Msc. VI ("Neue archivalische Sammlung") (Bestand)
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W 004
Landesarchiv NRW Abteilung Westfalen (Archivtektonik) >> 4. Nichtstaatliches Schriftgut / Archivische Sammlungen >> 4.5. Archivische Sammlungen (W) >> 4.5.1. Manuskripte
8.Jh.-20.Jh.
Quellen und Ausarbeitungen zur Geschichte des Fürstbistums Münster (90), der Fürstabtei Corvey (10), des Herzogtums Westfalen (20) und sonstiger westfälischer und benachbarter Territorien wie Paderborn, Minden, Mark, Nassau, Tecklenburg, Ravensberg und Kleve sowie diverser Klöster (47); Untersuchungen wegen Zauberei und Hexenprozesse (38); Sammlung zu westfälischen Provinzialrechten (63); Sammlung des Geheimen Justizrats Friedrich von Viebahn (4); Sammlung des Archivsekretärs Peter von Hatzfeld und des Benediktiners Tyrell zu westfälische Familien (58); Sammlung Leopold von Ledebur zur Geschichte diverser Klöster und Territorien (14).
Form und Inhalt: Die Bildung der Handschriftensammlung Msc. VI ist nur teilweise geklärt. Wahrscheinlich wurde sie um die Mitte des 19. Jhs. durch Entnahme verschiedener Handschriften aus den Beständen des Provinzialarchivs bzw. des Staatsarchivs Münster gebildet.
Es handelt sich überwiegend um Quellen und Ausarbeitungen zu den früheren westfälischen Territorien. Schwerpunkte sind das Fürstbistum Münster (insbesondere das Domkapitel), das Herzogtum Westfalen sowie die Fürstabtei Corvey. Einige Akten zu Zaubereiprozessen (Nr. 266, 1-23) wurden 1921 vom Geheimen Staatsarchiv Berlin übernommen.
Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. Sammlungen verschiedener Personen, die wohl nach deren Tod dem Staatsarchiv übergeben worden waren:
Die ”Sammlung des Kreisgerichtsrates von Vincke“ enthält dabei ganz überwiegend Abschriften von Urteilen verschiedener Gerichte. Wer sich hinter besagtem Kreisgerichtsrat verbirgt, ließ sich weder durch Rückgriff auf die Altregistratur des Staatsarchivs Münster, noch durch Einsichtnahme in die Konduitenlisten des OLG Hamm (1846/7) ermitteln. Die Angaben in dieser Einleitung sind insoweit als vorläufig zu betrachten. Die Signaturen Nr. 210-215 wurden erst 1884 durch das OLG Hamm abgegeben (vgl. Zugangsbuch).
Die ”Sammlung des Geh. Justizrates Friedrich von Viebahn“, bestehend aus vier Stücken, wurde durch Friedrich Wilhelm Ludwig von Viebahn (31.5.1789-1865) am 27.5.1858 dem Staatsarchiv als Geschenk übergeben (vgl. Dienstregistratur, Nr. 423, fol. 28).
Die ”Sammlung des Archivsekretärs Peter von Hatzfeld und des Benediktiners Tyrell“ geht auf Peter von Hatzfeld und Ferdinand Tyrell zurück:
Ferdinand Franz Anton Tyrell wurde am 5.12.1760 in Werl als Sohn des kurkölnischen Hofrates und Doktors beider Rechte Caspar Johann Anton Tyrell und dessen 2. Ehefrau Johanna Maria Mimberg als 10. Kind geboren. Sein Vater war Procurator am Offizialatsgericht und Bürgermeister von Werl.
Seit seinem 12. Lebensjahr besuchte er das Paulinum in Münster. 1779 trat er in das Kloster Liesborn ein. 1789 übernahm er dort das Amt des Bibliothekars, 1797 wurde er Beichtvater des Frauenklosters S. Aegidii in Münster. 1803 wurde das Kloster Liesborn aufgelöst, 1811 auch S. Aegidii. Tyrell erhielt eine Pension. 1827 wurde er Mitglied des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Zum Lebenswerk Tyrells wurde das ungedruckte ”Chronicon Liesbornense“ in 37 Bänden. Er starb am 14.8.1830.
Peter Franz Ignaz von Hatzfeld wurde am 17.10.1804 in Münster geboren. Nach dem Besuch des Paulinums und einjährigem Militärdienst studierte er von 1825 bis 1827 Rechtswissenschaften in Göttingen und von 1827 bis 1828 in Berlin. Anschließend wurde von Hatzfeld Referendar beim Oberlandes- und Stadtgericht Münster. Nebenbei ging er Tyrell zur Hand, der ihm seine Sammlung hinterließ. 1839 wurde er vom Justizdienst beurlaubt, aus dem er 1845 austrat, und leitete 1851 bis 1854 das Provinzialarchiv in Münster. Er starb 1864. Die Sammlung von Hatzfeld/Tyrell wurde 1869 durch das Staatsarchiv erworben.
