Naval Historical Team der US-Navy (Bestand)
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BArch ZA 4
call number: ZA 4
Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Bundesrepublik Deutschland mit westalliierten Besatzungszonen (1945 ff) >> Westalliierte Besatzungszonen (1945-1949) >> Einrichtungen im Dienst von westalliierten Streitkräften und Behörden
1935-1952
Geschichte des Bestandsbildners: Das „Naval Historical Team" war eine Einrichtung der US-Navy unter Zuständigkeit des Director of Naval Intelligence (Marine-Nachrichtendienst). Nach der Berlin-Krise hatte Admiral a.D. Conrad Patzig von den Amerikanern den Auftrag erhalten, einige geeignete Personen für dieses Arbeitsteam auszusuchen. Das Naval Historical Team trat am 9. April 1949 in Bremerhaven zusammen und umfaßte fünf festangestellte deutsche Marineoffiziere unter der Leitung von Generaladmiral a.D. Otto Schniewind. Zum Team gehörten Vizeadmiral a.D. Friedrich Ruge, Vizeadmiral a.D. Hellmuth Heye, Konteradmiral a.D. Gerhard Wagner und Oberst i.G. a.D. Gaul. Zeitweilig zugehörig waren Konteradmiral a.D. Eberhardt Godt und Kapitän z.S. a.D. Hans Rudolf Rösing.
Die deutschen Marineoffiziere sollten in amerikanischem Auftrag Studien zur Marine-Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkrieges verfassen, wobei das Interesse der US-Navy weniger auf der Aufarbeitung militärgeschichtlicher Ergeignisse lag, sondern mehr auf der Beantwortung aktueller marinebezogener Fragen anhand der deutschen Kriegserfahrungen. Der Schwerpunkt der dem Team gestellten Aufträge lag in der Folgezeit vor allem bei möglichen Seeoperationen in Nord- und Ostsee, aber auch im Nordmeer und im Atlantik. Das „Naval Historical Team" begriff sich gerade aus diesem Grund im Laufe der Zeit als Keimzelle einer künftigen deutschen Marine und schließlich erstand in der Person Ruges aus seinen Reihen 1957 der erste Inspekteur der Bundesmarine, mit Wagner als Stellvertreter und Chef des Stabes. Auf die Konzeption der Bundesmarine hatten die Vorstellungen der Angehörigen des „Naval Historical Team" erheblichen und gestaltenden Einfluß.Von der Arbeitsgruppe gingen wesentliche Impulse für die Himmeroder Denkschrift zum Wiederaufbau deutscher Streitkräfte aus, bei der für die Planungen der Marine Vizeadmiral a.D. Ruge federführend war. Es galt eine Küstenvorfeldmarine zu konzipieren, deren Hauptaufgabe in der Beteiligung am Schutz der Ostseeausgänge bestand. Diese Probleme wurden unter Heranziehung von Beispielen und Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Weitere derartige Studien befinden sich im Nachlaß von Konteradmiral Gerhard Wagner.
Bearbeitungshinweis: Die Akten wurden bereits 1976 konservatorisch bearbeitet. Im Zuge der Überarbeitung wurde der Bestand 2006 in die Datenbank BASYS-S eingegeben.
Fünf Archivalien wurden aus dem Bestand entnommen und in den Nachlaß Friedrich Ruge überführt (alt: ZA 4 / 9 und 12 bis 15; neu: N 379 / 340 bis 344).
Bestandsbeschreibung: Die Akten des „Naval Historical Team" wurden zum Teil 1965 von Vizeadmiral a.D. Ruge (ZA 4 / 3, 4, 4D, 5, 10, 11) und zum Teil 1967 vom Marineattaché in Washington (ZA 4 / 1, 2, 6, 7, 8) abgegeben.
Eine weitere Archivalie mit einer Studie der US-Navy in deutscher Übersetzung wurde vom Marinewaffenkommando übernommen und ebenfalls bereits 1976 in ZA 4 übernommen und nun dort belassen.
Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand besteht im wesentlichen aus marine-kriegsgeschichtlichen Studien, hauptsächlich in englischer Sprache.
Zitierweise: BArch ZA 4/...
