Korrespondenz von Adele Gerhard an Carl Enders
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TNL Enders, HHI.2010.1000.114
HHI.TNLENDERS Teilnachlass Carl Enders
Teilnachlass Carl Enders >> Archivalie – Korrespondenz
1920-1950
Berlin, den 26.4.1920: G. kommt der "Aufforderung zur Subskription der Festschrift" nach. Außerdem freut sie sich, "einmal nähere Nachricht über die literarhistorische Gesellschaft in Bonn zu erhalten. (...) Als Rheinländerin und mit meinem Schaffen ja stark in der rheinischen Landschaft verwurzelt, habe ich gerade an dieser Gesellschaft besonderes Interesse. Ich würde es aus diesem Grunde begrüßen, in nähere Beziehung zu ihr zu treten."
Berlin, den 15.5.1920: G. möchte als außerordentliches Mitglied der "Literarhistorischen Gesellschaft Bonn" beitreten. "In den jetzigen Zeiten erscheint mir alles, was den Zusammenhang mit dem deutschen Geistesleben betont und die Kultur am Rhein fördern hilft (wozu gerade diese Ihre Gesellschaft so sehr beiträgt) von solch eminenter Bedeutung, dass ich wenigstens außerordentliches Mitglied sein möchte." G. hat Enders um eine Stellungnahme zu ihren Werken gebeten, "mein Schaffen geht wohl zu unbewusst vor sich, als dass ich selbst den Gang der inneren künstlerischen Entwicklung klar hinstellen könnte." G. interessiert sich sehr für Enders Mitteilung, dass im Auftrag des Ministeriums eine "Vorlesung über rheinische Literatur u. Literaturgeschichte" abgehalten werden solle. Außerdem glaubt sie, dass die von Enders geplante Literaturgeschichte "fraglos eine Lücke ausfüllen wird". Sie übersendet ihm ein Exemplar ihres Romans "Am alten Graben". Sie bittet um Rückgabe des Vortragsabdruckes von Hart und des Artikels von Witkowski.
Berlin, den 14.6.1920: G. ist erfreut, dass sich Enders von Ihren Artikeln angesprochen fühlt. Sie würde sich über einen Besuch von Enders in Berlin außerordentlich freuen. Enders habe G. mitgeteilt, dass er eine Übung "über die rheinische Literatur der letzten Vergangenheit und Gegenwart" abhalten werde, in der er auch G. behandeln wolle. Sie sei bereit, Enders hierfür die Korrekturen ihres neusten Werkes "Lorelyn" zur Verfügung zu stellen. G. berichtet, dass ihre Tochter, die Literarhistorikerin ist und über "Schiller und die griechische Tragödie" promoviert hat, ihr "Schaffen eben infolge einer starken Wandlungen und Entwicklungen für eine Seminarbehandlung" für sehr ergiebig halte; " (...) es haben im ganzen übrigens, männliche Germanisten ebenso sehr oder vielleicht mehr als weibliche ein Verhältnis zu meinen Arbeiten gewonnen."
Berlin, den 23.5.1921. G. bedauert, seit März nichts von Enders gehört zu haben. Sie erkundigt sich nach dem Stand der Keller-Biographie. "(...) ich hoffe, dass Sie nach der Vollendung wieder etwas freier atmen." Sie wünscht sich, Enders bald wieder als Gast begrüßen zu können und teilt ihm bei der Gelegenheit mit, dass sie kürzlich Witkowski bei sich empfangen habe, der beabsichtigt, über ihr "Schaffen" zu schreiben. "Es würde mich auch interessieren zu hören, wie es sich mit der Folge der Arbeiten zur rheinischen Literatur verhält." Außerdem erkundigte sich G., ob Enders "inzwischen einen geeigneten Bearbeiter für eine Darstellung" ihres "Schaffens gefunden" habe. Andernfalls könnte sie "für den Notfall zwei Literarhistorikerinnen vorschlagen. (...) Natürlich wäre es weitaus schöner, wenn Sie jemand wüssten oder schon gefunden hätten. Nur möchte ich doch so gerne, dass gleich in der ersten Serie bei diesen Arbeiten zur rheinischen Literatur auch eine Arbeit über mich erscheint! Denn Sie wissen ja, wie hoch ich Ihr Verständnis meiner Arbeiten schätze".