Die ”Sammlung Leopold von Ledebur“ geht auf Leopold Karl Wilhelm August von Ledebur zurück. Dieser wurde am 2.7.1799 in Berlin geboren. 1816 trat er in die preußische Armee ein, die er jedoch 1828 wegen Kurzsichtigkeit als Hauptmann verlassen musste. Ab 1829 war er bei der Verwaltung der Königlichen Museen in Berlin beschäftigt. 1832 wurde er Direktor der Königlichen Kunstkammer. 1875 trat er in den Ruhestand. Er starb am 17.11.1877.
Zu seinen Werken zählen ”Das Land und Volk der Bructerer als Versuch einer vergleichenden Geographie der ältern und mittlern Zeit“(1827) und ”Die fünf Münsterschen Gaue und die sieben Seelande Frieslands“(1836). 1830 gründete er das ”Allgemeine Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates“. Als Mitglied des preußischen Heroldsamtes (seit 1855) verfasste er daneben heraldische Studien.
Die Sammlung Msc. VI bestand offensichtlich zunächst aus den Signaturen Nr. 1-153. Dieser Teil wurde um 1865 verzeichnet. Erst etwas später wurde die Verzeichnung des weiteren Bestandes dem Findbuch hinzugefügt. Dieses handschriftliche Findbuch blieb dann bis etwa 1970 in Gebrauch.
Die Sammlung wurde in den folgenden Jahrzehnten durch einzelne Abgaben im Zuge von Beständebereinigungen an nach der Provenienz zuständige Archive vermindert. Abgaben erfolgen u.a. in den Jahren 1873, 1877-1885, 1902, 1924 und 1967 an das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, die Staatsarchive Aurich, Hannover und Wiesbaden.
Ab ca. 1980 wurden diverse Handschriften zu ihren ursprünglichen Provenienzen im Staatsarchiv Münster zurückgelegt, besonders in die Bestände Fürstbistum Münster Landesarchiv, Domkapitel Münster Akten und Fürstabtei Corvey Akten.
Das durch den langen Gebrauch bereits stark beschädigte Repertorium wurde um 1970 durch eine Schreibkraft in Vorbereitung auf eine geplante Neuverzeichnung mit der Schreibmaschine abgeschrieben.
Die notwendige Neuverzeichnung erfolgte als Schnellverzeichnung unter Benutzung, Korrektur und Ergänzung des handschriftlichen Findbuches des 19. Jhs. Die maschinenschriftliche Abschrift wurde ebenfalls herangezogen. Die Titelaufnahmen und Laufzeiten wurden korrigiert, Enthält-Vermerke wenn nötig ergänzt und festgestellte Schäden zur Vorbereitung notwendiger Restaurierungsmaßnahmen vermerkt. Zusätzlich wurde ein Index angefertigt.
Der Verbleib aller im Laufe der Jahrzehnte aus dem Bestand entnommenen Handschriften wurde nach Möglichkeit ermittelt. Bei den in die ursprünglichen Bestände des Staatsarchivs Münster zurückgelegten Stücken wurde die neue Signatur vermerkt und alle Angaben aus den entsprechenden Findbüchern zumeist jüngeren Datums übernommen. Eine Kontrolle am Original wurde in diesen Fällen nicht durchgeführt. Bei nicht mehr im Staatsarchiv Münster vorhandenen Manuskripten (Abgabe, gelegentlich Verlust) wurden die Angaben des Altfindbuches beibehalten.
Eine beschränkte Revision der Klassifikation erwies sich als sinnvoll. Die Signaturen wurden wegen der häufigen Zitation in der Literatur jedoch beibehalten. Die Verzeichnung umfasst 342 Nummern. Die Signaturen 216-219 sind nicht vergeben.
Ergänzungsüberlieferung:
1. Im Staatsarchiv Münster:
-Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.) Nachlass Ferdinand F.A. Tyrell
-Personalakten I, 210 (Personalakte v. Hatzfeld)
2. In anderen Archiven:
-Nachlass Tyrell im Stadtarchiv Münster
Literatur:
Friedländer, Ernst, Leopold Karl Wilhelm August Freiherr von Ledebur, in: ADB 18, Leipzig 1883, 113-114
Schründer-Povel, Marianne, Der Liesborner Benediktinerpater Ferdinand Tyrell und sein ”Chronicon Familiae Tyrell“, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung 27-29 (1969-1971), 7-51
Münster, Dezember 2006
Dr. Kreucher
Form und Inhalt: Die Bildung der Handschriftensammlung Msc. VI ist nur teilweise geklärt. Wahrscheinlich wurde sie um die Mitte des 19. Jhs. durch Entnahme verschiedener Handschriften aus den Beständen des Provinzialarchivs bzw. des Staatsarchivs Münster gebildet.
