Stadtbibliothek Nürnberg (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
C 122
Stadtarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Stadtarchiv Nürnberg >> Bestandsgruppe C: Amtliche Provenienzen der bayerischen Zeit >> C 122 - Stadtbibliothek
Seit 1370 ist für die Ratsbibliothek Nürnbergs Leihverkehr belegt. Als Ratsbibliothek aufgebaut und insbesondere durch Schenkungen und Stiftungen, sowie durch starken Zuwachs aus den Bibliotheken der im 16. Jahrhundert aufgelösten Klöster bildet StB schon seit Jahrhunderten eine zentrale städtische Institution. Sie war zunächst im Rathaus, seit ca. 1540 im Dominikanerkloster untergebracht, wobei ein kleiner Teil der Bücher als Handbibliothek im Rathaus verblieb und nach 1806 in Staatsbesitz gelangte. In der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts gelangten bedeutende Privatbibliotheken als Sammlungen in den Bestand der Stadtbibliothek, v.a. die Norica-Sammlung des Altdorfer Professors Georg Andreas Will und die Sammlung des Kaufmanns Georg Paul Amberger, die ihr 1844 vermacht wurde.Ende des 19. Jahrhunderts bis 1920 waren die Leitung der Stadtbibliothek und des Stadtarchivs in einer Person vereinigt, zuerst unter Ernst Mummenhoff, im Anschluss unter Emil Reicke. 1921 übernahm Friedrich Bock die Leitung der Stadtbibliothek, der Bibliothek angeschlossen wurden in der Folge die Volksbücherei (hervorgegangen u.a. aus der Bücherei des 1873 gegründeten Volksbildungsvereins), die Verwaltungsbibliothek (ehemalige Magistratsbibliothek), die Musikbibliothek und die Blindenbücherei. Durch Auslagerung in den Jahren 1939 bis 1942 konnte der Altbestand vollständig erhalten werden. Im Zuge der Bombardierungen wurden am 2. Januar 1945 neben den Gebäuden Dominikanerkloster und Luitpoldhaus jedoch auch der Handapparat, der Zettelkatalog, ca. 21.000 Bände moderner Literatur auch die Akten der Stadtbibliothek und der Volksbücherei vollständig zerstört.Nach dem Krieg trennten sich die Volksbücherei (ab 1967 "Stadtbücherei") und die Stadtbibliothek erneut organisatorisch. Ab 1957 war die Stadtbibliothek im neu errichteten Pellerhaus untergebracht, es folgte die Eingliederung der Pädagogischen Bibliothek (1957), der Sonderabteilung Sportärztliche Bibliothek (1959) und der sogenannten "Britischen Abteilung".1973 wurde eine organisatorische Vereinigung aller städtischen Bibliotheken vorgenommen. Der Ausbau der Angebote für Ausbildung, Beruf, Information und Freizeit stand und steht im Vordergrund. 1984 wurde eine Zentralbibliothek im Luitpoldhaus resp. Katharinenkloster eröffnet. Die Stadtbibliothek umfasst neben der Zentralbibliothek zahlreiche Teilbibliotheken (Musikbibliothek, Stadtteilbibliotheken, Schul- und Fahrbibliotheken) mit insgesamt ca. 1 Mio. Medieneinheiten und breitem Online-Angebot. Seit 2012 ist die Stadtbibliothek in einem neuen Gebäude an der Stelle des ehemaligen Luitpoldhauses untergebracht. Seit 2011 sind das Bildungszentrum Nürnberg und die Stadtbibliothek Nürnberg unter der Organisationseinheit Bildungscampus organisatorisch zusammengelegt. Zur BestandsbildungDer Bestand C 122 wurde im Jahr 2000 anlässlich der Auffindung von zwei Akten mit der Provenienz Stadtbibliothek zu Nürnberger Förderpreisträgern der Jahre 1956-1964 gebildet. Weitere Überlieferung zur Vergabe, Verwaltung etc. der Förderungspreise (auch der späteren Zeit) enthält v.a. der Bestand C 73 (Referat IV).2010 wurde eine Reihe von Unterlagen der Verwaltungsbibliothek übernommen, die aus der Zeit der Zugehörigkeit der Verwaltungsbibliothek zur Stadtbibliothek stammen. Die Aussonderung für die Altablage der Stadtbibliothek seit etwa 1945 wurde 2016 vorgenommen (Abgabe 2017). Einschlägige Überlieferung zur Zeit vor 1945 ist u.a. in den Beständen C 6 (Ältere Magistratsregistratur) und C 7/I (Generalregistratur) zu finden, für die Zeit vor 1806 im Bestand B 5/II, Kirchen- und Vormundamt Akten..
Einheiten: 307
Bestand
Deutsch
Förderpreisträger; Stadtbibliothek (Bestand); Stadtbücherei; Verwaltungsbibliothek; Volksbücherei
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.06.2025, 11:18 MESZ