Prämonstratenserkloster Rot an der Rot (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 487
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803/1806-1810 >> Bistümer, Stifte, Klöster und Pfarreien >> Augustinerkloster Kreuzlingen - Restituierte Klöster
1483-1833 (1864)
Inhalt und Bewertung
Akten und Bände Roter Provenienz, die im Jahr 1980 durch Kauf erworben wurden (s. auch oben bei B 486).
Das Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrt seit längerem größere Teile der schriftlichen Überlieferung des Klosters Rot, des ältesten oberschwäbischen Prämonstratenserklosters. Durch die Aktenausscheidungen des Geheimen Archivars Christoph Friedrich Lotter (1829/30) bzw. den Verkauf des Schlosses Rot an die Württembergische Landsiedlung GmbH (1935) gelangte der Großteil des Roter Klosterarchivs ins Hauptstaatsarchiv. Daraus wurden die Bestände B 486 und H 232 gebildet. 1980 konnte diese Überlieferung durch weitere Dokumente, die in das Archiv der Grafen von Erbach-Erbach und Wartenberg-Roth in Erbach im Odenwald überführt worden waren, ergänzt werden. Die Grafen Erbach-Erbach hatten 1818 mit dem Tod Graf Ludwigs, dem letzten seines Stammes, die Erbschaft der Grafen von Wartenberg angetreten, denen im Reichsdeputationshauptschluss 1803 die Abtei Rot zugesprochen worden war. Mit Kaufvertrag vom Dezember 1980 übergab der Chef des Hauses, Franz Graf zu Erbach-Erbach, die im Landratsamt Biberach bereits seit einiger Zeit als Depositum verwahrten Archivalien dem Hauptstaatsarchiv. Darunter fanden sich Akten, eine Vielzahl von Rechnungen und einige sonstige Amtsbücher, 18 Karten sowie 3 Pergamenturkunden, die erst während der Erschließungsarbeiten in Aktenbüscheln entdeckt wurden. Deren Struktur war größtenteils zerstört, auch der Erhaltungszustand ließ sehr zu wünschen übrig. Zehn besonders stark wassergeschädigte Bände wurden dem Hauptstaatsarchiv geschenkweise überlassen - mit der Auflage, diese fachgerecht restaurieren zu lassen. Nachdem diese Bände nun erfasst sind, kann diesem Auftrag im Institut für Erhaltung von Archiv- und Bibliotheksgut in Ludwigsburg nachgekommen werden. Nach dem Ankauf des Teilbestandes der Kloster Roter Überlieferung wurde der Beschluss gefasst, daraus einen eigenständigen Bestand mit der Nummer B 487 zu bilden. Eine Eingliederung in den Hauptbestand B 486, dessen Verzeichnung sich gerade dem Abschluss näherte, ließ die personelle Situation des Hauptstaatsarchivs nicht zu, sollte die Fertigstellung des Repertoriums nicht auf längere Zeit hin blockiert werden. Da die ursprüngliche Struktur des Teilbestandes, etwa anhand eines Signaturensystems, nicht mehr erkennbar war, im wesentlichen nur einzelne aus ihrem Kontext gerissene Schriftstücke erhalten sind, musste eine völlig neue Gliederung erarbeitet werden. Diese lehnt sich an diejenige des Hauptbestandes B 486 an. Der zeitliche Schwerpunkt des Bestandes B 487 liegt im 18. Jahrhundert, wenn auch einige Stücke bis ins ausgehende Mittelalter oder in die frühe Neuzeit zurückreichen bzw. in den Kanzleien der Grafen von Wartenberg bzw. Erbach-Erbach weitergeführt wurden. Inhaltlich ist die Vielzahl von Rechnungen, die die Serien des Bestandes B 486 teilweise zu ergänzen vermag, hervorzuheben. Im kirchlichen Bereich ist insbesondere die Wallfahrtskirche Maria Steinbach gut dokumentiert. Als besonders wertvolles Stück dürfte das Maria Steinbacher Mirakelbuch (Bd. 454) gelten, das die dorti-gen Wundererscheinungen im Zeitraum von 1748 bis 1763 aufzeichnet. Im Aktenbereich überwiegen Einzelstücke; die ursprüngliche Struktur scheint völlig zerstört zu sein. Der Bestand B 487 wurde im Rahmen der Ausbildung des 39. Lehrgangs des gehobenen Archivdienstes im Zeitraum Herbst 2000 bis Sommer 2001 erschlossen. Er umfasst heute 3 Pergamenturkunden, 199 Aktenbüschel und 461 Bände. Insgesamt beläuft sich der Umfang auf 5,5 lfd. m. Die im Hauptstaatsarchiv befindliche schriftliche Überlieferung des Klosters Rot ist heute also auf folgende Bestände verteilt: B 486Prämonstratenserkloster Rot an der Rot, 12.-19. Jh.: Urkunden, Akten und Bände B 487Prämonstratenserkloster Rot an der Rot, 1483-1833 (1864): Urkunden, Akten und Bände H 232Lagerbücher des Prämonstratenserklosters Rot an der Rot: 7 Bände, 1518-1723 N 2818 Karten des Prämonstratenserklosters Rot an der Rot, 1730-1822. Stuttgart, im Dezember 2001 Petra Schön
3 Urkunden, 199 Büschel, 461 Bände
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:39 MEZ
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