E 10/N 193 Teilnachlass Magdalena Herrgott (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
E 10/N 193
Stadtarchiv Tübingen (Archivtektonik) >> E: Fremdprovenienzen >> E 10: Kleinere Nachlässe
1935-1997
Form und Inhalt: Der kleine Bestand umfasst nur wenige Schriftstücke der späten 1940er Jahre aus dem Nachlass von Magdalena Herrgott. Dabei geht es um den Zuzug nach Tübingen (Befreiung von der Zuzugssperre 1947), um Lastenausgleich, Arbeitssuche, Wohnungssuche in Tübingen unter den Bedingungen der Zwangsbewirtschaftung, Streitigkeiten mit einer zahlungsunfähigen Untermieterin, Lohnsteuerkarte 1948. Unter den überwiegend amtlichen Schriftstücken befinden sich zwei Postkarten von Margarete Schneider (Witwe des Predigers von Buchenwald Paul Schneider); besonders hervorzuheben ist ein Haushaltsbuch, eigentlich nur ein Heft im Format Din A5, über Einnahmen und Ausgaben, das Magdalena Herrgott unmittelbar nach der Währungsreform im Juni 1948 mit dem berühmten Kopfgeld von 40 Mark begann und bis 1951 penibel fortführte.
Der Teilnachlass wurde dem Stadtarchiv im Januar 2012 von Magdalenas Annette Herrgott geschenkweise überlassen. Sie berichtet, dass ihre Mutter im letzten Jahr hochbetagt verstorben sei und sie dabei auf die übergebenen Unterlagen gestoßen sei. Ihre Mutter habe einen äußerst interessanten Lebenslauf gehabt. Sie sei nach einer Ausbildung als Krankenschwester (abgeschlossen 1933 in Sachsen) in die Mission nach Afrika gegangen (zunächst nach Kenia, später dann Tansania in der Nähe von Moshi). Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges seien sie und ihr Ehemann von den Engländern interniert worden, zuletzt in Rhodesien. Erst nach dem Krieg habe sich die Familie in Tübingen angesiedelt. Anfang der 1950er-Jahre habe ihre Mutter für sie ein Sparbuch bei der Kreissparkasse eingerichtet, das mit dem Kennwort "Moshi" versehen war. Leider sei dieses Büchlein nicht erhalten.
Im März 2012 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Hausfrau [in Ostafrika 1935-1937]; ein Erlebnisbericht von Magdalena Knabe-Herrgott; in: Mitteilungen des Vereins ehemaliger Carolaschülerinnnen e.V., Sept. 1935, Nr. 3 (Kopie);
- Führerschein 1938, mit Passbild;
- Passfoto (1964); Photo-Jäggle, Tübingen;
- Banksparbuch / Einlagenbuch der Girozentrale Dresden, 1928-1951, beiliegend Schriftwechsel mit Notenbank Berlin (DDR) und Staatsbank Berlin (bis 1990);
- Lebensmittelkartentasche, ohne Inhalt;
- diverse amtliche Schriftstücke 195-1959 (u.a. Erlangung des Armenrechts, Darlehen für den Existenzaufbau, Erlaubnisschein zum Leseholzsammeln);
- zwei kleine Grußkarten in Briefumschlägen von ehemaligen Angehörigen der französischen Garnison, 1957;
- Urkunde der Bahnhofsmission für 20 Jahre Mitarbeit, 1997.
Im November 2018 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Medaille für deutsche Volkspflege an rot-weißem Band und die dazugehörige Verleihungsurkunde für die Kinderpflegerin Magdalena Knabe, unterzeichnet von Adolf Hitler, Berlin 1943;
- „Der Brand im Kindergarten des Internierungslagers Salisbury am 22. September 1942“, zusammengestellt von Annette Herrgott 1995/96 [Anmerkung: in Salisbury (heute Harare / Simbabwe) befand sich im Zweiten Weltkrieg ein britisches Internierungslager, in dem auch Magdalena Knabe interniert war. Bei dem Kindergartenbrand 1942 wurde sie schwer verletzt, wofür ihr die deutsche Medaille verliehen wurden].
