101,2/Geschäftsstelle II (Gewerbe- und Gesundheitspolizei) (Bestand)
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101,002/Geschäftsst. II
Stadtarchiv und Landesgeschichtliche Bibliothek Bielefeld (Archivtektonik) >> Amtliches Schriftgut >> Geschäftsstellen
Form und Inhalt: Vorwort zum Bestand 101,2/Geschäftsstelle II (Gewerbe- und Gesundheitspolizei)
Verwaltungsgeschichte
Die Geschäftsstellen wurden aufgrund der zunehmenden Wohnbevölkerung (1880: ca. 30.000; 1890: knapp 40.000; 1900: ca. 63.000), Schritt haltenden Infrastruktur und notwendigerweise ausdifferenzierten Verwaltungsaufgaben 1902 eingerichtet. Die Erweiterung der Verwaltung hatte zwar zuvor eingesetzt, als z. B. Bau-, Melde- und Steueramt sowie die Polizeiverwaltung eingerichtet worden waren, jetzt aber gewann die städtischen Behörden eine erste geordnet erscheinende Struktur.
Etliche Umbenennungen, Neueinrichtungen und Zusammenlegungen den folgenden Jahrzehnten reflektieren die Dynamik der Stadtentwicklung und möglicherweise auch verschiedene Ansätze und Ideen der Verwaltungsorganisation, können aber auch Reaktionen auf konkrete Ereignisse und Herausforderungen sein.
Diese Verwaltungsneuorganisationen führen zu thematischen Überschneidungen insbesondere zwischen den einzelnen Geschäftsstellen-Beständen (Bestandsgruppe 101) oder zur Zuordnung abwegig erscheinender Akten/Aktentitel zu einzelnen Beständen (bei der Geschäftsstelle II z.B. Polizeiangelegenheiten).
Die Geschäftsstelle II trug folgende Ergänzungsbezeichnungen, die auch die Aufgaben andeuten:
- 1902/1903: Sekretariat der Polizei
- 1910: Gewerbe- und Gesundheitspolizei, Gewerbegericht, Kaufmanns-Innungsgericht
- 1912: Gewerbe- und Gesundheitspolizei
- 1920: Rechtsfriedensamt
- 1921: Ohne Namen
- (1933: Mieteinigungsamt, Kleingartenschiedsgericht, Rechtsauskunftsstelle)
Der Schwerpunkt liegt in der ab 1910 genanntenn Aufgabenwahrnehmung. Aus der Zeit des Polizeisekretariats liegen kaum Unterlagen vor (Ausnahme z.B. Nr. 37: Staatsangehörigkeitsausweise). Die Arbeitsbereiche ab 1920 bilden sich in der Überlieferung nicht ab.
1931 wurden die Geschäftsstellen nominell durch Fachämter unter den Ergänzungsnamen oder anderen Bezeichnungen abgelöst.
Benutzungshinweise
Es gibt Laufzeiten-Überschneidungen zur Überlieferung im Bestand 104,1/Ordnungsamt.
- Archivalienbestellung: Bestand 101,2/Geschäftsstelle II, Nr. #
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld (StArchBI), Bestand 101,2/Geschäftsstelle II, Nr. #
Literatur
- Ellwein, Thomas, Der Staat als Zufall und als Notwendigkeit. Die jüngere Verwaltungsentwicklung in Deutschland am Beispiel Ostwestfalen-Lippe, 2 Bde., Opladen 1993/97
- Verwaltungsberichte der Stadt Bielefeld, ab 1852
- Vogelsang, Reinhard, Geschichte der Stadt Bielefeld, 3 Bde., 1980/1988/2005
Dr. Jochen Rath
Archivleiter
Bielefeld, Oktober 2020
Verwaltungsgeschichte
Die Geschäftsstellen wurden aufgrund der zunehmenden Wohnbevölkerung (1880: ca. 30.000; 1890: knapp 40.000; 1900: ca. 63.000), Schritt haltenden Infrastruktur und notwendigerweise ausdifferenzierten Verwaltungsaufgaben 1902 eingerichtet. Die Erweiterung der Verwaltung hatte zwar zuvor eingesetzt, als z. B. Bau-, Melde- und Steueramt sowie die Polizeiverwaltung eingerichtet worden waren, jetzt aber gewann die städtischen Behörden eine erste geordnet erscheinende Struktur.
Etliche Umbenennungen, Neueinrichtungen und Zusammenlegungen den folgenden Jahrzehnten reflektieren die Dynamik der Stadtentwicklung und möglicherweise auch verschiedene Ansätze und Ideen der Verwaltungsorganisation, können aber auch Reaktionen auf konkrete Ereignisse und Herausforderungen sein.
Diese Verwaltungsneuorganisationen führen zu thematischen Überschneidungen insbesondere zwischen den einzelnen Geschäftsstellen-Beständen (Bestandsgruppe 101) oder zur Zuordnung abwegig erscheinender Akten/Aktentitel zu einzelnen Beständen (bei der Geschäftsstelle II z.B. Polizeiangelegenheiten).
Die Geschäftsstelle II trug folgende Ergänzungsbezeichnungen, die auch die Aufgaben andeuten:
- 1902/1903: Sekretariat der Polizei
- 1910: Gewerbe- und Gesundheitspolizei, Gewerbegericht, Kaufmanns-Innungsgericht
- 1912: Gewerbe- und Gesundheitspolizei
- 1920: Rechtsfriedensamt
- 1921: Ohne Namen
- (1933: Mieteinigungsamt, Kleingartenschiedsgericht, Rechtsauskunftsstelle)
Der Schwerpunkt liegt in der ab 1910 genanntenn Aufgabenwahrnehmung. Aus der Zeit des Polizeisekretariats liegen kaum Unterlagen vor (Ausnahme z.B. Nr. 37: Staatsangehörigkeitsausweise). Die Arbeitsbereiche ab 1920 bilden sich in der Überlieferung nicht ab.
1931 wurden die Geschäftsstellen nominell durch Fachämter unter den Ergänzungsnamen oder anderen Bezeichnungen abgelöst.
Benutzungshinweise
Es gibt Laufzeiten-Überschneidungen zur Überlieferung im Bestand 104,1/Ordnungsamt.
- Archivalienbestellung: Bestand 101,2/Geschäftsstelle II, Nr. #
- Zitation: Stadtarchiv Bielefeld (StArchBI), Bestand 101,2/Geschäftsstelle II, Nr. #
Literatur
- Ellwein, Thomas, Der Staat als Zufall und als Notwendigkeit. Die jüngere Verwaltungsentwicklung in Deutschland am Beispiel Ostwestfalen-Lippe, 2 Bde., Opladen 1993/97
- Verwaltungsberichte der Stadt Bielefeld, ab 1852
- Vogelsang, Reinhard, Geschichte der Stadt Bielefeld, 3 Bde., 1980/1988/2005
Dr. Jochen Rath
Archivleiter
Bielefeld, Oktober 2020
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