An den Herzog von Württemberg
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A 2 c (Zünfte) Nr. A 2 c (Zünfte) Nr. 4388
A 2 c (Zünfte) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 8-11 u. 18) >> Bd. 11 Zünfte Apotheker
1603 Oktober 6
Regest: Der Gesuchsteller +) ist dieser Tage vor die Unterzeichneten gekommen und hat unter Vorzeigung seiner von etlichen Professoren zu Tüwingen und andern ausgestellten Zeugnisse um Unterstützung gebeten für sein Gesuch, freien Sitz in Urach zu erlangen und eine Apotheke einzurichten. Aus seinen Zeugnissen geht hervor, dass er in der Apothekerkunst, besonders aber in der ars Chimica (= Chemie) trefflich geübt ist und ein gutes Zeugnis seines Lebenswandels hat. Wegen der Weitläufigkeit des Amtes (= des Amtes Urach) und guter Gelegenheit, nützliche Kräuter auf Bergen und in Tälern herum zu bekommen, wie vom hievorigen und vom jetzigen Medicus zu Urach dieser Ort vor andern des Landes gepriesen wurde, könnte ein Apotheker hier nicht unbequem sitzen. Die Unterzeichneten tragen umso weniger Bedenken, das Gesuch zu unterschreiben (= befürworten), weil der Gesuchsteller nicht eine Bestallung, sondern die Errichtung eines eigenen Corpus auf seine Kosten und zu dem Zweck nur einen bürgerlichen Unterschlauf (= Unterschlupf, Wohnsitz) in Urach begehrt, Er und die Seinigen sollen der Religion wegen aus dem Bistum Bamberg vertrieben worden sein.
Ober- und Untervögte zu Urach Wilhelm von Remchingen.
Hans Wendel Dägker.
Ober- und Untervögte zu Urach Wilhelm von Remchingen.
Hans Wendel Dägker.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Bemerkungen: +) Der Name des Gesuchstellers ist nicht angegeben. Das Schriftstück ist offenbar die Beilage zu der von Matheus Enzlin am 3. Januar 1604 befürworteten Bewerbung des Johannes Hartmann um die Reutlinger Apotheke.
Genetisches Stadium: Or.
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