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Streit zwischen dem Kreuzmüller Andreas List und der Gemeinde Hirschbach, bzw. dem Pflegamt Velden als Gemeindeherrschaft wegen des Rechts des Müllers auf unentgeltliche Holzzuteilung
Streit zwischen dem Kreuzmüller Andreas List und der Gemeinde Hirschbach, bzw. dem Pflegamt Velden als Gemeindeherrschaft wegen des Rechts des Müllers auf unentgeltliche Holzzuteilung
Enthält:
1760 Dezember 15: Schreiben des Schulmeisters Johann Jacob Wolf aus Hirschbach an (Friedrich) Volland (in Nürnberg).
Berichtet von der letzten Gemeindeversammlung. Andreas List, Kreuzmüller, verlangte kostenloses Holz von der Gemeinde für einen Wasserbau, was ihm aber abgeschlagen wurde. Der Pfleger (zu Velden = Johann Wilhelm Ebner) als Gemeindeherr sagte, wenn List beweisen könne, dass schon sein Schwiegervater das Holz umsonst erhalten habe, so würde auch er nichts zu zahlen brauchen. Georg Stängel (= Stengel), Müllermeister auf der Obern Mühl bei Hirschbach bestätigt, dass der alte Kreuzmüller Engelhart beim Verkauf der Mühle an List versichert habe, man brauche hier keinerlei Holz zu kaufen.
1761 Oktober 7: Schreiben des G(eorg) D(ietrich) Hagendorn, Verwalters in Artelshofen, an Sekretär Volland in Nürnberg.
Noch immer kämpft List um sein Recht. Der Pfleger in Velden sagte ihm, er könne Holz aus seinem Eigenholz nehmen - dabei besitzt List nicht einen Stecken Eigenholz. Oder er könne sich Holz von seiner Herrschaft besorgen, denn diese besitze ja genug. Dass der verstorbene, frühere Kreuzmüller Andres Engelhart sein Holz stets von der Gemeinde erhalten hat, kann bewiesen werden.
Hans Sandrock, Winkelmann und Veldener Untertan, geboren und aufgewachsen in Hirschbach, bestätigt das alte Recht. Als er, Sandrock, Gemeindevierer war, hatte die Gemeinde dem Kreuzmüller Holz unentgeltlich zugewiesen.
Weitere Zeugen:
Hans Neumüller von der Stoffelmühle, der damals das Holz transportiert hat.
Georg Stengel, wie oben.
Georg Lederer, Schneidermeister in Nürnberg, geboren in Hirschbach.
Erhardt Schmidt, einer der ältesten Männer in Hirschbach, bestätigte es ebenfalls, hat aber inzwischen seine Aussage zurückgenommen.
- Randnotiz (Volland?): List soll sämtliche Zeugen vor das Pflegamt Velden bringen, um sein Recht zu beweisen. -
Bitte, mit dem Pfleger zu sprechen, der sich momentan in Nürnberg aufhalten soll, da die nächste Gemeindeversammlung bevorsteht.
1761 November 10: Hagendorn an Volland, wie vor.
List wurde vom Pfleger durch den Vogt von Hauseck aufgefordert, in Velden zu erscheinen. Als List erschien, wurde ihm mitgeteilt, sein Zeugenbeweis gelte hier nicht, sondern er müsse eine schriftliche Bestätigung seiner Herrschaft beibringen.
Dabei:
1760 November 10: Bestätigung des Johann Ph(ilipp) Hörmann, Oelhafen'schen Verwalters zu Eismannsberg.
Schreiber war über 12 Jahre lang in Hirschbach und kann bestätigen, dass der Kreuzmüller sein Holz stets von der Gemeinde erhalten hat. Ob er aber dafür zahlen musste, ist Schreiber nicht bekannt.
1763 April 11: Hagendorn an Volland, wie vor.
Wegen der letzten Gemeinderechnung war Schreiber mit List in Velden, wo man eine Quittung wegen der gezahlten 21 Gulden verlangte. Der Pfleger verweigerte diese, da er erst quittieren könne, wenn auch die Zinsen bezahlt seien. Von dem ihm vorgehaltenen Versprechen, dem List die ZInsen zu schenken, will der Pfleger nun nichts mehr wissen. Das Geld, so der Pfleger, gehöre der Gemeinde, weswegen er darüber gar nicht verfügen könne. (siehe dazu Nr. 2173)
In Sachen Holzzuteilung verharrt der Pfleger auf seinem alten Standpunkt. Sollte List noch einmal in dieser Sache erscheinen, werde er ihn einsperren lassen (!).
Anderes Thema:
Hans Fechter von Grünreuth möchte ein Stück Feld, das er dem inzwischen verstorbenen Hans Schmidt in Grünreuth um 30 Gulden verkauft hatte, wiederhaben. Das Feld ist kurbayerisch.
1763 Mai 6: Schreiben (Konzept) der M(aria) J(akobina) E(bner) an den Pfleger zu Velden.
Inzwischen sollen, dem Vernehmen nach, die Zeugen des List vor dem Pflegamt Velden verhört worden sein. Bitte um Mitteilung der Aussagen. Gebühren übernimmt Schreiberin.
Archivale
Indexbegriff Person: Ebner, Johann Wilhelm
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Engelhard, Andreas
Indexbegriff Person: Fechter, Hans (Grünreuth)
Indexbegriff Person: Hagendorn, Georg Dietrich
Indexbegriff Person: Hörmann, Johann Philipp
Indexbegriff Person: Lederer, Georg
Indexbegriff Person: List, Andreas
Indexbegriff Person: Neumüller, Hans
Indexbegriff Person: Sandrock, Hans
Indexbegriff Person: Schmidt, Erhard
Indexbegriff Person: Schmidt, Hans (Grünreuth)
Indexbegriff Person: Stengel, Georg
Indexbegriff Person: Volland, Friedrich
Indexbegriff Person: Wolf, Johann Jakob
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Gemeindeordnung u. spezielle G.Rechte
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person who submitted a compensation claim for damage caused by Nazi persecution. If the application was submitted by a person other than the persecuted person, this other person is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecuted person, if there is one, is noted. In the sources, the persecuted person is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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