Die Ulmer Bürgerin Anna Fingerlin, Witwe des Richters und Ratsherren Jodok ("Jos") Schorer des Älteren, übergibt den Ratsherren Johann Lieber, Hieronimus Schleicher und Ulrich Kalhart, alle drei Verwalter des neu eingerichteten Almosens oder Bettelhäusleins in Ulm, als sogenannte Schenkung unter Lebenden einen jährlichen Zins von 2 rheinischen Gulden. Die Übergabe erfolgt mit Wissen und Zustimmung der Ratsherren Sebastian Rentz und Veit Fingerlin, ihrer vom Rat bestellten Pfleger. Der Zins gefällt laut eines Zinsbriefs vom 20. September ("vff sannt Matheiss tag hailigen zwelffpotten aubent") 1497 von den drei Häusern des Matthäus Eberlin, die derzeit Martin Gaug innehat, in Ulm in der Hafengasse oben am Eck zwischen den Häusern des Michael Wunschlin und des Nadlers Urban Salzmann. Den Zinsbrief hat sie den Verwaltern übergeben.