Abt Heinrich vom Kloster Ägidii, Dekan Heinrich Rasor vom Stifte St.
Cyriaci bei (bez. in Braunschweig), Ludolf Quirre Dr. decret. Archidiacon in
Stöckheim und Johannes Witte, Dr. decret., Benedictinermönch, entscheiden
einen Streit des Dekans Dietrich Arnolds vom Stifte st. Blasii einerseits
und des Propstes Ludwig Bronowe und der Brüderschaft der Gertrudskapelle
andererseits über die Besetzung (collatio et electio) der durch den Tod
Bernard Rovers erledigten Rectorstelle an der gen. Kapelle, hinsichtlich
deren der Dekan kraft darüber ausgestellter Urkunden die collatio et electio
in Anspruch nahm, während der Propst und die gen. Brüderschaft das Recht der
electio ex longa et approbata consuetudine zu besitzen behauptete, dahin,
daß zunächst Henning Helingmann, der Rector der gen. Kapelle, seinen aus der
Collation erworbenen Rechte an derselben entsagen, und ebenso Heinrich
Auring alias Embeke den ex electine fraternitatis von ihm behaupteten
Anspruch auf dieselbe aufgeben müsse, daß sodann der Dekan für diesesmal mit
Zustimmung des Propstes der Brüderschaft Jemand zum Rector wählen und
bestellen solle, der mindestens im Jahr der gen. Brüderschaft angehört habe,
daß dieser darauf dem Dekane Gehorsam geloben und den Chor des gen. Stifts
besuchen müsse, und daß in Zukunft der Dekan den Rector stets aus der
Brüderschaft auszuwählen habe. Zeugen: presentibus Johanne Uszeler
officiante dicte ecclesie s. Blasii Brunsw., Ludolpho Knokenhower, Johanne
Loete et Bernardo Peppermoler clericis Halberst. et. Mind. diocesis,
testibus. Datum et actum Brunswigk sub a. 1443 ins. IV die dominico 21
mensis Julii. Notariatsinstrument von Ludolf Tymmerla, Hildesh. Kleriker,
und Herman Ymesen Mind., Kleriker, kaiserl. Notaren. 4 Siegel an
Pergamentstreifen.