Sießen, Dominikanerinnenkloster (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 508 a
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Neuwürttembergische Herrschaften vor 1803/1806-1810 >> Bistümer, Stifte, Klöster und Pfarreien >> Augustinerkloster Kreuzlingen - Restituierte Klöster
(1271-) 1324-1494
Inhalt und Bewertung
Die Ritter von Sießen schenkten 1259 dem Schwesternkonvent von Saulgau den Hof Sießen mit anderen Gütern, worauf das Dominikanerinnenkloster hierher übersiedelte. Alle Gerichts- und Hoheitsrechte kamen der Grafschaft Friedberg zu. Bei der Säkularisation 1803 fiel das Kloster an die Fürsten Thurn und Taxis, die es 1860 den Franziskanerinnen überließen. Die Hoheit hatte seit 1806 das Königreich Württemberg.
Im Jahr 1860 gelangten 73 Pergamenturkunden Sießener Provenienz durch Kauf in den Besitz des Germanischen Nationalmuseums Nürnberg, das den Bestand seinerseits 1972 an das Land Baden-Württemberg veräußerte, ausgenommen 2 Urkunden aus den Jahren 1271 und 1299, die es zurückbehielt.
Der Bestand enthält auch 77 Fotokopien von Urkunden der Provenienz Kloster Sießen (1271-1494), von denen 4 im Kloster Sießen, 2 im Germanischen Nationalmuseum, 71 im Hauptstaatsarchiv Stuttgart verwahrt werden. 1 Urkunde, die nachträglich aus H 52 a in den Bestand kam, ist nicht als Fotokopie vorhanden. Sämtliche Urkunden (einschließlich der nicht als Fotokopie vorhandenen) sind im Repertorium regestiert. Über einen Teil der Urkunden liegen publizierte Regesten vor: G. Bossert, Regesten zur Geschichte Oberschwabens aus dem Archiv des Germanischen Nationalmuseums in Nürnberg, in: Württembergische Vieljahrshefte 6 (1883), S. 126-131.
Die 71 Originalurkungen mit der Provenienz Kloster Sießen wurden 1972 vom Germanischen Nationalmuseum erworben (Tgb. Nr. 3241 vom 29. Mai 1972, Kanzleifasz. C V d/1, Zugangsbuch S. 134 Nr. 707) und in den Bestand B 508 a eingeordnet. Bü-Gra 17.1.1996
Vorwort: Der Bestand B 508 a umfasste ursprünglich nur die Fotokopien von 78 Urkunden des Klosters Sießen aus der Zeit von 1271- 1494, die im Germanischen National-Museum Nürnberg verwahrt wurden. Die 71 Originalurkungen mit der Provenienz Kloster Sießen wurden schließlich 1972 vom Germanischen Nationalmuseum erworben (Tgb. Nr. 3241 vom 29. Mai 1972, Kanzleifasz. C V d/1, Zugangsbuch S. 134 Nr. 707) und in den Bestand eingeordnet. Die ersten beiden Urkunden verblieben in Nürnberg und liegen im Haupstaatsarchiv Stuttgart weiterhin nur als Kopie vor.
Geschichte des Klosters: Von Ritter Steinmar von Sießen und seinen drei Söhnen wurde vor 1251 in Saulgau ein Dominikanerinnenkloster gestiftet, das 1259 nach Sießen verlegt wurde. Das Kloster erhielt 1259 das Patronat der Kirche (St. Markus) in Sießen, die 1348 dem Kloster inkorporiert wurde. Es stand unter der Landeshoheit von Friedberg-Scheer und blieb bei seinen Erwerbungen fast ganz innerhalb dieses Territoriums. Nach Ausweis der hier verzeichneten Urkunden vom Ende des 13. bis zum Ende des 15. Jh. Erwarb es Besitz in oder bei Heratskirch, Milpishaus, Bolstern, Bogenweiler, Wagenhausen, Wolfartsweiler, Fulgenstadt, Ursendorf, Ölkofen, Herbertingen, Mieterkingen, Marbach, Großtissen, Mossheim Lampertsweiler. Der Konventsbau wurde 1716-22, die Klosterkirche 1726-27 bzw. 1733 (Dominikus Zimmermann) neu erbaut. Das Kloster fiel bei der Säkularisation 1803 an die Fürsten von Thurn und Taxis, die es 1860 den Franziskanerinnen überließen.
