teil von der Marktstraße bis an die Herrenstraße (heute: Poststraße). Nach Lau, Jülich, S. 259, trug sie vor dem Klosterbau im 17. Jahrhundert zunächst die gleichen Namen wie sie unter der Gr. Rurstraße genannt sind. Nach Fertigstellung des Klosters bürgerten sich die Bezeichnungen “gegenüber dem Kloster” oder “gegenüber der Kellnerei” ein. Der Name Sepulchriner Straße, so Lau, sei erst im 19. Jahrhundert eingeführt worden. Den frühesten Beleg finde ich für 1837 [Neumann, Darstellungen, Nr. 337, S. 531.] Die Hausnummern verliefen von der Marktstraße zur Herrenstraße aufwärts, stiegen also von Westen nach Osten hin an, im Norden die ungeraden, im Süden die geraden Nummern - umgekehrt also wie die damalige und heutige Große Rurstraße. Die alten Hausnummern der Sepulchriner Straße in der Liste geben den Stand bis Kriegsende wieder. Nach dem Krieg erfolgte mit der Umlegung der Grundstücke auch eine Neuvergabe der Hausnummern. Aus der Nr. 28 wurde so eine Nr. 18 (heutige Gr. Rurstr. 27) Hubertustraße Am 11. Februar 1887 vergab der Rat der Stadt Jülich den Namen Hubertusstraße für die bisherige Bleichstraße, den Abschnitt der heutigen Großen Rurstraße zwischen Herrenstraße (heute: Poststraße) und Bahnhofstraße.[Ratsprot. 1885-93, S. 99.] Hausnummern von Südwest nach Nordost aufsteigend. Friedrichstraße Die Straße zwischen Hubertus- bzw. Bahnhofstraße trägt seit Oktober 1909 den Namen Friedrichstraße.[KB 86 v. 27.10.1909. Hier auch das folgende Zitat.] Vorher war sie Teil der Neusser Straße. Die Umbenennung war durch den Kreissparkassenbau befördert worden, der ohnehin eine Neunummerierung der Häuser erforderlich gemacht hatte. “Der Name Friedrichstraße wurde gewählt zur Erinnerung an den Dulderkaiser Friedrich II[!], der übrigens am 17. September 1861 zur Inspizierung der ein Jahr vorher errichteten Unteroffizierschule als Kronprinz in Jülich weilte. Da die neue Friedrichstraße “Kaiserallee” und “Wilhelmstraße” verbindet, so ist auch deshalb der Name gut gewählt.” Die Hausnummern steigen von Süden nach Norden an, im westlichen Teil die ungeraden (1-19), im östlichen die geraden Nummern. Die Grundstücksaufteilung ist bis heute weitestgehend unverändert geblieben. Dinstühler, Straßen: Grosse Rurstrasse seit: 23.11.1877 ( 1945) bis 20.04.1935 / > 2000 Kernstadt zuvor: u.a. Kreuzstraße / Adolf-Hitler-Straße / Sepulchriner-, Hubertus-, Friedrichstraße (Teilstücke) Der Name Rurstraße für den westlichen Teil der heutigen Großen Rurstraße ist seit dem 18. Jahrhundert geläufig, zunächst als Neue Rurstraße (1741). Zuvor waren unterschiedliche Bezeichnungen gebräuchlich, „Neuer Steinweg“, „Kreuz-Bongart-Straße“ (1695) oder „Kreuzstraße“ (noch 1781).* Spätestens in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wird die Straße von der Marktstraße bis zur Rurbrücke als Große Rurstraße bezeichnet.** Die offizielle Benennung erfolgte aber erst am 23.11.1877 in der Stadtverordneten-Sitzung.*** Am 20. April 1935, zum „Führergeburtstag“, wurde sie in „Adolf-Hitler-Straße“ umbenannt. Spätestens mit der Besatzung 1945 dürften Name und Straßenschild verschwunden sein, formell aber ist die Rückbenennung in Große Rurstraße nie erfolgt. Der Rat beschloss dann in seiner Sitzung vom 12. Dezember 1972 die Ausdehnung der Großen Rurstraße auf die damalige Sepulchriner-, Hubertus- und Friedrichstraße. * Lau, Topographie, S. 228F; ** Verwaltungsbericht 1868, S. 5; II-589; *** Jülicher Kreisblatt und Vorgängerzeitungen v. 13.09.1941.
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