Wilhelm Wannenmacher der Junge, zu Dettingen am Neckar wohnhaft, ist ins Gefängnis des Ritters Reinhard von Neuneck zu Glatt, Pflegers zu Lauingen seines Vogtherrn und des Junkers Hans Oswald von Neuneck, Brüder, zum zweitenmal gekommen wegen Mutwillens gegen die Junker und als Verurfehdeter. Er hat an Pfaffenfastnacht zwei Abende sich gegen Theis Wießpach, den Wirt zu Dettingen, in Zank und Unwillen begeben und ihm gedroht, zu verbrennen. Er ist in Dettingen von dem Junker Hans von Dettingen gefangen genommen und dann von dem Vogt und Anwalt des Reinhard von Neuneck zu Glatt, Konrad Angler zu Dettingen, rechtlich beklagt worden. Aber da das Dorf keine hohe Regalien hat, solche Sache peinlich zu beklagen, ist die Sache durch Urteil an das hohe und peinliche Gericht Reinhards von Neuneck zu Glatt verwiesen worden. Auf Fürbitten von Eltern, Schwager und Freunden wird er frei gelassen und schwört Urfehde. Er verspricht, keine Wehr (Büchse, Hellebarde, Spieß, Degen) mehr zu tragen, sondern nur ein Tisch- oder Brotmesser. Zechen oder Gesellschaften muß er meiden. Er soll nicht außer Land ziehen oder Leib und Gut verändern ohne Erlaubnis der Junker. Zu Bürgen setzt er den Wilhelm Wannenmacher d. Aussteller, seinen Vater, Simon Schwend zu Glatt, Hans Stahel ob dem Priorberg, Jakob Schwob zu Betra, dessen Bruder, Georg Schwob zu Dettingen, Jerg Beck zu Dießen und Klaus Mayer, den Schneider zu Dettingen. Die Bürgen bekennen, die Bürgschaft eingegangen zu sein. Sie müssen 100 Gulden guter Landeswährung binnen Monatsfrist nach Glatt zahlen, wenn sie ihn nicht ausliefern
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Wilhelm Wannenmacher der Junge, zu Dettingen am Neckar wohnhaft, ist ins Gefängnis des Ritters Reinhard von Neuneck zu Glatt, Pflegers zu Lauingen seines Vogtherrn und des Junkers Hans Oswald von Neuneck, Brüder, zum zweitenmal gekommen wegen Mutwillens gegen die Junker und als Verurfehdeter. Er hat an Pfaffenfastnacht zwei Abende sich gegen Theis Wießpach, den Wirt zu Dettingen, in Zank und Unwillen begeben und ihm gedroht, zu verbrennen. Er ist in Dettingen von dem Junker Hans von Dettingen gefangen genommen und dann von dem Vogt und Anwalt des Reinhard von Neuneck zu Glatt, Konrad Angler zu Dettingen, rechtlich beklagt worden. Aber da das Dorf keine hohe Regalien hat, solche Sache peinlich zu beklagen, ist die Sache durch Urteil an das hohe und peinliche Gericht Reinhards von Neuneck zu Glatt verwiesen worden. Auf Fürbitten von Eltern, Schwager und Freunden wird er frei gelassen und schwört Urfehde. Er verspricht, keine Wehr (Büchse, Hellebarde, Spieß, Degen) mehr zu tragen, sondern nur ein Tisch- oder Brotmesser. Zechen oder Gesellschaften muß er meiden. Er soll nicht außer Land ziehen oder Leib und Gut verändern ohne Erlaubnis der Junker. Zu Bürgen setzt er den Wilhelm Wannenmacher d. Aussteller, seinen Vater, Simon Schwend zu Glatt, Hans Stahel ob dem Priorberg, Jakob Schwob zu Betra, dessen Bruder, Georg Schwob zu Dettingen, Jerg Beck zu Dießen und Klaus Mayer, den Schneider zu Dettingen. Die Bürgen bekennen, die Bürgschaft eingegangen zu sein. Sie müssen 100 Gulden guter Landeswährung binnen Monatsfrist nach Glatt zahlen, wenn sie ihn nicht ausliefern
Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 163 T 1 Nr. 82
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, Ho 163 T 1 Murische Herrschaft Glatt: Urkunden
Murische Herrschaft Glatt: Urkunden >> 1. Urkunden
1537 März 12 (1537 März 12 (Montag nach Letare))
Urkunden
Siegler: 1) Junker Hans von Dettingen; 2) Junker Ulrich von Lichtenstein, Vogt zu Horb
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: von Siegel 1) nur Pressel erhalten, Siegel 2)
Vermerke: Dorsualvermerk: Num. 296, Scrinium N, Faszikel B 3
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: von Siegel 1) nur Pressel erhalten, Siegel 2)
Vermerke: Dorsualvermerk: Num. 296, Scrinium N, Faszikel B 3
Angler, Konrad; Vogt
Beck, Jerg; Schultheiß
Dettingen, Hans von; Junker
Keller, Jakob
Lichtenstein, Ulrich von; Junker
Marx, Hans
Mayer, Klaus; Schneider
Neuneck, Hans Oswald von
Neuneck, Renhard von; Junker
Schwend, Simon
Schwob, Georg
Schwob, Jakob
Stahel, Hans
Wannenmacher, Wilhelm d. J.
Wannenmacher, Wilhelm der Ältere
Wießpach, Theis
Betra, Horb am Neckar FDS
Dettingen, Horb am Neckar FDS
Dießen, Horb am Neckar FDS
Glatt, Sulz am Neckar RW
Horb am Neckar FDS
Lauingen DLG
Neckarhausen: Betra, Horb am Neckar FDS
Neuneck, Glatten FDS
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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- Murische Herrschaft Glatt (Archival tectonics)
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