An Vogt, Bürgermeister und Gericht zu Pfullingen
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A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 3883
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 10 Zünfte Schuhmacher
1727 März 26
Regest: Es wird verbindlichster Dank erstattet dafür, dass Reutlinger Bürger nach dem grundverderblichen Brand in die Stadt Pfullingen aufgenommen wurden und ihre Handwerke weitertreiben durften. Im besonderen sind die Schuhmacher ihren Handwerksgenossen dafür dankbar. Die dortige Meisterschaft der Schuhmacher hat eingewilligt, dass die Reutlinger in der Annahme der Gesellen und Jungen nicht gehindert werden und mit der dortigen Handwerkslade und Meisterschaft keine weitere Gemeinschaft bekommen, sondern als erbarmungswürdigste verbrannte Flüchtlinge ad tempus (= auf Zeit) ihren blossen Aufenthalt daselbst haben, jedoch ihre vormalige Handwerksordnung beibehalten, mithin ungebundene Hände haben, Lehrjungen anzunehmen und solche in Reutlingen einzuschreiben, wie dies mit den Söhnen des Daniel Vohrer von Pfullingen und des David Mutschler von Unterhausen am 3. Dezember 1726 und 24. Februar 1727 ordnungsmässig geschehen ist (vgl. die Extracte des Handwerksbuchs). Nichts desto weniger ist von den beiden jungen Meistern Johann Bertsch und Eustachius Kurtz dem Rat gemeldet worden, dass sie wegen der Annahme dieser Jungen von der Meisterschaft zu Pfullingen als strafbar angesehen und dahin angehalten werden, dass sie und die Lehrjungen, was aus besonderer mitleidiger Einsicht in Reutlingen remittiert (= nachgelaßen) worden ist, in die dortige Lade eingelegt +) (d. h. das Einleggeld bezahlen), sie also gegen allen bisherigen Handwerksgebrauch bei 2 Handwerksladen beschwert werden sollen, da doch keine mit der andern jemals eine Gemeinschaft gehabt hat noch haben wird. Auch von Obrigkei[t]s wegen kann der Rat eine solche Gemeinschaft nicht aufkommen lassen. Es wird daher gebeten, die Pfullinger Meisterschaft anzuweisen, dass sie von ihrem handwerkswidrigen Ansinnen abstehen möge.
B(ürgermeister) und R(at) d(er) St(adt) R(eutlingen).
B(ürgermeister) und R(at) d(er) St(adt) R(eutlingen).
4 S. Text
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: +) Nach Kanzlei-Vermerk beträgt die Einlage 1 fl.
in der Handschrift des Joh. Georg Beger
Genetisches Stadium: Konz.
in der Handschrift des Joh. Georg Beger
Genetisches Stadium: Konz.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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