Es handelt sich überwiegend um Quellen und Ausarbeitungen zu den früheren westfälischen Territorien. Schwerpunkte sind das Fürstbistum Münster (insbesondere das Domkapitel), das Herzogtum Westfalen sowie die Fürstabtei Corvey. Einige Akten zu Zaubereiprozessen (Nr. 266, 1-23) wurden 1921 vom Geheimen Staatsarchiv Berlin übernommen.
Hinzu kamen in der zweiten Hälfte des 19. Jhs. Sammlungen verschiedener Personen, die wohl nach deren Tod dem Staatsarchiv übergeben worden waren:
Die ”Sammlung des Kreisgerichtsrates von Vincke“ enthält dabei ganz überwiegend Abschriften von Urteilen verschiedener Gerichte. Wer sich hinter besagtem Kreisgerichtsrat verbirgt, ließ sich weder durch Rückgriff auf die Altregistratur des Staatsarchivs Münster, noch durch Einsichtnahme in die Konduitenlisten des OLG Hamm (1846/7) ermitteln. Die Angaben in dieser Einleitung sind insoweit als vorläufig zu betrachten. Die Signaturen Nr. 210-215 wurden erst 1884 durch das OLG Hamm abgegeben (vgl. Zugangsbuch).
Die ”Sammlung des Geh. Justizrates Friedrich von Viebahn“, bestehend aus vier Stücken, wurde durch Friedrich Wilhelm Ludwig von Viebahn (31.5.1789-1865) am 27.5.1858 dem Staatsarchiv als Geschenk übergeben (vgl. Dienstregistratur, Nr. 423, fol. 28).
Die ”Sammlung des Archivsekretärs Peter von Hatzfeld und des Benediktiners Tyrell“ geht auf Peter von Hatzfeld und Ferdinand Tyrell zurück:
Ferdinand Franz Anton Tyrell wurde am 5.12.1760 in Werl als Sohn des kurkölnischen Hofrates und Doktors beider Rechte Caspar Johann Anton Tyrell und dessen 2. Ehefrau Johanna Maria Mimberg als 10. Kind geboren. Sein Vater war Procurator am Offizialatsgericht und Bürgermeister von Werl.
Seit seinem 12. Lebensjahr besuchte er das Paulinum in Münster. 1779 trat er in das Kloster Liesborn ein. 1789 übernahm er dort das Amt des Bibliothekars, 1797 wurde er Beichtvater des Frauenklosters S. Aegidii in Münster. 1803 wurde das Kloster Liesborn aufgelöst, 1811 auch S. Aegidii. Tyrell erhielt eine Pension. 1827 wurde er Mitglied des Vereins für Geschichte und Altertumskunde Westfalens. Zum Lebenswerk Tyrells wurde das ungedruckte ”Chronicon Liesbornense“ in 37 Bänden. Er starb am 14.8.1830.
Peter Franz Ignaz von Hatzfeld wurde am 17.10.1804 in Münster geboren. Nach dem Besuch des Paulinums und einjährigem Militärdienst studierte er von 1825 bis 1827 Rechtswissenschaften in Göttingen und von 1827 bis 1828 in Berlin. Anschließend wurde von Hatzfeld Referendar beim Oberlandes- und Stadtgericht Münster. Nebenbei ging er Tyrell zur Hand, der ihm seine Sammlung hinterließ. 1839 wurde er vom Justizdienst beurlaubt, aus dem er 1845 austrat, und leitete 1851 bis 1854 das Provinzialarchiv in Münster. Er starb 1864. Die Sammlung von Hatzfeld/Tyrell wurde 1869 durch das Staatsarchiv erworben.
Die ”Sammlung Leopold von Ledebur“ geht auf Leopold Karl Wilhelm August von Ledebur zurück. Dieser wurde am 2.7.1799 in Berlin geboren. 1816 trat er in die preußische Armee ein, die er jedoch 1828 wegen Kurzsichtigkeit als Hauptmann verlassen musste. Ab 1829 war er bei der Verwaltung der Königlichen Museen in Berlin beschäftigt. 1832 wurde er Direktor der Königlichen Kunstkammer. 1875 trat er in den Ruhestand. Er starb am 17.11.1877.
