Deutscher Orden, Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus (Bestand)
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Deutscher Orden, Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus 205.4
Staatsarchiv Nürnberg (Archivtektonik) >> Beständetektonik des Staatsarchivs Nürnberg >> I. Altbestände (Territorien und Institutionen des Alten Reichs) >> Deutscher Orden >> Ballei Franken >> Landkommende Ellingen
1709-1806
D. Orden, Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus: 1. Das Amt Hürnheim-Niederhaus
1709 veräußerte Fürst Albrecht Ernst II. v. Oettingen-Oettingen der Deutschordensballei Franken das nahe Nördlingen gelegene Schloss und Gut Hürnheim, genannt Niederhaus. Das neu gegründete und der Landkommende Ellingen zugeordnete Amt verlor einen Teil des Besitzes wieder, als der Fürst von Oettingen das Hofgut Mühlauhof 1714 im Tausch gegen die Obrigkeit in Schmähingen wieder zurücknahm, bevor es dann 1746 endgültig in den Besitz des Deutschen Ordens überging. 1789/90 wurde im Rahmen einer Verwaltungsreform das bisher separate Amt in das jetzige Oberamt Reimlingen-Nördlingen eingegliedert. Als 1802/03 das regionale Mittelzentrum, die Reichsstadt Nördlingen, von Bayern in Besitz genommen wurde, deutete sich das Ende auch der Deutschordensgebiete im Ries an. Bayern und Württemberg begannen im November 1805 mit Sequestrierungen, die sie in einem Vertrag vom 3. Juni 1806 untereinander bestätigten. 1809 wurde der Deutsche Orden schließlich auch offiziell aufgelöst.
2. Bestandsgeschichte
Die Geschichte der fränkischen Deutschordensarchive und -registraturen ist relativ kompliziert. Durch die oben erwähnte Verwaltungsreform von 1789 wurde die Ballei Franken in das Deutschmeistertum eingegliedert und die Landkommende Ellingen in ein Oberamt umgewandelt. Das Balleiarchiv wurde mit dem Archiv des Meistertums vereinigt. Zudem zentralisierte der Archivar Wenzel Polzer auch einen Großteil der Kommendeüberlieferungen aus Ellingen, Nürnberg und Virnsberg in Mergentheim.
Nach der Säkularisation und der Inkorporation der fränkischen, bayerischen und teilweise der schwäbischen Deutschordensgebiete in das Königreich Bayern 1806/09 wurde das Gebiet um Nördlingen zunächst Teil des Oberdonaukreises. Das in den ehemaligen Deutschordensämtern Reimlingen-Nördlingen, Ederheim, Lierheim und Hürnheim-Niederhaus verbliebene Registraturgut wurde von den bayerischen Nachfolgebehörden aufgenommen oder nach Dillingen in das regionale Archivkonservatorium gebracht. Dillingen wurde in der Folge zum bayerischen Hauptarchiv für Aktengut des Deutschen Ordens, v.a. weil hier der inzwischen in bayerische Dienste übernommene Archivar Polzer tätig war. Er übernahm 1819 eine große Abgabe aus Mergentheim und 1821 eine weitere aus Stuttgart. Hierhin waren 1809/10 Württemberg betreffende Archivalien aus Mergentheim verbracht worden, darunter auch solche, deren Pertinenzen wenig später wieder bayerisch geworden waren. 1830 wurde das Dillinger Konservatorium in Neuburg a.d. Donau mit der dortigen Depotregistratur vereinigt und 1876 zum Kreisarchiv Neuburg aufgewertet. In den folgenden zwanzig Jahren verteilte man die hier konzentrierten Archivalien der fränkischen und bayerischen Kommenden und Ämter (nach Ortspertinenzen) auf die zuständigen Archive, weshalb 1896 auch Nürnberg eine erste Abgabe aufnahm. Nach dem Umzug des Staatsarchivs Neuburg 1989 nach Augsburg gelangten die restlichen Archivalien der schwäbischen Ämter mittelfränkischer Kommenden (dem historischen Provenienzprinzip folgend) 2002 in das Staatsarchiv Nürnberg.
