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Weltliche Lagerbücher: OA Winnenden (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Selekte >> Altwürttembergische Lagerbücher >> Hauptreihen des Kammer- und Kirchenguts >> Weltliche Lagerbücher der Oberämter (gesamt)
1444-1804
1. Zur Geschichte des Amts Winnenden (vgl. auch Vorwort zu StAL, Bestand GL 75, GL 120, GL 158): Die erste urkundliche Erwähnung von Winnenden datiert von 1181 ("Wineden"). Nach dem Tode des 1181 genannten Gotefridus de Wineden, der vielleicht Erbauer der Burg war, ging die Herrschaft Winnenden über die v. Neuffen an die v. Weinsberg über. 1325 verkaufte Konrad von Weinsberg die Stadt Winnenden mit Zubehör an Württemberg, das daraus und aus anderen Erwerbungen ein einziges Amt bildete. Lt. Oberamtsbeschreibung Waiblingen von 1850, S. 84, bestand das Amt Winnenden in der württembergischen Herzogszeit aus 3 Hauptteilen: 1) Stadt Winnenden 2) Flecken Schwaikheim 3) Äußeres Amt (oder äußeres Gericht) mit dem Hauptort Leutenbach. Den Lagerbüchern aus dem 16. Jahrhundert nach bestand das Amt aus: 1) Winnenden mit den Orten Siebenhof, Ruitzenmühle, Zillhardtshof, Schwaikheim 2) Äußeres Winnender Amt mit den Orten Leutenbach, Nellmersbach, Herdtmannsweiler, Bürg, Höfen, Breuningsweiler, Birkmannsweiler, Lehnenberg, Oppelsbohm, Pfeilhof, Degenhof, Bracklensberg, Lippoldsgern, Schnarrenberg, Zwerenberg, Auelhof, Ellhartsweiler, Ober- und Unterbuchenbach, Rettersburg, Bretzenacker, Ödernhardt, Burlachweißbuch, Spechtshof, Kottweil, Kieselhof, Drechselhof, Lindental, Necklinsberg, Öschelbronn, Königsbronn, Steinach, Reichenbach, Buoch. Mit dem (Ober) Amt war, wie durchweg in den kleinen herzoglich württembergische Amtsbezirken, die Kellerei verbunden. 1808 wurde das Oberamt Winnenden aufgehoben; die Amtsorte kamen an das Königliche Oberamt Waiblingen. Die herrschaftlichen Einkünfte der Kellerei Winnenden waren indessen schon 1807 durch Tausch der Staatsfinanzverwaltung mit der Königlichen Hofdomänenkammer an deren Kameralverwaltung (das spätere Hofkameralamt) Winnenden gelangt. Diese übernahm alsbald die einschlägigen Aktenbestände. Infolgedessen ist das Schriftgut von Oberamt und Kellerei Winnenden heute teils im Eigentum des Staates, teils in dem der Hofkammer des Herzoglichen Hauses Württemberg.
