Zeppelinstadt Friedrichshafen
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/014 R030013/201
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 4/014 Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2003
Fernsehsendungen von Südwest Fernsehen aus dem Jahre 2003 >> März 2003
9. März 2003
1944 beginnt die Luftwaffe der Alliierten, Angriffe auf eine malerisch gelegene Stadt am Bodensee zu fliegen. Sie steht auf der Liste ihrer wichtigsten Ziele, dem "Bombers Baedecker", an zehnter Stelle - Friedrichshafen am Bodensee. Die Stadt ist nicht nur der idyllische Ferienort, als der er sich gerne ausgibt, sondern Standort einer der wichtigsten Rüstungsschmieden im nationalsozialistischen Deutschland. Wie wurde sie dazu?
Um 1900 ist Friedrichshafen kaum mehr als eine kleines Fischerdorf, dessen Bewohner vor allem von der Landwirtschaft und vom Tourismus leben. Das ändert sich, als Graf Zeppelin diesen Ort aussucht, um dort seine ersten Luftschiffe zu bauen - eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen für die kleine Stadt. Der Zeppelin sollte die Geschichte Friedrichshafens bestimmen - bis heute. Am 17.10.1900 steigt zum ersten Mal eine Luftschiff des Grafen in den Himmel über dem Bodensee. 4.500 Menschen betrachten das Spektakel und sind begeistert. Der Zeppelin verspricht das Transportmittel der Zukunft zu werden. Acht Jahre später wird die "Zeppelin-Stiftung" gegründet. Unter ihrem Dach sollen nach und nach alle Zulieferbetriebe, die für den Bau von Luftschiffen notwendig sind, angesiedelt werden. So entstehen in Friedrichshafen zwischen 1908 und 1914 große Fabriken, in denen Leichtmetallkonstruktionen, Motoren, Zahnräder und Getriebe gefertigt werden.
Im Ersten Weltkrieg sollen die Luftschiffe als Aufklärer und "Bomber" eingesetzt werden. Die Produktion steigt. Alle 15 Tage verlässt ein neuer Zeppelin die Hallen. 1.600 Techniker und 12.000 Arbeiter sind jetzt in der Zeppelin-Industrie beschäftigt. Die Stadt verändert ihr Gesicht. Eine eigene Siedlung für Zeppelin-Mitarbeiter wird gebaut. Friedrichshafen wird immer mehr zur Industriestadt. Der Versailler Vertrag untersagt Rüstungsproduktion in dem besiegten Deutschland. Viele Arbeiter verlieren nach dem Krieg ihre Anstellung. In den Fabriken, in denen die "Giganten der Lüfte" gebaut wurden, werden jetzt Bratpfannen, Kuchenbleche und Blumenvasen produziert. Aber nicht lange. Unter den Nationalsozialisten beginnt der Aufstieg des Zeppelinkonzerns mit seinen Zulieferbetrieben zu einer der größten Rüstungsfabriken Deutschlands. Die Luftschiffe des Grafen Zeppelin werden als Symbole deutscher Ingenieurskunst herausgestellt, spielen aber wirtschaftlich keine große Rolle mehr. Jetzt entstehen in Friedrichshafen Panzer-, Flugzeug- und Schiffmotoren für Hitlers Krieg. Es werden Arbeiter gebraucht. Wieder wächst die Stadt. Zwischen 1933 und 1943 verdoppelt sich die Einwohnerzahl. Darunter sind auch 14.000 ausländische Arbeitskräfte: Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Angeworbene - aus Holland, Frankreich, Polen, der Ukraine... Friedrichshafen wird zum Angriffsziel der Alliierten. 1944 fliegen Engländer und Amerikaner mehrere Angriffe auf die Stadt. Sie wird zu 70 Prozent zerstört.
Um 1900 ist Friedrichshafen kaum mehr als eine kleines Fischerdorf, dessen Bewohner vor allem von der Landwirtschaft und vom Tourismus leben. Das ändert sich, als Graf Zeppelin diesen Ort aussucht, um dort seine ersten Luftschiffe zu bauen - eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen für die kleine Stadt. Der Zeppelin sollte die Geschichte Friedrichshafens bestimmen - bis heute. Am 17.10.1900 steigt zum ersten Mal eine Luftschiff des Grafen in den Himmel über dem Bodensee. 4.500 Menschen betrachten das Spektakel und sind begeistert. Der Zeppelin verspricht das Transportmittel der Zukunft zu werden. Acht Jahre später wird die "Zeppelin-Stiftung" gegründet. Unter ihrem Dach sollen nach und nach alle Zulieferbetriebe, die für den Bau von Luftschiffen notwendig sind, angesiedelt werden. So entstehen in Friedrichshafen zwischen 1908 und 1914 große Fabriken, in denen Leichtmetallkonstruktionen, Motoren, Zahnräder und Getriebe gefertigt werden.
Im Ersten Weltkrieg sollen die Luftschiffe als Aufklärer und "Bomber" eingesetzt werden. Die Produktion steigt. Alle 15 Tage verlässt ein neuer Zeppelin die Hallen. 1.600 Techniker und 12.000 Arbeiter sind jetzt in der Zeppelin-Industrie beschäftigt. Die Stadt verändert ihr Gesicht. Eine eigene Siedlung für Zeppelin-Mitarbeiter wird gebaut. Friedrichshafen wird immer mehr zur Industriestadt. Der Versailler Vertrag untersagt Rüstungsproduktion in dem besiegten Deutschland. Viele Arbeiter verlieren nach dem Krieg ihre Anstellung. In den Fabriken, in denen die "Giganten der Lüfte" gebaut wurden, werden jetzt Bratpfannen, Kuchenbleche und Blumenvasen produziert. Aber nicht lange. Unter den Nationalsozialisten beginnt der Aufstieg des Zeppelinkonzerns mit seinen Zulieferbetrieben zu einer der größten Rüstungsfabriken Deutschlands. Die Luftschiffe des Grafen Zeppelin werden als Symbole deutscher Ingenieurskunst herausgestellt, spielen aber wirtschaftlich keine große Rolle mehr. Jetzt entstehen in Friedrichshafen Panzer-, Flugzeug- und Schiffmotoren für Hitlers Krieg. Es werden Arbeiter gebraucht. Wieder wächst die Stadt. Zwischen 1933 und 1943 verdoppelt sich die Einwohnerzahl. Darunter sind auch 14.000 ausländische Arbeitskräfte: Zwangsarbeiter, Kriegsgefangene, Angeworbene - aus Holland, Frankreich, Polen, der Ukraine... Friedrichshafen wird zum Angriffsziel der Alliierten. 1944 fliegen Engländer und Amerikaner mehrere Angriffe auf die Stadt. Sie wird zu 70 Prozent zerstört.
0:43:00; 0'43
Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Orte des Erinnerns
Dach, Hansjörg
Degen, Wilhelm
Hensler, Josef
Jakubowska, Irena
Kurz, Luise
Levec, Eva
Lewandowska, Sofia
Oppentocht, Piet
Reinhardt, Daniel
Friedrichshafen FN
Arbeit: Zwangsarbeit
Mythos
Nationalsozialismus
Stadt
Zeppelin (Luftschiff)
Zweiter Weltkrieg
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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- März 2003 (Classification)