Der Bestand "Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus" wurde somit aus den in nachstehenden Beständen (Abgabegemeinschaften) von Jens Martin M.A. und Jürgen Wyschkon ermittelten Akten, Bänden und Rechnungen gebildet:
Rep. 205 DO-Archivalien [=Neuburger Abgabe 1896]
StA Augsburg (Abg. 2002), Deutschritter-Orden, Amt Niederhaus (Hirnheim), Literalien
StA Augsburg (Abg. 2002), DO, Kommende Ellingen, Literalien
3. Das Findbuch
Das vorliegende Findbuch umfasst insgesamt 89 Nummern (Nr. 12 wurde nicht vergeben), die nach einem für die Ämter der Deutschordenskommenden neu entworfenen, an den Aufgaben orientierten Thesaurus gegliedert wurden. Bis auf drei Ausnahmen besteht der Bestand ausschließlich aus einer von 1709/10 bis 1790/1791 reichenden Serie von Rechnungen. Diese wurden im Amt geführt, am Ende des Rechnungsjahres ins Reine geschrieben und zur Revision an die Landkommende Ellingen als übergeordnete Instanz gesendet. Nach Beantwortung eventueller Beanstandungen wurde die Rechnung dort nochmals "abgehört" und das bewilligte ("justifizierte") Exemplar an das Amt zurückgesendet.
Der Bestand wurde von Jürgen Wyschkon verzeichnet, formiert und tektiert. Johannes Staudenmaier besorgte leichte Vereinheitlichungen und Korrekturen des Findbuchs und passte es für die digitale Veröffentlichung dem EAD-Standard an.
4. Ergänzende Bestände
Die Gegenüberlieferung zu den justifizierten Rechnungen, d.h. die ins Reine geschriebenen, aber nicht mit Kontroll- und Korrekturvermerken versehenen Exemplare, findet sich im Bestand der Landkommende Ellingen (Rep. 205.1). Sie ist allerdings nicht lückenlos erhalten. Urkunden des Amts Hürnheim-Niederhaus bzw. dieses betreffend sind im Bestand "Ritterorden Urkunden" (Rep. 205.0) nicht überliefert. Als ergänzende Bestände sind ferner zu nennen "Meistertum Mergentheim, Regierung" bzw. "-, Hofkammer" sowie die die Überlieferung der anderen Riesämter.
5. Literatur (in Auswahl)
Hofmann, Hanns-Hubert: Der Staat des Deutschmeisters. Studien zu einer Geschichte des Deutschen Ordens im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte, Bd. 3). München 1964
Hopfenzitz, Josef: Deutscher Orden zwischen Württemberg und Bayern. Die Okkupation des Ordensbesitzes im Ries, in: Von Akkon bis Wien. Studien zur Deutschordensgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift zum 90. Geburtstag von Althochmeister P. Dr. Marian Tumler O.T. am 21. Oktober 1977 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 20), hg. von Udo Arnold. Marburg 1978
Jaroschka, Walter: Probleme der Schriftgutüberlieferung des Deutschen Ordens in Bayern, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 22 (1976) S. 3-14
Kudorfer, Dieter: Nördlingen (Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben Heft 8). München 1974
Lampe, Karl H.: Die Auflösung des Deutschordenshauptarchives zu Mergentheim, in: Archivalische Zeitschrift 57 (1961), S. 66-130
Weiß, Dieter J.: Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Reihe IX, Bd. 39). Neustadt a.d. Aisch, v.a. S. 2-12
Weiß, Dieter J.: Deutscher Orden: Territorium und Verwaltung, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: (21.11.2011)
1709 veräußerte Fürst Albrecht Ernst II. v. Oettingen-Oettingen der Deutschordensballei Franken das nahe Nördlingen gelegene Schloss und Gut Hürnheim, genannt Niederhaus. Das neu gegründete und der Landkommende Ellingen zugeordnete Amt verlor einen Teil des Besitzes wieder, als der Fürst von Oettingen das Hofgut Mühlauhof 1714 im Tausch gegen die Obrigkeit in Schmähingen wieder zurücknahm, bevor es dann 1746 endgültig in den Besitz des Deutschen Ordens überging. 1789/90 wurde im Rahmen einer Verwaltungsreform das bisher separate Amt in das jetzige Oberamt Reimlingen-Nördlingen eingegliedert. Als 1802/03 das regionale Mittelzentrum, die Reichsstadt Nördlingen, von Bayern in Besitz genommen wurde, deutete sich das Ende auch der Deutschordensgebiete im Ries an. Bayern und Württemberg begannen im November 1805 mit Sequestrierungen, die sie in einem Vertrag vom 3. Juni 1806 untereinander bestätigten. 1809 wurde der Deutsche Orden schließlich auch offiziell aufgelöst.