2. Zur Geschichte und Ordnung des Gesamtbestands H 101 - weltliche Lagerbücher der Oberämter: Seit 1422/1423 wurden in Württemberg bei der von der Rentkammer zentral gesteuerten systematischen Aufzeichnung von Besitzungen, Rechten und Einkünften in Lagerbüchern mehrere gleichlautende Reinschriften erstellt: Ein Exemplar verblieb in der Kanzlei der Rentkammer, ein zweites wurde im Archiv hinterlegt, eine dritte Reinschrift erhielt die zuständige Kellerei, die in der Zeit des aktuellen Gebrauchs Nachträge vermerkte. Das heutige Lagerbuchselekt führt verschiedene ältere Reihen zusammen: 2.1 Die altwürttembergische Reihe "weltliche Lagerbücher" Ursprünglich umfasste diese Reihe die Archivexemplare, die häufig den Außen-vermerk "Archiv" tragen. Im Laufe der Zeit wurden diesem Bestand Konzepte, Mehrfertigungen und Lagerbücher der 1806 neu erworbenen Herrschaften hinzugefügt, so dass ein Mischbestand erwuchs, der 1938 anlässlich der Neugliederung der Bestände durch K.O. Müller die Bestandsbezeichnung H 1 erhielt. 2.2 "Dublettenreihe" Seit 1908 wurden unter der etwas irreführenden Bezeichnung "Dublettenreihe" Mehrfertigungen, aber auch Konzepte und Abschriften von Lagerbüchern geistlicher und weltlicher altwürttembergischer sowie neuwürttembergischer Herrschaften zusammengeführt. Der Bestand gelangte ins Staatsarchiv Ludwigsburg und erhielt die Signatur H 6. 2.3 Lagerbuchreihe des Finanzarchivs Im Rahmen der Neuordnung 1806 wurde der überwiegende Teil der altwürttembergischen Lagerbücher aus den Registraturen der Bezirksämter den Kameralämtern übergeben, die - ausgehend von den aktuellen Verwaltungsbedürfnissen - umfangreiche Kassationen und Umordnungen vornahmen. Allmählich gaben die Kameralämter die Lagerbücher an das 1822 eingerichtete Finanzarchiv ab. Nach erneuten Kassationen und uneinheitlicher Ordnung wurden in dieser Zeit für ungefähr die Hälfte der Überlieferung provisorische Verzeichnisse erstellt. Die dabei vergebenen rund 4200 Zahlensignaturen sind mit Blaustift auf der Vorderseite vermerkt. 1924 übernahm das Staatsarchiv Ludwigsburg die Lagerbuchbestände des aufgelösten Finanzarchivs und wies sie der Bestandsgruppe H 6-10 zu. 2.4 "Sonderreihe" des Staatsarchivs Ludwigsburg Bruchstückhaft blieb um 1930 der Versuch, aus der Überlieferung des Finanzarchivs diejenigen Erneuerungen in einer Reihe zusammenzuführen, die in den Stuttgarter Lagerbuchbeständen fehlten. 2.5 Beständebereinigung durch K.O. Müller K.O. Müller löste den von ihm gebildeten Mischbestand H 1 (s. o.) in einer zweiten Verzeichnungsphase auf, indem er die altwürttembergischen Lagerbücher im Bestand A 295 zusammenfasste und die neuwürttembergischen Lagerbücher den Reihen B 1-5 zuwies. Nach Abgabe der in Ludwigsburg befindlichen Lagerbücher an das Hauptstaatsarchiv Stuttgart im Juli 1950 wurde unter der Leitung von F. Pietsch der gesamte Überlieferungskomplex neu gegliedert. Aus pragmatischen Gründen verzichtete man dabei auf die Rekonstruktion der Registraturen der Kanzlei, des Archivs sowie der Kellereien in eigenen Reihen. Vielmehr vereint der heutige Bestand H 101, gruppiert nach Oberämtern, alle überlieferten Exemplare einer Erneuerung - also Konzepte, Reinschriften, Abschriften - in einer Reihe.
3. Zur Verzeichnung des Bestandes: Nach der Zusammenführung der Lagerbuchbestände im Hauptstaatsarchiv Stuttgart 1950 war die anschließende Neuordnung um 1960 im wesentlichen abgeschlossen. Damit konnte eine Neuverzeichnung in Angriff genommen werden. Angesichts der zu bewältigenden großen Mengen entwarfen H.-M. Maurer und H. Natale 1974 "Richtlinien zur Kurzverzeichnung von Lagerbüchern" und trieben die Erschließung der Lagerbuchselekte mit den bestehenden geringen Personalressourcen unter Einbeziehung von Auszubildenden und Aushilfskräften voran. Inzwischen liegen für den gesamten Bestand H 101 Konzeptverzeichnungen vor, die allerdings nur sehr eingeschränkt benutzt werden können. Die entsprechende Verzeichnung für das Amt (Kellerei / zuletzt altwürttembergisches Oberamt) Winnenden wurde 1955/56 von Paul Waldherr erstellt und später ergänzt. Bei der laufenden Überarbeitung dieser Konzeptverzeichnungen wird auf die in den ursprünglichen Richtlinien vorgesehene systematische Neuerfassung von Reskripten und Notizen verzichtet. Aufgenommen werden lediglich die bereits erfassten Reskripte. Diese werden im "Enthält-Vermerk" ausgewiesen und bei der Gesamtlaufzeit des Bandes berücksichtigt. Der Verzeichnung liegt folgendes Schema zugrunde: 1. Bandnummer, 2. Titel, 3. Genetische Stufe und Behördenprovenienz, 4. eventuelle Register, 5. Renovator(en), 6. Inhalte und Darstellungsweise, 7. Orte, 8. Urkunden, 9. äußere Bandbeschreibung, 10. enthaltene Beilagen oder Reskripte, 11. Vorsignaturen, 12. Umfang, 13. Jahr der Anlage. Die Angaben zum Titel orientieren sich primär an den Suchbedürfnissen der meisten Nutzer des Bestands: Ortsnamen und Laufzeit, die als wichtigstes Kriterium für die zügige Ermittlung gesuchter Einzelbände auch meist auf den Bandrücken von den Registraturen der Rentkammer, Ämter etc. deutlich vermerkt sind. Bei den Laufzeitangaben ist zu beachten, dass in einem Großteil der Bände Nachträge eingefügt worden, die bei den Laufzeitangaben berücksichtigt sind. Weiterhin erfolgte eine Neusignierung entsprechend dem gängigen Signaturschema der Lagerbuchselekte: Die bestehende Durchnummerierung wird durch Zwischennummern für die einzelnen Ämter (H 101/1 Altensteig bis H 101/64 Winnenden) mit jeweiliger Neuzählung der einzelnen Bände eines Bestandes ersetzt. Alte und neue Signaturen können der Konkordanz entnommen werden. Die Bearbeitung der vorhandenen Titelaufnahmen des Bestandes H 101/64 übernahmen in der ersten Jahreshälfte 2012 unter Anleitung des Unterzeichneten im Rahmen ihrer Ausbildung die Archivanwärterin Josephine Winkler und Archivanwärter Michael Weigert (Ausbildung zum/r Diplomarchivar/ in FH). Die Endredaktion gestaltete der Unterzeichnete. Der Bestand umfasst 26 Bände bzw. 2,5 Regalmeter. In diesen Bänden sind 112 Urkundenbschriften enthalten, deren chronologische Zusammenstellung ergab, dass es sich um 34 verschiedene Urkunden aus der Zeit zwischen 1325 und 1700 handelt. Stuttgart, im Dezember 2012 Franz Moegle-Hofacker
4. Literatur: Beschreibung des Oberamts Waiblingen. Hrsg. von dem Königl. stat.- topogr. Bureau. Mit 1 Kt. und 1 Ansicht, 4 Tab. Stuttgart & Tübingen:Cotta 1850. 219 S. Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden, hg. von der Landesarchivdirektion Baden-Württemberg, Band 3: Regierungsbezirk Stuttgart. Regionalverband Mittlerer Neckar, Stuttgart 1978. Gregor Richter, Lagerbücher- oder Urbarlehre. Hilfswissenschaftliche Grundzüge nach württembergischen Quellen (Veröffentlichungen der staatlichen Archivverwaltung Baden- Württemberg; 36), Stuttgart 1979.
Korrespondierende Bestände, auch aus dem Staatsarchiv Ludwigsburg (Beständegruppe GL, Hofkammer d: A 206 Oberrat: Ältere Ämterakten A 213 Oberrat: Jüngere Ämterakten A 248 Rentkammer: Generalakten A 249 Rentkammer: Ämterakten A 284 Kirchenrat: Ämterregistratur A 298 Weltliche Leibeigenenbücher A 302 Weltliche Ämterrechnungen A 303 Geistliche Ämterrechnungen A 304 Reskripten- und Berichtsbücher der Bezirksämter A 424 Winnenden W A 424 L Winnenden G A 425 Winnenden G A 425 L Winnenden G A 442a L Stabsamt Winnental StAL: GL 75 Winnenden, Oberamt und Kellerei StAL: GL 120 (Geistliche Ämter, dem Kirchenrat unterstellt): Winnenden, Geistl. Verwaltung StAL: GL 158 (Kammerschreibereiämter): Winnenden, Schloßhofmeisterei A 602 Württembergische Regesten H 102/85 GV Winnenden, Lagerbücher L 6 Landständisches Archiv, Materienregistratur
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.