Pauls Geminger, Richter zu Lanndaw, entscheidet in der Schranne im Markt Ewchendorff anstatt des Ritters Hr. Jorig Closner zu Hierßham, dzt. Pfleger zu Lanndaw, auf Anlangen des Hanns Hagenfürrter, Bürgers zu Lanndaw, wegen einer Geldschuld des verstorbenen Hanns Ramstorffer von Rorbach wie folgt: Der verstorbene Hanns Ramstorffer hatte einst vom Kläger in Lanndaw in Anwesenheit des Peter Stingelhaimer, damals Richter daselbst, ein rotes Tuch um 6 Pfund 60 Landshuter Pfennig gekauft, wobei die Bezahlung gestundet wurde, da der Ramstorffer den Kläger auf seinen Hof zu Rorbach, genannt der Nyderhoff, verwies. Später hat sich dann herausgestellt, dass dieser Hof mit Zugehörung Hanns dem Velber, Bürger zu Passaw, gehört und von diesem mit U als Heiratsgut nachgewiesen werden kann. Die Schuldforderung an den Ramstorffer blieb ergebnislos, ebenso die an dessen Sohn nach des Ramstorffers Hinscheiden. Hagenfürtter erhob nun vor der Schranne Ansprüche auf eine mögliche Überteuerung des Nyderhoffs und auf das gesamte nachgelassene Gut des Hanns Ramstorffer. Hans Velber erklärte dazu, dass er den Niderhoff als Sitz in Nutzen und Gewere weit länger habe, als es das Landrecht fordere, und dass er darum von der Klage des Hagenfürtter verschont bleiben will. Das Gericht entschied, dass dem Hagenfürtter für 6 Pfund 60 Pfennig ein Recht auf das Gut der Erben von Hanns dem Ramstorffer zusteht, desgleichen auf die Überteuerung des Niderhoff, jedoch unbeschadet der Besitzrechte des Velber; S: Ausst.; Vorsprecher im Gericht: Albrecht Stetner zu Lanndaw, Sigmund Schierb von Dingelfing; Beisitzer im Gericht: die vier gesworen dy zeit des ratz des marcktz zw Ewchendorff Jacob Prew, Matheus Swinger, Jorig Pekch, Lienhart Schuester, und Vlrich Zerär chastner zw Lanndaw, Wolfhart Mulner, Peter Chursner, Niclas Schuester, Sighart Sneyder, purger zw Ewchendorff.

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Bayerisches Hauptstaatsarchiv
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