Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass sich zwischen Burkhard von Angelach (Burkarten von Anglach) als Vormund der Kinder des verstorbenen Heinrich Beyer [von Boppard], einerseits und Siegfried (Syfrid) Blick von Lichtenberg andererseits Irrungen gehalten haben. Diese rühren von einem Vertrag her, den Konrad von Frankenstein und Meinhard von Koppenstein, Baumeister zu Wartenberg, aufgerichtet hatten, und betreffen den Mühlacker und den benachbarten Wald (gewelde) [bei Wartenberg?]. Die von beiden besiegelte und papierne Ausfertigung datiert auf den 25.03.1495 (uff mitwoch nach dem sonntag oculi). Die Vormunde haben gefordert, dass Acker und Wald bis an den Berg "Kemer Halde" genannt an die Kinder abgetreten werden, Siegfried hat dies verweigert. Hermann Boos von Waldeck, Hofmeister, Jakob Kuhorn, Doktor und Kanzler, Zeisolf von Adelsheim, Vogt zu Ortenberg, und andere pfalzgräfliche Räte entscheiden, nachdem die Parteien ihnen die Sache anheimgestellt haben, dass Siegfried Blick den Kindern des Heinrich Beyer auch die "Kemer Halde" zusätzlich zu dem genannten Acker und Wald wie Eigengut abtreten soll. Dafür sollen die Vormunde dem Siegfried 16 Gulden reichen. Damit sollen die Irrungen gänzlich geschlichtet sein. Der erwähnte Rachtungsbrief der Baumeister soll weiter in Kraft bleiben und ausgeführt werden, hingegen der andere Brief von Godelmann Blick über einen Acker auf dem "Molberg" und das "Kemer gut" kraftlos sein. Beide Parteien erhalten eine Ausfertigung dieses Entscheids.
Vollständigen Titel anzeigen
Kurfürst Philipp von der Pfalz bekundet, dass sich zwischen Burkhard von Angelach (Burkarten von Anglach) als Vormund der Kinder des verstorbenen Heinrich Beyer [von Boppard], einerseits und Siegfried (Syfrid) Blick von Lichtenberg andererseits Irrungen gehalten haben. Diese rühren von einem Vertrag her, den Konrad von Frankenstein und Meinhard von Koppenstein, Baumeister zu Wartenberg, aufgerichtet hatten, und betreffen den Mühlacker und den benachbarten Wald (gewelde) [bei Wartenberg?]. Die von beiden besiegelte und papierne Ausfertigung datiert auf den 25.03.1495 (uff mitwoch nach dem sonntag oculi). Die Vormunde haben gefordert, dass Acker und Wald bis an den Berg "Kemer Halde" genannt an die Kinder abgetreten werden, Siegfried hat dies verweigert. Hermann Boos von Waldeck, Hofmeister, Jakob Kuhorn, Doktor und Kanzler, Zeisolf von Adelsheim, Vogt zu Ortenberg, und andere pfalzgräfliche Räte entscheiden, nachdem die Parteien ihnen die Sache anheimgestellt haben, dass Siegfried Blick den Kindern des Heinrich Beyer auch die "Kemer Halde" zusätzlich zu dem genannten Acker und Wald wie Eigengut abtreten soll. Dafür sollen die Vormunde dem Siegfried 16 Gulden reichen. Damit sollen die Irrungen gänzlich geschlichtet sein. Der erwähnte Rachtungsbrief der Baumeister soll weiter in Kraft bleiben und ausgeführt werden, hingegen der andere Brief von Godelmann Blick über einen Acker auf dem "Molberg" und das "Kemer gut" kraftlos sein. Beide Parteien erhalten eine Ausfertigung dieses Entscheids.
Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Nr. 824, 306
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 67 Kopialbücher
Kopialbücher >> Weltliche Territorien und Herrschaften >> Kurpfalz >> Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten >> Philipp >> Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) >> Urkunden
1500 Oktober 31 (uff sambstag aller heyligen abent)
fol. 445r-445v
Urkunden
Ausstellungsort: Heidelberg
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (aufgedrücktes Sekretsiegel)
Siegler: Kurfürst Philipp von der Pfalz (aufgedrücktes Sekretsiegel)
Kopfregest: "Entscheidt zuschen Burckharten von Anglach als furmonder Heinrich Beyers seligen kinde und Syfrid Bliecken von Lichtenbergk".
Adelsheim, Zeisolf von; Vogt zu Ortenberg, 1484, 1503 tot
Angelach [Angeloch, Angelloch], Burkhard von; erw. 1498, 1506
Beyer von Boppard, Heinrich; ux. Margarethe Böcklin von Eutingertal, 1491 tot
Blick von Lichtenberg, Godelmann; 14./15. Jh.
Blick von Lichtenberg, Siegfried; erw. 1500
Frankenstein, Konrad von; ux. Apollonia von Kronberg, erw. 1484, 1504 tot
Koppenstein, Meinhard von; erw. 1469, 1489
Kuhorn (Kühorn, Kuwhorn), Jakob; kurpfälzischer Kanzler, -1502/1503
Wartenberg, Burg bei Wartenberg-Rohrbach KIB
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
04.04.2025, 08:09 MESZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)
- Ältere Bestände (vornehmlich aus der Zeit des Alten Reichs) (Tektonik)
- Amtsbücher (Tektonik)
- Kopialbücher (Tektonik)
- Kopialbücher (Bestand)
- Weltliche Territorien und Herrschaften (Gliederung)
- Kurpfalz (Gliederung)
- Einzelne Pfalzgrafen und Kurfürsten (Gliederung)
- Philipp (Gliederung)
- Entscheide, Anlässe und Verträge II (Kurfürst Philipps von der Pfalz) (Archivale)
- Urkunden (Teil)
Public Domain Mark 1.0 Universell