Berlin, den 15.9.1925: G. sendet Enders das Manuskript des "Pflüger" und bittet ihn um eine Besprechung in der "Kölnischen Zeitung". "Denn es ist doch für mich sehr wichtig, dass gerade dieses Werk, das sicherlich für weite Kreise der Vermittlung und Deutung bedarf, doch von Ihnen mit Ihrem tiefen Verständnis für den Puls meines Schaffens eingeführt wird."
aus: Horstmann, Christina: Die Literarhistorische Gesellschaft Bonn im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dargestellt am Briefnachlaß von Carl Enders, Bonn, Bouvier, 1987
Berlin, den 15.5.1920: G. möchte als außerordentliches Mitglied der "Literarhistorischen Gesellschaft Bonn" beitreten. "In den jetzigen Zeiten erscheint mir alles, was den Zusammenhang mit dem deutschen Geistesleben betont und die Kultur am Rhein fördern hilft (wozu gerade diese Ihre Gesellschaft so sehr beiträgt) von solch eminenter Bedeutung, dass ich wenigstens außerordentliches Mitglied sein möchte." G. hat Enders um eine Stellungnahme zu ihren Werken gebeten, "mein Schaffen geht wohl zu unbewusst vor sich, als dass ich selbst den Gang der inneren künstlerischen Entwicklung klar hinstellen könnte." G. interessiert sich sehr für Enders Mitteilung, dass im Auftrag des Ministeriums eine "Vorlesung über rheinische Literatur u. Literaturgeschichte" abgehalten werden solle. Außerdem glaubt sie, dass die von Enders geplante Literaturgeschichte "fraglos eine Lücke ausfüllen wird". Sie übersendet ihm ein Exemplar ihres Romans "Am alten Graben". Sie bittet um Rückgabe des Vortragsabdruckes von Hart und des Artikels von Witkowski.
Berlin, den 14.6.1920: G. ist erfreut, dass sich Enders von Ihren Artikeln angesprochen fühlt. Sie würde sich über einen Besuch von Enders in Berlin außerordentlich freuen. Enders habe G. mitgeteilt, dass er eine Übung "über die rheinische Literatur der letzten Vergangenheit und Gegenwart" abhalten werde, in der er auch G. behandeln wolle. Sie sei bereit, Enders hierfür die Korrekturen ihres neusten Werkes "Lorelyn" zur Verfügung zu stellen. G. berichtet, dass ihre Tochter, die Literarhistorikerin ist und über "Schiller und die griechische Tragödie" promoviert hat, ihr "Schaffen eben infolge einer starken Wandlungen und Entwicklungen für eine Seminarbehandlung" für sehr ergiebig halte; " (...) es haben im ganzen übrigens, männliche Germanisten ebenso sehr oder vielleicht mehr als weibliche ein Verhältnis zu meinen Arbeiten gewonnen."
Berlin, den 23.5.1921. G. bedauert, seit März nichts von Enders gehört zu haben. Sie erkundigt sich nach dem Stand der Keller-Biographie. "(...) ich hoffe, dass Sie nach der Vollendung wieder etwas freier atmen." Sie wünscht sich, Enders bald wieder als Gast begrüßen zu können und teilt ihm bei der Gelegenheit mit, dass sie kürzlich Witkowski bei sich empfangen habe, der beabsichtigt, über ihr "Schaffen" zu schreiben. "Es würde mich auch interessieren zu hören, wie es sich mit der Folge der Arbeiten zur rheinischen Literatur verhält." Außerdem erkundigte sich G., ob Enders "inzwischen einen geeigneten Bearbeiter für eine Darstellung" ihres "Schaffens gefunden" habe. Andernfalls könnte sie "für den Notfall zwei Literarhistorikerinnen vorschlagen. (...) Natürlich wäre es weitaus schöner, wenn Sie jemand wüssten oder schon gefunden hätten. Nur möchte ich doch so gerne, dass gleich in der ersten Serie bei diesen Arbeiten zur rheinischen Literatur auch eine Arbeit über mich erscheint! Denn Sie wissen ja, wie hoch ich Ihr Verständnis meiner Arbeiten schätze".
Berlin, den 15.9.1925: G. sendet Enders das Manuskript des "Pflüger" und bittet ihn um eine Besprechung in der "Kölnischen Zeitung". "Denn es ist doch für mich sehr wichtig, dass gerade dieses Werk, das sicherlich für weite Kreise der Vermittlung und Deutung bedarf, doch von Ihnen mit Ihrem tiefen Verständnis für den Puls meines Schaffens eingeführt wird."
aus: Horstmann, Christina: Die Literarhistorische Gesellschaft Bonn im ersten Drittel des 20. Jahrhunderts. Dargestellt am Briefnachlaß von Carl Enders, Bonn, Bouvier, 1987
9 eigenhändige Briefe mit Unterschrift ; 2 eigenhändige Postkarten mit Unterschrift ; 2 maschinenschriftliche Briefe mit eigenhändiger Unterschrift
Archivalie – Korrespondenz
Deutsch
Berlin - Absendeort
Springfield - Absendeort
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.11.2025, 11:58 MEZ