Der verflixte Schwiegersohn. Bitte Hermann Butendorffs an den Landrat um Vermittlung im Streit mit seinem Schwiegersohn Gerhard Boschmann zu Beek. "Scheinvertrag". (s. hierzu auch II/33 und II/36). Butendorff schreibt: "Wohlgebohrener Herr! Hochzuverehrender Herr Landrath!. Ew. Wohgebohren werden sich noch hochgefälligst zu erinnern geruhen, daß mein Schwiegersohn Gerhard Boschmann zu Beek in Dero Gegenwart vorigen Herbst 600 rt baar von mir bezahlt und daß diese Gelder zur Auslösung des bey Lehnhof zu Beek zum Versatz gestandenen Kamps angewandt worden. Zwar ist es andem, und ich kann es nicht läugnen, daß ich meinem gedachten Schwiegersohn bey seiner Verheyratung mit meiner Tochter Trintjen in den errichteten Ehepackten eine dergleichen Summe von 600 rt zur Aussteuer zu geben versprochen, indessen geschahe nach einer zwischen mich und meinem Schwiegersohn vorhergemachten Vereinbahrung sothanes Versprechen bloßerdings zum Schein und um allein in der Absicht, weil, wie Ew. Wohlgeboren bewußt ist, der an Lehnhoff versetzte Kamp mit eigenem Gelde meines Schwieger Sohnes ausgelöset, und jene angeblich zur Aussteuer versprochene 600 rt. dazu gebraucht werden sollten. Zu meinem äußersten Befremden geschiehet es aber jezo daß mein Schwiegersohn unserer vorher getroffenen Vereinbahrung zuwieder nunmehro der Sache eine solche unerwartete Wendung geben wolle, als wann ich ihm würcklich und in der That gemeldete 600 rt zur Aussteuer nicht aber nur bloß zum Schein versprochen und ich also dieserhalb vollkommen verbunden wäre. Nie in meinem Leben ist es mir inzwischen nur entfernt in den Gedanken gekommen, um meinem Schwieder Sohn besagte 600 rt zu schenken, oder würcklich und im Ernst zur Aussteuer zu versprechen, sondern wie gesagt versprache ich diese Gelder nur zum Schein und darum, damit mein Schwiegersohn den versetzten Kamp damit auslösen, und es solchergestalt das Ansehen haben mögte, als wann die Auslösung mit eigenem Gelde geschehen wäre. Von mir als einem schlichten Bauersmann und rechtschaffenen Vater ist es gewiß auch nicht zu vermuten, daß ich auf der einen Seite eine solche ansehnliche Summe von 600 rt. verschenken, und auf der andern Seite meinen übrigen Kindern selbige entziehen sollte, zumahlen ich diese Gelder selbst anderwärts negotüret, und bis hiehin noch verzinsen muß. Bey diesen für mich alten Mann äußerst verdrießlichen Umständen nehme ich also die Freyheit mich an Ew. Wohlgebohren zu melden und ganz gehorsamst zu bitten: sich meiner gütigst hierunter anzunehmen und die Sache zwischen mich und meinem Schwieger Sohn dahin hochgeneigtest zu vermittelen, damit dieselbe nicht zu unangenehmen Weiterungen gedeihen möge...". Das Schreiben ist offenbar von einem Rechtsberater aufgesetzt und das Konzept von Herman Butendorff unterzeichnet. Gemeint mit dem Landrat in II/35 war der Landrat Elsner in Dinslaken (s. II/36)

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Stadtarchiv Duisburg
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