Die deutschen Marineoffiziere sollten in amerikanischem Auftrag Studien zur Marine-Kriegsgeschichte des Zweiten Weltkrieges verfassen, wobei das Interesse der US-Navy weniger auf der Aufarbeitung militärgeschichtlicher Ergeignisse lag, sondern mehr auf der Beantwortung aktueller marinebezogener Fragen anhand der deutschen Kriegserfahrungen. Der Schwerpunkt der dem Team gestellten Aufträge lag in der Folgezeit vor allem bei möglichen Seeoperationen in Nord- und Ostsee, aber auch im Nordmeer und im Atlantik. Das „Naval Historical Team" begriff sich gerade aus diesem Grund im Laufe der Zeit als Keimzelle einer künftigen deutschen Marine und schließlich erstand in der Person Ruges aus seinen Reihen 1957 der erste Inspekteur der Bundesmarine, mit Wagner als Stellvertreter und Chef des Stabes. Auf die Konzeption der Bundesmarine hatten die Vorstellungen der Angehörigen des „Naval Historical Team" erheblichen und gestaltenden Einfluß.Von der Arbeitsgruppe gingen wesentliche Impulse für die Himmeroder Denkschrift zum Wiederaufbau deutscher Streitkräfte aus, bei der für die Planungen der Marine Vizeadmiral a.D. Ruge federführend war. Es galt eine Küstenvorfeldmarine zu konzipieren, deren Hauptaufgabe in der Beteiligung am Schutz der Ostseeausgänge bestand. Diese Probleme wurden unter Heranziehung von Beispielen und Erfahrungen aus dem Zweiten Weltkrieg untersucht. Weitere derartige Studien befinden sich im Nachlaß von Konteradmiral Gerhard Wagner.
Bearbeitungshinweis: Die Akten wurden bereits 1976 konservatorisch bearbeitet. Im Zuge der Überarbeitung wurde der Bestand 2006 in die Datenbank BASYS-S eingegeben.
Fünf Archivalien wurden aus dem Bestand entnommen und in den Nachlaß Friedrich Ruge überführt (alt: ZA 4 / 9 und 12 bis 15; neu: N 379 / 340 bis 344).
Bestandsbeschreibung: Die Akten des „Naval Historical Team" wurden zum Teil 1965 von Vizeadmiral a.D. Ruge (ZA 4 / 3, 4, 4D, 5, 10, 11) und zum Teil 1967 vom Marineattaché in Washington (ZA 4 / 1, 2, 6, 7, 8) abgegeben.
Eine weitere Archivalie mit einer Studie der US-Navy in deutscher Übersetzung wurde vom Marinewaffenkommando übernommen und ebenfalls bereits 1976 in ZA 4 übernommen und nun dort belassen.
Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand besteht im wesentlichen aus marine-kriegsgeschichtlichen Studien, hauptsächlich in englischer Sprache.
Zitierweise: BArch ZA 4/...
Naval Historical Team, 1949-1952
16 Aufbewahrungseinheiten; 0,2 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Verwandtes Archivgut im Bundesarchiv: Bestände:
N 379 Nachlaß Friedrich Ruge
N 537 Nachlaß Wilhelm Meisel
N 539 Nachlaß Gerhard Wagner
N 552 Nachlaß Wilhelm Moessel
Literatur: Greiner, Christian: „Operational History (German) Section" und „Naval Historical Team". Deutsches militärstrategisches Denken im Dienst der amerikanischen Streitkräfte von 1946 bis 1950. in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Militärgeschichte. Probleme - Thesen - Wege. Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte. 25. Band. Stuttgart 1982
Meyer, Georg: Zur Situation der deutschen militärischen Führungsschicht im Vorfeld des westdeutschen Verteidigungsbeitrages 1945-1950/51. in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik 1945 - 1956. Band 1. Von der Kapitulation bis zum Pleven-Plan. München, Wien 1982
N 379 Nachlaß Friedrich Ruge
N 537 Nachlaß Wilhelm Meisel
N 539 Nachlaß Gerhard Wagner
N 552 Nachlaß Wilhelm Moessel
Literatur: Greiner, Christian: „Operational History (German) Section" und „Naval Historical Team". Deutsches militärstrategisches Denken im Dienst der amerikanischen Streitkräfte von 1946 bis 1950. in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Militärgeschichte. Probleme - Thesen - Wege. Beiträge zur Militär- und Kriegsgeschichte. 25. Band. Stuttgart 1982
Meyer, Georg: Zur Situation der deutschen militärischen Führungsschicht im Vorfeld des westdeutschen Verteidigungsbeitrages 1945-1950/51. in: Militärgeschichtliches Forschungsamt (Hrsg.): Anfänge westdeutscher Sicherheitspolitik 1945 - 1956. Band 1. Von der Kapitulation bis zum Pleven-Plan. München, Wien 1982
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
24.04.2026, 10:58 MESZ