Paul Holz (Hohensalza) an Lea Kruse, August 1915-20.10.1915
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Autographen-Bildende-Kunst 273
Autographen-Bildende-Kunst Sammlung Paul Holz
Sammlung Paul Holz
August-Oktober 1915
Enthält: 9 Liebesbriefe [9.]8.1915: "[…]wenn ich nur die Gewissheit hätte, dass das Leben zwischen Euch Dreien etwas harmonischer wäre, dass Ihr Euch Mühe geben würdet, gut und ohne Bitternis miteinander fertig zu werden. Darum bin ich besorgt." 26.09.1915: "Hab meinen Süßen immer so nette Geburtstagsbriefe geschrieben. Von einem weiß ich, dass er mir sehr gut gelang. Als ich dann aus den Ferien abends zu Euch kam, kam mir die Lea mit leuchtenden Augen entgegen, dass ich fast erschrak." 28.9.1915: "Mein kleiner Bruder hat auch seit 3 Wochen kein Lebenszeichen von sich gegeben. Er steht an einer heftig umstrittenen Höhe bei Arvas und Neuville.", "Ich glaube, wenn ich meiner Regierung mitteile, dass ich nun dauernd garnisonsdienstfähig bin, reklamieren sie mich bestimmt." 4.10.1915: "Im Grunde bist du wohl eine kältere Natur als ich.", "Ohne mein Zutun - ich hatte ja auch nur entfernt daran gedacht - hat das General-Kommando sich die Namen der dauern garnisonsdienstfähigen Lehrern aus den Regierungsbezirken Stettin und Marienwerder nennen lassen, da sie zur Beseitigung des Lehrermangels ev. zur Entlassung kommen sollen.", "Ich habe mir ja damals die Verschlimmerung meines Leidens in Russland [Regiment 54 Kolberg] geholt und mein Teil getan. Ich fühle mich hingegen jetzt ja mächtig wohl und habe oft erwogen, mich freiwillig ins Feld zu melden. Aber wozu.-" 7.10.1915: "Die Sache mit meiner Entlassung zur Verfügung der Schulbehörde wird wohl was werden." 12.10.1915: "Mein kl. Bruder [Ernst] schweigt noch immer, ob für ewig? Ein guter Junge, im Gemüt der Beste von uns allen, dachte an sich immer zuletzt. Er war der Liebling unserer Mutter." 14.10.1915: "Was ist das Bildchen [Foto befindet sich in der Sammlung, siehe Sign. 285] von Euch Dreien nett geworden. Was haben wir in dem schönen Entrée für wunderbare Stunden erleben dürfen. Da sitzt mein Lee[Lea]kind und ist fleißig. Machen so kerzengerade. Der Blumenstrauß, die guten Stühle, das 'blaue' Heft. Nichts fehlt.", "Der Flur wirkt auf dem Bilde wie ein Erkerzimmer." 17.10.1915: "Wie gesagt, ich erwarte jeden Tag die Entscheidung über mein Bleiben oder meine Entlassung." 20.10.1915: "Mein Liebling, mein kleiner Bruder ist nicht mehr. [Gefallen am 6.10.1915]. Als letzter Gruß von ihm sind zu Hause der beiliegende Zettel mit den darauf genannten Gegenständen eingegangen, das letzte Eigene, das er bei sich trug, bevor man ihn ins Grab legte.", [Brief unvollständig]
9 Blatt
Archivale
Hohensalza
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Rechte beim Datengeber klären
02.12.2025, 11:02 MEZ