2. Bestandsgeschichte
Die Geschichte der fränkischen Deutschordensarchive und -registraturen ist relativ kompliziert. Durch die oben erwähnte Verwaltungsreform von 1789 wurde die Ballei Franken in das Deutschmeistertum eingegliedert und die Landkommende Ellingen in ein Oberamt umgewandelt. Das Balleiarchiv wurde mit dem Archiv des Meistertums vereinigt. Zudem zentralisierte der Archivar Wenzel Polzer auch einen Großteil der Kommendeüberlieferungen aus Ellingen, Nürnberg und Virnsberg in Mergentheim.
Nach der Säkularisation und der Inkorporation der fränkischen, bayerischen und teilweise der schwäbischen Deutschordensgebiete in das Königreich Bayern 1806/09 wurde das Gebiet um Nördlingen zunächst Teil des Oberdonaukreises. Das in den ehemaligen Deutschordensämtern Reimlingen-Nördlingen, Ederheim, Lierheim und Hürnheim-Niederhaus verbliebene Registraturgut wurde von den bayerischen Nachfolgebehörden aufgenommen oder nach Dillingen in das regionale Archivkonservatorium gebracht. Dillingen wurde in der Folge zum bayerischen Hauptarchiv für Aktengut des Deutschen Ordens, v.a. weil hier der inzwischen in bayerische Dienste übernommene Archivar Polzer tätig war. Er übernahm 1819 eine große Abgabe aus Mergentheim und 1821 eine weitere aus Stuttgart. Hierhin waren 1809/10 Württemberg betreffende Archivalien aus Mergentheim verbracht worden, darunter auch solche, deren Pertinenzen wenig später wieder bayerisch geworden waren. 1830 wurde das Dillinger Konservatorium in Neuburg a.d. Donau mit der dortigen Depotregistratur vereinigt und 1876 zum Kreisarchiv Neuburg aufgewertet. In den folgenden zwanzig Jahren verteilte man die hier konzentrierten Archivalien der fränkischen und bayerischen Kommenden und Ämter (nach Ortspertinenzen) auf die zuständigen Archive, weshalb 1896 auch Nürnberg eine erste Abgabe aufnahm. Nach dem Umzug des Staatsarchivs Neuburg 1989 nach Augsburg gelangten die restlichen Archivalien der schwäbischen Ämter mittelfränkischer Kommenden (dem historischen Provenienzprinzip folgend) 2002 in das Staatsarchiv Nürnberg.