Zu seinen Werken zählen ”Das Land und Volk der Bructerer als Versuch einer vergleichenden Geographie der ältern und mittlern Zeit“(1827) und ”Die fünf Münsterschen Gaue und die sieben Seelande Frieslands“(1836). 1830 gründete er das ”Allgemeine Archiv für die Geschichtskunde des Preußischen Staates“. Als Mitglied des preußischen Heroldsamtes (seit 1855) verfasste er daneben heraldische Studien.
Die Sammlung Msc. VI bestand offensichtlich zunächst aus den Signaturen Nr. 1-153. Dieser Teil wurde um 1865 verzeichnet. Erst etwas später wurde die Verzeichnung des weiteren Bestandes dem Findbuch hinzugefügt. Dieses handschriftliche Findbuch blieb dann bis etwa 1970 in Gebrauch.
Die Sammlung wurde in den folgenden Jahrzehnten durch einzelne Abgaben im Zuge von Beständebereinigungen an nach der Provenienz zuständige Archive vermindert. Abgaben erfolgen u.a. in den Jahren 1873, 1877-1885, 1902, 1924 und 1967 an das Hauptstaatsarchiv Düsseldorf, die Staatsarchive Aurich, Hannover und Wiesbaden.
Ab ca. 1980 wurden diverse Handschriften zu ihren ursprünglichen Provenienzen im Staatsarchiv Münster zurückgelegt, besonders in die Bestände Fürstbistum Münster Landesarchiv, Domkapitel Münster Akten und Fürstabtei Corvey Akten.
Das durch den langen Gebrauch bereits stark beschädigte Repertorium wurde um 1970 durch eine Schreibkraft in Vorbereitung auf eine geplante Neuverzeichnung mit der Schreibmaschine abgeschrieben.
Die notwendige Neuverzeichnung erfolgte als Schnellverzeichnung unter Benutzung, Korrektur und Ergänzung des handschriftlichen Findbuches des 19. Jhs. Die maschinenschriftliche Abschrift wurde ebenfalls herangezogen. Die Titelaufnahmen und Laufzeiten wurden korrigiert, Enthält-Vermerke wenn nötig ergänzt und festgestellte Schäden zur Vorbereitung notwendiger Restaurierungsmaßnahmen vermerkt. Zusätzlich wurde ein Index angefertigt.
Der Verbleib aller im Laufe der Jahrzehnte aus dem Bestand entnommenen Handschriften wurde nach Möglichkeit ermittelt. Bei den in die ursprünglichen Bestände des Staatsarchivs Münster zurückgelegten Stücken wurde die neue Signatur vermerkt und alle Angaben aus den entsprechenden Findbüchern zumeist jüngeren Datums übernommen. Eine Kontrolle am Original wurde in diesen Fällen nicht durchgeführt. Bei nicht mehr im Staatsarchiv Münster vorhandenen Manuskripten (Abgabe, gelegentlich Verlust) wurden die Angaben des Altfindbuches beibehalten.
Eine beschränkte Revision der Klassifikation erwies sich als sinnvoll. Die Signaturen wurden wegen der häufigen Zitation in der Literatur jedoch beibehalten. Die Verzeichnung umfasst 342 Nummern. Die Signaturen 216-219 sind nicht vergeben.
Ergänzungsüberlieferung:
1. Im Staatsarchiv Münster:
-Verein für Geschichte und Altertumskunde Westfalens, Abteilung Münster (Dep.) Nachlass Ferdinand F.A. Tyrell
-Personalakten I, 210 (Personalakte v. Hatzfeld)
2. In anderen Archiven:
-Nachlass Tyrell im Stadtarchiv Münster
Literatur:
Friedländer, Ernst, Leopold Karl Wilhelm August Freiherr von Ledebur, in: ADB 18, Leipzig 1883, 113-114
Schründer-Povel, Marianne, Der Liesborner Benediktinerpater Ferdinand Tyrell und sein ”Chronicon Familiae Tyrell“, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung 27-29 (1969-1971), 7-51
Münster, Dezember 2006
Dr. Kreucher
344 Handschriften.; 344 Handschriften (101 Kartons), Findbuch W 004 und Gesamtindex zu Msc. I-VII.
Bestand
German
Ernst Friedländer, Leopold Karl Wilhelm August Freiherr von Ledebur, in: Allgemeine Deutsche Biographie, Bd. 18, Leipzig 1883, S. 113-114; Marianne Schründer-Povel, Der Liesborner Benediktinerpater Ferdinand Tyrell und sein ”Chronicon Familiae Tyrell“, in: Beiträge zur westfälischen Familienforschung 27-29 (1969-1971), S. 7-51.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