Fornikationsfall der Anna Schwammberger von Oberartelshofen und des Friedrich Seiz von Alfalter, Todesfall des unehelichen Kindes nebst Auseinandersetzung mit den Pflegämtern Hersbruck und Velden
Vollständigen Titel anzeigen
E 49/II Nr. 1730
E 49/II Holzschuher/Akten und Rechnungen
Holzschuher/Akten und Rechnungen
10.03.1776 - 12.06.1776
Enthält:
1776 März 10 bis Juni 12:
Die 21 1/2 - jährige Anna Schwammberger, Tochter des verstorbenen Schuhmachermeisters Johann Conrad Schwammberger in Oberartelshofen, wohnhaft bei ihrem Stiefvater, dem Bauern Hans Loos in Oberartelshofen, hat am 10. März ein Mädchen auf die Welt gebracht. Als Vater gibt sie Friedrich Seiz (= Seitz) an, der als Geselle bei dem Webermeister Albrecht Strobel in Vorra arbeitet. Die Schwangerschaft hatte sie bis zur Niederkunft verheimlicht. Eheversprechen liege nicht vor; sie wolle Seitz auch nicht heiraten.
Verhör des Seitz durch die Verwaltung in Vorra: Er ist der Sohn des verstorbenen Bauers Peter Seitz in Alfalter, 22 Jahre alt und seit 3 Jahren bei Strobel. Er erkennt die Vaterschaft an, zweifelt aber nicht, dass es doch zur Heirat kommen werde, da sie ihm stets versprochen habe, niemals von ihm zu lassen. - In einem 2. Verhör leugnet die Schwammberger dies allerdings.
In der Folge Schriftwechsel des Verwalters L(orenz) Hagendorn, Artelshofen, mit Bestätter (Ulrich Nikolaus) Volland in Nürnberg.
Das rechtliche Problem besteht darin, dass bei unehelicher Geburt die übergeordneten Behörden rechtzeitig einzuschalten gewesen wäre.
Mutter und Kind waren inzwischen vom Verwalter ins Amtsknechtshaus verbracht worden, wo das Kind am 4. April unbeaufsichtigt und angeblich am Steckfluss starb.
Das Pflegamt Hersbruck lädt daraufhin die Frau des Amtsknechts vor, was der Verwalter zu verzögern sucht. Dies wiederum führt zu einer Beschwerde des Pflegers J(ohann) Georg Haller bei Frau Maria Jacobina Ebner.
Das tote Kind wurde zur Untersuchung nach Velden gebracht, das als Fraischbehörde zuständig ist.
Beschwerde des Pflegers Veit Carl Holzschuher, Velden, gegen den Verwalter in Artelshofen wegen dessen Verhalten der Fraischbehörde gegenüber.
1776 März 10 bis Juni 12:
Die 21 1/2 - jährige Anna Schwammberger, Tochter des verstorbenen Schuhmachermeisters Johann Conrad Schwammberger in Oberartelshofen, wohnhaft bei ihrem Stiefvater, dem Bauern Hans Loos in Oberartelshofen, hat am 10. März ein Mädchen auf die Welt gebracht. Als Vater gibt sie Friedrich Seiz (= Seitz) an, der als Geselle bei dem Webermeister Albrecht Strobel in Vorra arbeitet. Die Schwangerschaft hatte sie bis zur Niederkunft verheimlicht. Eheversprechen liege nicht vor; sie wolle Seitz auch nicht heiraten.
Verhör des Seitz durch die Verwaltung in Vorra: Er ist der Sohn des verstorbenen Bauers Peter Seitz in Alfalter, 22 Jahre alt und seit 3 Jahren bei Strobel. Er erkennt die Vaterschaft an, zweifelt aber nicht, dass es doch zur Heirat kommen werde, da sie ihm stets versprochen habe, niemals von ihm zu lassen. - In einem 2. Verhör leugnet die Schwammberger dies allerdings.
In der Folge Schriftwechsel des Verwalters L(orenz) Hagendorn, Artelshofen, mit Bestätter (Ulrich Nikolaus) Volland in Nürnberg.
Das rechtliche Problem besteht darin, dass bei unehelicher Geburt die übergeordneten Behörden rechtzeitig einzuschalten gewesen wäre.
Mutter und Kind waren inzwischen vom Verwalter ins Amtsknechtshaus verbracht worden, wo das Kind am 4. April unbeaufsichtigt und angeblich am Steckfluss starb.
Das Pflegamt Hersbruck lädt daraufhin die Frau des Amtsknechts vor, was der Verwalter zu verzögern sucht. Dies wiederum führt zu einer Beschwerde des Pflegers J(ohann) Georg Haller bei Frau Maria Jacobina Ebner.
Das tote Kind wurde zur Untersuchung nach Velden gebracht, das als Fraischbehörde zuständig ist.
Beschwerde des Pflegers Veit Carl Holzschuher, Velden, gegen den Verwalter in Artelshofen wegen dessen Verhalten der Fraischbehörde gegenüber.
Archivale
Indexbegriff Person: Ebner, Maria Jakobina geb Nützel
Indexbegriff Person: Hagendorn, Lorenz
Indexbegriff Person: Haller, Johann Georg
Indexbegriff Person: Holzschuher, Veit Karl
Indexbegriff Person: Loos, Hans
Indexbegriff Person: Schwammberger, Anna
Indexbegriff Person: Schwammberger, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Seitz, Friedrich
Indexbegriff Person: Seitz, Peter
Indexbegriff Person: Strobel, Albrecht
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Fornikationen
Indexbegriff Person: Hagendorn, Lorenz
Indexbegriff Person: Haller, Johann Georg
Indexbegriff Person: Holzschuher, Veit Karl
Indexbegriff Person: Loos, Hans
Indexbegriff Person: Schwammberger, Anna
Indexbegriff Person: Schwammberger, Johann Konrad
Indexbegriff Person: Seitz, Friedrich
Indexbegriff Person: Seitz, Peter
Indexbegriff Person: Strobel, Albrecht
Indexbegriff Person: Volland, Ulrich Nikolaus
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Fornikationen
Alfalter
Artelshofen - Oberes Dorf
Artelshofen, Amtsknechtsstube
Hersbruck
Velden
Vorra
Fornikation
Verhör
Protokoll
Schustermeister, Artelshofen
Bauer
Webermeister, Vorra
Schwangerschaft verheimlicht
Niederkunft
Heiratsabsicht
Schriftwechsel
Bestätter
Arrest
Todesfall
Steckfluss
Pflegamt Hersbruck
Pfleger, Hersbruck
Amtsknecht Artelshofen
Beschwerde
Untersuchung
Pflegamt Velden
Pfleger, Velden
Fraischbehörde
Meldepflicht
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
13.06.20252025, 13:00 MESZ