Der Bestand "Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus" wurde somit aus den in nachstehenden Beständen (Abgabegemeinschaften) von Jens Martin M.A. und Jürgen Wyschkon ermittelten Akten, Bänden und Rechnungen gebildet:
Rep. 205 DO-Archivalien [=Neuburger Abgabe 1896]
StA Augsburg (Abg. 2002), Deutschritter-Orden, Amt Niederhaus (Hirnheim), Literalien
StA Augsburg (Abg. 2002), DO, Kommende Ellingen, Literalien
3. Das Findbuch
Das vorliegende Findbuch umfasst insgesamt 89 Nummern (Nr. 12 wurde nicht vergeben), die nach einem für die Ämter der Deutschordenskommenden neu entworfenen, an den Aufgaben orientierten Thesaurus gegliedert wurden. Bis auf drei Ausnahmen besteht der Bestand ausschließlich aus einer von 1709/10 bis 1790/1791 reichenden Serie von Rechnungen. Diese wurden im Amt geführt, am Ende des Rechnungsjahres ins Reine geschrieben und zur Revision an die Landkommende Ellingen als übergeordnete Instanz gesendet. Nach Beantwortung eventueller Beanstandungen wurde die Rechnung dort nochmals "abgehört" und das bewilligte ("justifizierte") Exemplar an das Amt zurückgesendet.
Der Bestand wurde von Jürgen Wyschkon verzeichnet, formiert und tektiert. Johannes Staudenmaier besorgte leichte Vereinheitlichungen und Korrekturen des Findbuchs und passte es für die digitale Veröffentlichung dem EAD-Standard an.
4. Ergänzende Bestände
Die Gegenüberlieferung zu den justifizierten Rechnungen, d.h. die ins Reine geschriebenen, aber nicht mit Kontroll- und Korrekturvermerken versehenen Exemplare, findet sich im Bestand der Landkommende Ellingen (Rep. 205.1). Sie ist allerdings nicht lückenlos erhalten. Urkunden des Amts Hürnheim-Niederhaus bzw. dieses betreffend sind im Bestand "Ritterorden Urkunden" (Rep. 205.0) nicht überliefert. Als ergänzende Bestände sind ferner zu nennen "Meistertum Mergentheim, Regierung" bzw. "-, Hofkammer" sowie die die Überlieferung der anderen Riesämter.
5. Literatur (in Auswahl)
Hofmann, Hanns-Hubert: Der Staat des Deutschmeisters. Studien zu einer Geschichte des Deutschen Ordens im Heiligen Römischen Reich deutscher Nation (Studien zur bayerischen Verfassungs- und Sozialgeschichte, Bd. 3). München 1964
Hopfenzitz, Josef: Deutscher Orden zwischen Württemberg und Bayern. Die Okkupation des Ordensbesitzes im Ries, in: Von Akkon bis Wien. Studien zur Deutschordensgeschichte vom 13. bis zum 20. Jahrhundert. Festschrift zum 90. Geburtstag von Althochmeister P. Dr. Marian Tumler O.T. am 21. Oktober 1977 (Quellen und Studien zur Geschichte des Deutschen Ordens 20), hg. von Udo Arnold. Marburg 1978
Jaroschka, Walter: Probleme der Schriftgutüberlieferung des Deutschen Ordens in Bayern, in: Mitteilungen für die Archivpflege in Bayern 22 (1976) S. 3-14
Kudorfer, Dieter: Nördlingen (Historischer Atlas von Bayern, Teil Schwaben Heft 8). München 1974
Lampe, Karl H.: Die Auflösung des Deutschordenshauptarchives zu Mergentheim, in: Archivalische Zeitschrift 57 (1961), S. 66-130
Weiß, Dieter J.: Die Geschichte der Deutschordens-Ballei Franken im Mittelalter (Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte Reihe IX, Bd. 39). Neustadt a.d. Aisch, v.a. S. 2-12
Weiß, Dieter J.: Deutscher Orden: Territorium und Verwaltung, in: Historisches Lexikon Bayerns, URL: (21.11.2011)
Deutscher Orden, Landkommende Ellingen, Amt Hürnheim-Niederhaus
89
Bestand
Akten
deutsch
_uuid_aus alter Datenbank: 5695917b-786e-49f9-8d2c-efd2769b81c1
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
23.05.2025, 9:30 AM CEST
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