Autographensammlung Engelmann, HHI.94.5036.408
HHI.Handschriftenabteilung-I Handschriftenabteilung I
Handschriftenabteilung I >> Archivalie – Korrespondenz
1926
"Sehr geehrter Herr Doktor!
Wenn ich bis jetzt auf Ihre Zuschrift, dem Ehrenausschuss beizutreten, nicht geantwortet habe, so lag das an folgendem. Wenige Jahre vor seinem Tode war ich bei dem alten Meister Wilhelm Raabe zu Besuch. Er kam in seiner bekannten Verbitterung über die schlechte Behandlung, die er seitens des deutschen Volkes genossen hat, darauf zu sprechen, daß man ihm vielleicht nach seinem Tode ein Denkmal errichten würde und sagte wörtlich zu mir: wenn Sie dann etwa einen Aufruf bekommen, dann nehmen Sie ihn mit zwei Fingern und werfen ihn in den Papierkorb. Trotzdem werde ich dem Ehrenausschuß beitreten, da ja dem verehrten Meister langsam wenn auch allzu langsam und viel zu spät, das Seine wird. Bitte also, meinen Namen auf Ihre Liste zu setzen.
Mit vorzüglicher Hochachtung Paul Keller."
Wenn ich bis jetzt auf Ihre Zuschrift, dem Ehrenausschuss beizutreten, nicht geantwortet habe, so lag das an folgendem. Wenige Jahre vor seinem Tode war ich bei dem alten Meister Wilhelm Raabe zu Besuch. Er kam in seiner bekannten Verbitterung über die schlechte Behandlung, die er seitens des deutschen Volkes genossen hat, darauf zu sprechen, daß man ihm vielleicht nach seinem Tode ein Denkmal errichten würde und sagte wörtlich zu mir: wenn Sie dann etwa einen Aufruf bekommen, dann nehmen Sie ihn mit zwei Fingern und werfen ihn in den Papierkorb. Trotzdem werde ich dem Ehrenausschuß beitreten, da ja dem verehrten Meister langsam wenn auch allzu langsam und viel zu spät, das Seine wird. Bitte also, meinen Namen auf Ihre Liste zu setzen.
Mit vorzüglicher Hochachtung Paul Keller."
1 Brief mit Unterschrift
Absender*in: Paul Keller
Archivalie – Korrespondenz
Deutsch
Paul Keller - Absender*in
Breslau - Absendeort
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.11.2025, 11:59 MEZ
Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen 4.0 International