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Geroldseck (von der Leyen) (Bestand)
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Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik) >> Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) >> Akten >> Kleinere weltliche Territorien >> Geroldseck (von der Leyen)
1265-1913
Inhalt und Bewertung
19 Urkunden, 567 Aktenfaszikel, 611 Bände, 34 Karten und Pläne
Bestandsgeschichte: Der Bestand 111 P enthält die die Herrschaft Hohengeroldseck betreffenden Archivalien aus dem Fürstlich von der Leyenschen Archiv in Waal (bei Buchloe, Lkr. Ostallgäu). Die Unterlagen sind 1995 beim Verkauf derjenigen Teile des Archivguts, die sich nicht auf den aktuellen Besitz der Familie beziehen, vom Land Baden-Württemberg erworben worden (Zugang 1995 Nr. 126). Zudem wurden zwei Skizzen eines unbekannten Klosters aus dem Fürstlich von der Leyenschen Rentamt Waal am 17. Januar 1996 an das Generallandesarchiv Karlsruhe (GLA) abgegeben (jetzt: 111 P K 33). Bei dem vorliegenden Bestand handelt es sich nur um einen Teil des Gesamtarchivs der Fürsten von der Leyen. Neben dem im GLA vorhandenen Bestand 111 Geroldseck, der Akten aus dem Bereich der Grafschaft Hohengeroldseck umfasst, befindet sich weiteres, nach regionalen Gesichtspunkten aufgeteiltes Schriftgut des Hauses von der Leyen im Landeshauptarchiv Koblenz (Bestand 48), im Staatsarchiv Augsburg (Herrschaft Waal) sowie als Depositum "von der Leyen" im saarländischen Landesarchiv Saarbrücken (vgl. Ostrowitzki 2004, S. 10-14). Das Archivgut ist im GLA nicht in den bereits bestehenden Pertinenzbestand 111 Geroldseck eingefügt oder im Rahmen einer generellen Neuverzeichnung mit diesem zusammengeführt, sondern ihm als Provenienzbestand 111 P angegliedert worden. Von Provenienz im strengen Sinne kann hier freilich auch nur mit Einschränkung gesprochen werden, da sich das Schriftgut nur zu etwa drei Viertel aus Geroldsecker Lokalprovenienzen und zu einem Viertel aus Pertinenzakten der von der Leyenschen Zentralverwaltung zusammensetzt, die bis ins 19. Jahrhundert ihren Sitz in Blieskastel hatte. Das Archivgut war in Waal unter schlechten klimatischen Bedingungen gelagert, worunter vor allem die Rechnungsserien gelitten haben. Einige durch Schimmel und Moder zerstörte Bände mussten daher kassiert werden.
Bestandsbeschreibung: Das Archiv in Waal war durch ein um 1850 verfasstes dreibändiges Repertorium und ein 1950 fertiggestelltes, ebenfalls mehrbändiges Nachtragsrepertorium erschlossen. Die Archivalien der einzelnen Herrschaftsteile der Familie sind in dem älteren Repertorium in acht Rubriken (A-H) und bis zu sieben Unterrubriken gegliedert, im Nachtragsrepertorium rein chronologisch gereiht. Im GLA wurden die Urkunden, Bände sowie die Karten und Pläne neu verzeichnet und geordnet und unter Voranstellung der Kennbuchstaben U, B und K jeweils getrennt durchnummeriert. Die Akten wurden ebenfalls neu durchnummeriert, mit dem Kennbuchstaben A versehen und, analog zu Bestand 111 Geroldseck, gemäß der Brauerschen Rubrikenordnung neu geordnet. Die Titelaufnahmen der Signaturen von 111 P A 1 - A 388 c orientieren sich an dem älteren Repertorium des Archivs in Waal. Die dabei seinerzeit verwendeten alten Signaturen, die nach dem Muster "Kiste", "Aktennummer" und "Kasten", "Fach", "Nummer" aufgebaut sind, wurden in Scope in den Feldern Vorsignatur 1 ("Kiste", "Aktennummer") und Vorsignatur 2 ("Kasten", "Fach", "Nummer") eingetragen. Somit bleiben die alten Signaturen des Archivs in Waal weiterhin leicht feststellbar. Die Titelaufnahmen der Signaturen von 111 P A 389 - P A 538 orientieren sich an dem Nachtragsrepertorium des Archivs in Waal. Auch hier wurden die alten Signaturen 911n - 1025n im Feld Vorsignatur 1 vermerkt. Einige unverzeichnet ins GLA gelangte Akten der hohengeroldseckischen Forstverwaltung und der Zentralverwaltung in Waal wurden ebenfalls erschlossen und an das Ende des Aktenbestands eingereiht (111 P A 539 bis 111 P A 561), mehrere versprengte Einzelschriftstücke aus Gründen des Umfangs und Inhalts mit Ableitungen (Bsp.: 111 P A 388 a, 111 P A 388 b, 