Obligation
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A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Nr. 1507
A 2 a (Kaufbriefe u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 1-6) >> Bd. 3 Kaufbriefe, Zinsbriefe u.ä. 1547-1805
1722 November 11
Regest: Bürgermeister und Rat des Heil. Röm. Reichs Stadt Reutlingen als Oberpfleger hiesigen Hospitals und die Unterpfleger desselben Jacob Baur, Vizebürgermeister, und Johann Cammerer, Senator, bekennen, daß zu Wiederablösung einiger gar in beschwerlicher Verzinsung und bei harten, ungeduldigen Gläubigern gestandenen Passiv-Kapitalien Gottfried Hoffmann, Doctor und Professor der Theologie, auch Rector Magnificus bei der weltberühmten Universität Tübingen, ihnen namens des Hospitals als Anlehen gegen 5% eine Summe von 1000 Gulden rheinisch, jeden zu 15 Batzen oder 60 Kreuzer gerechnet, an lauter im Reich guten, gangbaren und edictmäßigen Sorten vorgeschossen hat. Sie versprechen, daß der Hospital die 1000 Gulden jährlich mit 50 Gulden auf Martini, erstmals 1723, unfehlbar verzinsen, sodann das Kapital selbst nach Verfluß von 3 oder mehr Jahren, wie es dem Darleiher gefällig sein wird, ohne irgendeine Reduktion des Gelds heimzahlen wird. Als Sicherheit verschreiben sie alle Güter und Einkünfte des Hospitals, ferner mittelst einer bestgültigen Correal-Obligation alle Güter und Einkünfte der Stadt. Wofern die Hospitalpfleger dem Gläubiger, seinen Erben oder andern getreuen Briefsinhabern auf die bestimmte Zeit den jährl. Zins nicht entrichten oder mit Wiederbezahlung des Kapitals nach erfolgter Kündigung säumig sein würden, so haben jene das Recht, die Unterpfänder in frei beliebiger Ordnung anzugreifen, bis sie um Kapital, Zins, Kosten und Schaden durchaus vergnügt (= befriedigt) sein werden. Davor soll kein Privileg usw. die Stadt schützen. Falls das Kapital über die bestimmten Jahre unabgelöst stehen bleiben möchte, so bleibt gegenwärtige Obligation mit allen Klauseln in vollkommenen Kräften. Wenn es mit der jährl. Zinsreichung oder Ablösung des Kapitals auf die gehörige Zeit fehlen sollte, so sind der Gläubiger und jeder rechtmäßige Inhaber dieses Briefs ermächtigt, zur Erreichung ihrer Forderung den regierenden Herzog von Württemberg um schleunige Exekution anzurufen, der sie sich im Namen sowohl des Hospitals als der Stadt unterwerfen.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite Vermerke über die Rückzahlung:
An Immanuel Hoffmann, Professor der Philosophie und Stifts-Ephorus in Tübingen ist abgelöst worden, worunter die i.J. 1755 von der sel. Jgfr. Schwester Juliana Dorothea ererbten 100 fl mit begriffen sind:
11. November 1768 226 fl 40 xr
2. Februar 1769 270 fl -
496 fl 40 xr,
daß also diese Obligation nur noch gültig bleibt um 503 fl 20 xr.
2. Februar 1769
Steuerkassier der freien Reichsstadt Reutlingen: Carl Christopf Friedrich Beittler.
1786, 31. Mai wurden an obigem Kapital an Kommerzienrat Friedrich Heinrich Rheinwald in Urach uxoris (nomi)ne Frau Friderica Elenora geborene Knöbelin laut getroffenen Verglichs abgelöst 466 fl 40 xr,
daß also an dieser Obligation noch gültig bleibt: 36 fl 40 xr.
Kassenverwalter der Reichsstadt Reutlingen:
Bürgermeister Fehleisen und Pfandschultheiß Joh. Georg Raach.
Dorsal-/Marginalvermerke: Auf der Rückseite Vermerke über die Rückzahlung:
An Immanuel Hoffmann, Professor der Philosophie und Stifts-Ephorus in Tübingen ist abgelöst worden, worunter die i.J. 1755 von der sel. Jgfr. Schwester Juliana Dorothea ererbten 100 fl mit begriffen sind:
11. November 1768 226 fl 40 xr
2. Februar 1769 270 fl -
496 fl 40 xr,
daß also diese Obligation nur noch gültig bleibt um 503 fl 20 xr.
2. Februar 1769
Steuerkassier der freien Reichsstadt Reutlingen: Carl Christopf Friedrich Beittler.
1786, 31. Mai wurden an obigem Kapital an Kommerzienrat Friedrich Heinrich Rheinwald in Urach uxoris (nomi)ne Frau Friderica Elenora geborene Knöbelin laut getroffenen Verglichs abgelöst 466 fl 40 xr,
daß also an dieser Obligation noch gültig bleibt: 36 fl 40 xr.
Kassenverwalter der Reichsstadt Reutlingen:
Bürgermeister Fehleisen und Pfandschultheiß Joh. Georg Raach.
Archivale
Siegel (Erhaltung): beide Siegel fehlen, sind abgeschnitten
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Insigel der Stadt Reutlingen und des Hospitals
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Insigel der Stadt Reutlingen und des Hospitals
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