Bürgermeister, Rat und Bürgerschaft der Stadt Ulm haben mit den Sattlern in Ulm, nämlich Johann Kaufmann, Johann von Ehingen [Alb-Donau-Kreis], Konrad von Urach ("Vrach") [heute Bad Urach/Lkr. Reutlingen], Peter Menlin, Peter Selach, Johann der Jude, Johann der Schneider, Johann von Steinheim ("Stainhain") [Stadt Neu-Ulm], Konrad der Techer, Heinrich Handschuh, Peter Schrappe und Konrad Öheim, eine Übereinkunft geschlossen. Sie sollen künftig ihr Handwerk beieinander betreiben und ihre Sättel und sonstigen Erzeugnisse gemeinsam in dem Kaufhaus in Ulm am Markt [das heutige Rathaus, Marktplatz 1] verkaufen. In diesem wurden für sie 13 Läden eingerichtet. Von jedem Laden sollen sie der Stadt jährlich 4 Pfund Heller bezahlen, die Hälfte am 24. Juni ("ze sant Johans tag ze su/o/nwenden") und die andere Hälfte an Weihnachten. Gibt es in Ulm nicht genug Sattlermeister für diese Läden, dann kann der Rat sie anderweitig verpachten. Sind aber mehr Sattlermeister vorhanden, so dass mehr Läden benötigt werden, dann soll das Sattlerhandwerk den überzähligen Meistern geeignete Verkaufslokale zuweisen. Nur wenn es deswegen innerhalb des Handwerks zu Streitigkeiten kommt, kann der Rat oder seine Mehrheit den Sattlermeistern, die im Kaufhaus keine Läden erhalten haben, solche an anderen dafür geeigneten Orten zuweisen. Dabei ist von ihnen derselbe Zins zu entrichten, wie für die Läden im Kaufhaus. Die oben genannten Meister des Sattlerhandwerks in Ulm haben Einhaltung dieser Übereinkunft gelobt und sich verpflichtet, dass auch jeder neue Meister, der in Ulm das Sattlerhandwerk betreiben möchte, sich daran halten muss.

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Haus der Stadtgeschichte - Stadtarchiv Ulm
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