111 P A 388 c) in den durch das ältere Repertorium erfassten Aktenbestand eingefügt. Durch eine eingehende Analyse der Akten konnten manche Fehler bei den Orts- und Personennamen sowie insbesondere bei der Laufzeit korrigiert werden. Des Weiteren wurden wenig aussagekräftige Titel umformuliert bzw. konkreter gefasst und inhaltlich ergänzt. Bei den Rechnungsbänden mussten mehrere Unstimmigkeiten bei der Signatur, die im Zuge der Erstverzeichnung im GLA entstanden waren, korrigiert werden. Zudem erhielten sämtliche Akten und Bände eine Umfangsangabe. Auch wurden Orts- und Personendeskriptoren vergeben. Inhaltliche Schwerpunkte des Bestands sind die umfangreichen Akten zum Reichshofratsprozess der Fürsten von der Leyen gegen die Markgrafschaft Baden wegen der Lehen- und Allodeigenschaften der Herrschaft Hohengeroldseck in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Dieses Schriftgut umfasst ca. 3 lfdm. und ist in einer eigenen Rubrik (Reichshofratsprozesse) gesammelt. Des Weiteren nehmen die Unterlagen zu Territorialangelegenheiten und Verhältnissen gegen Auswärtige einen größeren Umfang ein. Dieses Schriftgut ist den Rubriken Gerichtsbarkeit, Landeshoheit, Lehenherrlichkeit, Reichssachen und Kreissachen zugeordnet. Schließlich zu nennen sind die zahlreichen Bände, von denen die unterschiedlichen Rechnungen und Beilagen hervorzuheben sind. Die Urkunden 111 P U 1 - U 19, die handgezeichneten bzw. gedruckten Karten 111 P K 1 - K 14 und 111 P K 20 - K 28 sowie die Pläne 111 P K 29 - K 34 sind digitalisiert und im Internet abrufbar. Aus konservatorischen Gründen wurden aus den Akten 111 P A Nr. 216, Nr. 446 und 447 fünf Pläne (Überformate) entnommen, in Scope als HO-Datensatz (Bsp.: 111 P A 216 K 1) erfasst und digitalisiert. Der Bestand 111 P hat einen Umfang von ca. 38 lfdm. und umfasst 19 Urkunden, 567 Aktenfaszikel, 611 Bände sowie 34 Karten und Pläne. Die Laufzeit der Archivalien liegt zwischen [1265] 1387 und 1943. Karlsruhe, April 2005 / September 2023 Dr. Herwig John Dr. René Gilbert
Literatur: Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S. 219 f. Christoph Bühler, Die Herrschaft Geroldseck. Studien zu ihrer Entstehung, ihrer Zusammensetzung und zur Familiengeschichte der Geroldsecker im Mittelalter, Stuttgart 1981 Christoph Bühler, Geroldseck (mit Lahr-Mahlberg), in: Meinrad Schaab / Hansmartin Schwarzmaier (Hrsg.): Handbuch der baden-württembergischen Geschichte. Band 2: Die Territorien im alten Reich, Stuttgart 1995, S. 412-416 Friedrich Facius, Hohengeroldseck, ein Schwarzwälder Territorium in der höheren Politik 1603-1831, in: Schau-ins-Land 90 (1972), S. 61-79 Klaus Graf, Hohengeroldsecker Akten. Ein Beitrag zur badischen Archivgeschichte, in: Die Ortenau 70 (1990) S. 101-127 Oskar Kohler, Geroldseck unter den Herren von Cronberg und von der Leyen und das Ende der Herrschaft, in: Die Ortenau 43 (1963), S. 72-97 Wolfgang Krämer, Geschichte des Fürstlich v. d. Leyenschen Archivs in Waal (Schwaben), in: Archivalische Zeitschrift 46 (1950) S. 125-173 Wolfgang Laufer, Das Schicksal des von der Leyenschen Archivs in Blieskastel in französischer Zeit (1793-1815), in: Ein Eifler für Rheinland-Pfalz, Festschrift für Franz-Josef Heyen zum 75. Geburtstag am 2. Mai 2003, hg. von Johannes Mötsch, Teil 2 (Quellen und Abhandlungen zur mittelrheinischen Kirchengeschichte 105/2), Mainz 2003, S. 771-784 Anja Ostrowitzki (Bearb.), Inventar der Akten und Amtsbücher des Archivs der Fürsten von der Leyen im Landeshauptarchiv Koblenz, Koblenz 2004 Anja Ostrowitzki (Bearb.), Inventar der mittelalterlichen Urkunden des Archivs der Fürsten von der Leyen im Landeshauptarchiv Koblenz, Koblenz 2010 Archivalien, die ehemalige Grafschaft Hohengeroldseck betreffend. Mitgeteilt vom Fürstlich v. d. Leyenschen Hausarchiv in Waal, in: Zeitschrift für Geschichte des Oberrheins 61 (1907) S. 105-111
1228 Archivalien
Bestand
Rainer Brüning/Gabriele Wüst (Bearb.), Die Bestände des Generallandesarchivs Karlsruhe, Teil 6, Bestände des Alten Reiches, insbesondere Generalakten (71-228), Stuttgart 2006, S.219-220
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.