Nachlass Ernst Klusen (Bestand)
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N 136
Kreisarchiv Viersen (Archivtektonik) >> N Nachlässe und Privatsammlungen
Ernst Klusen (1909-1988), geboren in eine Musikerfamilie vor dem Ersten Weltkrieg, erlebte nach nach dem frühen Tod seines Vaters seine Jugendzeit in Krefeld. Hier kam er erstmals mit der Jugendbewegung in Kontakt. Nach seinem Abitur im Jahr 1927 studierte er Musikwissenschaft und Germanistik an der Universität Köln, sowie parallel dazu Schulmusik an der Kölner Musikhochschule. Finanziell unterstützte er sein Studium durch musikalische Aktivitäten wie Klavier- und Orgelspiel, Musikkritik und Chorleitung.Die politischen Entwicklungen zwangen ihn 1933 dazu, seine erste Dissertation über Gustav Mahler zurückzuziehen. Nach weiteren Studien in Wien und Prag reichte er seine zweite Dissertation, die er bei Ludwig Schiedermair an der Universität Bonn verfasste, aufgrund politischer Gründe nicht in Köln, sondern in Bonn ein. Diese befasste sich mit dem Volkslied im niederrheinischen Dorf am Beispiel der Gemeinde Hinsbeck und wurde 1941 veröffentlicht.Nach seinem Studium arbeitete Klusen zunächst als Musikerzieher in Krefeld und später in Viersen (Humanistisches Gymnasium), wo er 1939 das Niederrheinische Volksliedarchiv gründete. Nach Kriegsdienst und Kriegsgefangenschaft war er maßgeblich an der Gründung und Leitung der Volkshochschule in Viersen beteiligt. Ab 1962 bis 1976 lehrte er als Professor für Musikerziehung an der Pädagogischen Hochschule Neuss. Er initiierte das Institut für Musikalische Volkskunde in Deutschland und engagierte sich in verschiedenen musikwissenschaftlichen Gremien.Klusen veröffentlichte etwa 80 Aufsätze, zahlreiche Bücher und hielt Vorträge sowie Rundfunksendungen. Seine bedeutende Arbeit in der Volksliedforschung spiegelte sich in Werken wie "Volkslied - Fund und Erfindung" (1969) und "Singen. Materialien zu einer Theorie" (1989) wider. Klusen prägte die Musikalische Volkskunde in Deutschland und wurde mit Auszeichnungen wie dem Rheinlandtaler des Landschaftsverbands Rheinland (1977) und dem Benediktpreis der Stadt Mönchengladbach (1978) geehrt. Der Förderpreis für junge Künstler und Wissenschaftler der Stadt Viersen wurde ihm zu Ehren benannt: Ernst-Klusen-Preis.Der Nachlass gelangte 2010 als Überlassung der Familie Klusen in das Stadtarchiv Viersen und mit dessen Eingliederung im Jahr 2017 in das Kreisarchiv Viersen. Im Nachlass sind neben wenigen persönlichen Dokumenten vor allem Manuskripte/ Typoskripte von Vorträgen und Veröffentlichungen sowie Überlegungen und Materialien zu Musikwissenschaftlichen Themen enthalten. Einen weiteren großen Teil machen die Sonderdrucke von Klusens Veröffentlichungen, Korrespondenzen und Kompositionen aus. Die Nachlassbibliothek wurde selektiert und in die Bibliothek des Kreisarchivs aufgenommen. Auch die im Nachlass enthaltenen Schallplatten und Tonbandaufnahmen wurden selektiert und in die AV-Mediensammlung übernommen. Der Nachlass wurde 2023/24 von Ann-Christin Thole verzeichnet.
50 Kartons
Bestand
Bonzelett, Karl-Hans; Tillmann, Werner: Prof. Dr. Ernst Klusen 1909-1988 In: Heimatbuch des Kreises Viersen 60 (2009), S. 56 - 64
Noll, Günther [Hrsg.]: Musikalische Volkskunde - aktuell : Festschrift für Ernst Klusen zum 75. Geburtstag / hrsg. von Günther Noll ; Marianne Bröcker. - Bonn : Wegener, 1984. - 532 S., 1 Foto, Noten
Frohn, Peter Paul: Professor Dr. Ernst Klusen In: Was bietet Viersen ? 14 (1962) Nr. 7, S. 23 - 24
Schepping, Wilhelm: Zum Hundertsten Geburtstag von Ernst Klusen (1909-1988) : Volksmusikforscher - Musikpädagoge - Komponist / Wilhelm Schepping. Jutta Pitzen. - Viersen, 2010. - 111 S. ; Ill., Noten
Schmidt, Johann Michael: Ernst Klusen (1909 - 1988) : Drei Ansprachen / Johann Michael Schmidt. - 1988. - 6 S.
Götz, Robert: Ich wollte Volkslieder Schreiben : Gespräche mit Ernst Klusen / Robert Götz. - Köln : Gerig, 1975. - 126 S.
Noll, Günther [Hrsg.]: Musikalische Volkskunde - aktuell : Festschrift für Ernst Klusen zum 75. Geburtstag / hrsg. von Günther Noll ; Marianne Bröcker. - Bonn : Wegener, 1984. - 532 S., 1 Foto, Noten
Frohn, Peter Paul: Professor Dr. Ernst Klusen In: Was bietet Viersen ? 14 (1962) Nr. 7, S. 23 - 24
Schepping, Wilhelm: Zum Hundertsten Geburtstag von Ernst Klusen (1909-1988) : Volksmusikforscher - Musikpädagoge - Komponist / Wilhelm Schepping. Jutta Pitzen. - Viersen, 2010. - 111 S. ; Ill., Noten
Schmidt, Johann Michael: Ernst Klusen (1909 - 1988) : Drei Ansprachen / Johann Michael Schmidt. - 1988. - 6 S.
Götz, Robert: Ich wollte Volkslieder Schreiben : Gespräche mit Ernst Klusen / Robert Götz. - Köln : Gerig, 1975. - 126 S.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET