(1) Extrajud. D 44 (2)~Kläger: Marie Salome von Donop, geb. von Falck, Witwe des hess. Oberst Carl von Donop, (3)~Beklagter: Hessisches Kriegskollegium zu Kassel (5)~Prozessart: Appellationsgesuch Streitgegenstand: Carl von Donop hatte - offenbar unstreitig aus dem Vermögen seiner Frau - 1767 das Gut Schötmar für 30000 Rtlr. gekauft und das Gut als Sicherheit gesetzt für 10000 Rtlr., die er 1776 vom Kriegskollegium geliehen hatte. Nach seinem Tode in Amerika war die zugesagte Rückzahlung von 800 Rtlr. jährlich unterblieben, woraufhin das Kriegskollegium bei der lipp. Kanzlei ein Mandat gegen seine Witwe erwirkte, demnach sie zur Übernahme der Zahlungen angewiesen wurde, widrigenfalls Schötmar dem Kriegskollegium bis zum Abtrag der Schuld übertragen werden würde. Gegen diese Anordnung suchte sie um ein RKG-Appellationsverfahren nach. Während sie sich für die von ihr in die Ehe gebrachten Gelder als bevorrechtete Gläubigerin ihres Mannes in dem in Kassel eingeleiteten Konkursverfahren gegen das Erbe ihres Mannes, dessen Erbin sie nur bedingt geworden sei, und Eigentümerin des Gutes Schötmar sieht, die allenfalls nach Begleichung ihrer Ansprüche die auf das Gut aufgenommenen Gelder abtragen werde, sieht das Kriegskommissariat das Gut als Besitz ihres Mannes, sich als einzigen darauf verschriebenen Gläubiger und die Begleichung seiner Ansprüche losgelöst vom Kasseler Konkursverfahren an. Nach Bericht und Gegenbericht lehnte das RKG am 21. November 1782 die Einleitung eines Appellationsverfahrens ab. (6)~Instanzen: 1. Lipp. Kanzlei zu Detmold ( 2. RKG ? - ? (1771 - 1782) (7)~Beweismittel: Notarielles Instrument der Besitzergreifung durch die Reziprok- bzw. Universalerben des im Amerikanischen Krieg tödlich verwundeten hess. Obersten und Kammerherren Carl von Donop, 1778 (Bl. 97 - 106). Gedruckte "Gräflich Lippische Ordnung nach welchen Hypotheken-Bücher bei denen Ober- und Untergerichten der Grafschaft eingeführet und gehalten werden sollen", o.O., o.D. (1771) (Bl. 107 - 123). (8)~Beschreibung: 2 cm, 123 Bl., lose; kein Protokoll, 8 unquadrangulierte Aktenstücke, exhib. zwischen 26. Februar und 31. Oktober 1782. Lit.: Kurt Wallbaum, Schötmar. Vom Kirchdorf zur Industriestadt, Bad Salzuflen 1993, S. 93.