Geschichte des Klosterarchivs: Das Klosterarchiv Sießen gelangte mit dem Kloster 1803 an den Fürsten von Thurn und Taxis und wurde zu einem nicht bekannten Zeitpunkt mit den anderen Archiven des Thurn und Taxisschen oberschwäbischen Besitzes in Obermarchtal vereinigt. Einen eigenen Bestand hat es dort nicht gebildet, sondern ist offenbar in den Bestand Friedberg-Scheer hineingearbeitet worden. 1) Aus Obermarchtal sind vermutlich alle Pergamenturkunden des Klosters Sießen auf noch nicht geklärte Weise abhanden gekommen. Sie tauchten wieder auf, als am 4. Juni 1860 das Germanische National-Museum Nürnberg 71 Sießener Urkunden von dem Optiker M. Strauß in Schwabach aufkaufte. Die Urkunde Nr. 6 ist am 10.09.1860 vom 2. Vorstand des Germ. Museums, Frh. Roth von Schreckenstein, dem Museum geschenkt worden. Unbekannt ist, wann und wie die Urkunde Nr. 50 in das Germ. Museum gelangt ist. Gustav Bossert hat eine Anzahl von Sießener Urkunden (Nr. 1, 2, 5, 7, 9, 12, 15-21, 23-26, 32, 33, 35,39, 40) in Nürnberg aufgenommen und die Regesten 1883 veröffentlicht. 2) Bei einem Aufenthalt in Nürnberg im Jahre 1955 hat der Unterzeichnetet die Urkunden des Klosters Sießen zusammengestellt und das Ergebnis in einem im Staatsarchiv Sigmaringen befindlichen Verzeichnis festgehalten. Durch das Entgegenkommen der Direktion des Germ. National-Museums Nürnberg konnten im Jahre 1958 die dort liegenden Sießener Urkunden im Hauptstaatsarchiv Stuttgart photokopiert werden. Das gab den Anlass zur Anfertigung der folgenden Regesten. Siegel sind an keiner der hier verzeichneten Urkunden erhalten. Stuttgart, Dezember 1958 Gönner
Anmerkungen: 1) Franz Herberhold, Das fürstliche Haus Thurn und Taxis in Oberschwaben, in: ZfWLG XIII (1954) S. 288. 2) G. Bossert, Regesten zur Geschichte Oberschwabens aus dem Archiv des germanischen Museums in Nürnberg, in : Württ. Vjh. VI (1883) S. 126-131. Das Findbuch wurde im August/September 2016 von Barbara Mayer retrokonvertiert, mit neuen Deskriptoren versehen und anschließend online gestellt.
Literatur: Beschreibung des Oberamts Saulgau, Stuttgart und Tübingen 1829 S. 206-209. Giefel, Jos., Das Dominikanerinnenkloster Siessen im Zeitalter der Reformation; in: Diöc. A- Schwaben 4 (1887) S. 51-53, 61f., 69f., 81-83. Beck, P., Ein Tauerbrief von anno dazumal. Todesbotschaft der ehem. Dominikanerinnen in Siessen; in: Diöc. A Schwaben 20 (1902), S. 30-31. Das Königreich Württemberg, Bd. 4, Stuttgart 1907 S. 461. Muchall-Viebrook, Th., Dominicus Zimmermann. Ein Beitrag zur Geschichte der süddeutschen Kunst im 18.Jh. (u.a. Siessen); in: Archiv f.d. Geschichte des Hochstifts Augsburg Bd. 4 (1912) S. 1-81. Die Kunstdenkmäler des Kreises Saulgau, Stuttgart u. Berlin 1838 S. 141-151. Schnell, Hugo, Kloster- u. Pfarrkirche Siessen bei Saulgau (= Kleine dt. Kirchenführer.) München 1938. Kloster Siessen feierte Jubiläum. Kath. Sonntagsblatt 102 (1954) S. 358.
78 Urkunden, U 1-73 (1,00 lfd. m)
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
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Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
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13.11.2025, 14:39 MEZ
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