Im Februar 2019 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Urkunde über die Teilnahme am 7. Ferienseminar für Gartenfreunde in Überlingen, 1970;
- Urkunde über die Verleihung der Silbernen Ehrennadel des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V., Tübingen 1999;
- Unterlagen betr. Rente, v.a. Schriftwechsel mit der Bundesversicherungsanstalt, 1952-1982
Der Teilnachlass wurde dem Stadtarchiv im Januar 2012 von Magdalenas Annette Herrgott geschenkweise überlassen. Sie berichtet, dass ihre Mutter im letzten Jahr hochbetagt verstorben sei und sie dabei auf die übergebenen Unterlagen gestoßen sei. Ihre Mutter habe einen äußerst interessanten Lebenslauf gehabt. Sie sei nach einer Ausbildung als Krankenschwester (abgeschlossen 1933 in Sachsen) in die Mission nach Afrika gegangen (zunächst nach Kenia, später dann Tansania in der Nähe von Moshi). Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges seien sie und ihr Ehemann von den Engländern interniert worden, zuletzt in Rhodesien. Erst nach dem Krieg habe sich die Familie in Tübingen angesiedelt. Anfang der 1950er-Jahre habe ihre Mutter für sie ein Sparbuch bei der Kreissparkasse eingerichtet, das mit dem Kennwort "Moshi" versehen war. Leider sei dieses Büchlein nicht erhalten.
Im März 2012 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Hausfrau [in Ostafrika 1935-1937]; ein Erlebnisbericht von Magdalena Knabe-Herrgott; in: Mitteilungen des Vereins ehemaliger Carolaschülerinnnen e.V., Sept. 1935, Nr. 3 (Kopie);
- Führerschein 1938, mit Passbild;
- Passfoto (1964); Photo-Jäggle, Tübingen;
- Banksparbuch / Einlagenbuch der Girozentrale Dresden, 1928-1951, beiliegend Schriftwechsel mit Notenbank Berlin (DDR) und Staatsbank Berlin (bis 1990);
- Lebensmittelkartentasche, ohne Inhalt;
- diverse amtliche Schriftstücke 195-1959 (u.a. Erlangung des Armenrechts, Darlehen für den Existenzaufbau, Erlaubnisschein zum Leseholzsammeln);
- zwei kleine Grußkarten in Briefumschlägen von ehemaligen Angehörigen der französischen Garnison, 1957;
- Urkunde der Bahnhofsmission für 20 Jahre Mitarbeit, 1997.
Im November 2018 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Medaille für deutsche Volkspflege an rot-weißem Band und die dazugehörige Verleihungsurkunde für die Kinderpflegerin Magdalena Knabe, unterzeichnet von Adolf Hitler, Berlin 1943;
- „Der Brand im Kindergarten des Internierungslagers Salisbury am 22. September 1942“, zusammengestellt von Annette Herrgott 1995/96 [Anmerkung: in Salisbury (heute Harare / Simbabwe) befand sich im Zweiten Weltkrieg ein britisches Internierungslager, in dem auch Magdalena Knabe interniert war. Bei dem Kindergartenbrand 1942 wurde sie schwer verletzt, wofür ihr die deutsche Medaille verliehen wurden].
Im Februar 2019 wurde dem Stadtarchiv von Annette Herrgott folgender Nachtrag geschenkweise überlassen:
- Urkunde über die Teilnahme am 7. Ferienseminar für Gartenfreunde in Überlingen, 1970;
- Urkunde über die Verleihung der Silbernen Ehrennadel des Landesverbandes für Obstbau, Garten und Landschaft Baden-Württemberg e.V., Tübingen 1999;
- Unterlagen betr. Rente, v.a. Schriftwechsel mit der Bundesversicherungsanstalt, 1952-1982
0,1 lfd. m
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
29.04.2025, 08:21 MESZ