B Rep. 409 Kinderklinik Frohnau (Bestand)
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B Rep. 409
Landesarchiv Berlin (Archivtektonik) >> B Bestände (West-) Berliner Behörden bis 1990 >> B 2 Senat von Berlin >> B 2.2 Nachgeordnete Einrichtungen >> B Rep. 400 bis B Rep. 416 Städtische Krankenhäuser
1947-1964
Vorwort: B Rep. 409 Kinderklinik Frohnau
1. Krankenhausgeschichte
Seit 1923 war Dr. Ernst Wentzler als Kinderarzt in Berlin tätig und führte er in dem Haus an der Veltheimpromenade (heute Zeltinger Straße 44) in Berlin-Frohnau eine Praxis und baute Räume zu einer privaten Kinderklinik um. Das Gebäude der Kinderklinik erwarb er im Mai 1934. Seine aus etwa 30 Betten umfassende Einrichtung wurde unter dem Namen "Kinderklinik Frohnau" bzw. "Deutsches Kinderkrankenhaus e. V." im dortigen Wohngebiet bekannt. Wentzler wurde 1939 zur Planung der „Kinder-Euthanasie“ angeworben und war bis Anfang 1945 einer der drei Hauptgutachter des „Reichsausschusses zur wissenschaftlichen Erforschung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“. Das Vorhandensein einer „Kinderfachabteilung“, einer gesonderten Einrichtung zur Durchführung der „Kinder-Euthanasie“, in Wentzlers Klinik gilt heute als unwahrscheinlich.
Im August 1945 zog Dr. Wentzler in seine Heimatstadt Hann. Münden zurück, wo er sich als Kinderarzt niederließ und praktizierte. Von dort aus führte er bis zum Ende des Bestehens seiner Kinderklinik 1964 die Einrichtung wirtschaftlich. 1952 wurde die Kinderklinik Frohnau am Standort Zeltlinger Straße 44 von Dr. Frank geleitet. 24 Betten standen für die stationäre Versorgung zur Verfügung. Bereits 1960 wurde geplant, die Kinderklinik zur Behandlung von Kinderkrankheiten mit den 25 Betten aufzulösen.
Das Landesarchiv Berlin erhielt die Akten 2008 von der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst zur Zeit 51 Akten (3,45 lfm) mit der Laufzeit 1946-1964. Er beinhaltet Krankengeschichten der Kinder und ein Aufnahmebuch.
Die Akten wurden im April 2008 mit der Software Augias-Archiv 8.1. erfasst und sind nun über die Datenbank nutzbar.
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, B Rep. 409 Nr. .... .
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 003-04-24 Kinderklinik Frohnau
4. Literatur
Beddies, Thomas; Schmiedebach, Heinz-Peter: Der Pädiater Dr. Ernst Wentzler und die Kinderklinik Frohnau 1923-1964, In: Berlin in Geschichte und Gegenwart ; Berlin 2002, S. 137-157 : Abb., Tab.
Denkschrift über eine Zielplanung für die Berliner Krankenanstalten (Bettenbilanz). Hrsg.: Der Senator für Gesundheitswesen.- Berlin 1960.
Führer durch das soziale Berlin (Graubuch), Hrsg.: Archiv für Wohlfahrtspflege.- Berlin 1952.
Pegler, Klaus: Es geschah in Frohnau : Frohnauer Geschichten (2). 18 weitere Mosaiksteine aus Frohnaus Vergangenheit und Gegenwart.- Berlin 2006 .
Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007
vgl. Udo Benzenhöfer: NS-„Kindereuthanasie“: „Ohne jede moralische Skrupel“. In: Deutsches Ärzteblatt, Heft 42, 20. Oktober 2000, S. A2766ff.
Berlin, Juni 2017 Kerstin Bötticher
1. Krankenhausgeschichte
Seit 1923 war Dr. Ernst Wentzler als Kinderarzt in Berlin tätig und führte er in dem Haus an der Veltheimpromenade (heute Zeltinger Straße 44) in Berlin-Frohnau eine Praxis und baute Räume zu einer privaten Kinderklinik um. Das Gebäude der Kinderklinik erwarb er im Mai 1934. Seine aus etwa 30 Betten umfassende Einrichtung wurde unter dem Namen "Kinderklinik Frohnau" bzw. "Deutsches Kinderkrankenhaus e. V." im dortigen Wohngebiet bekannt. Wentzler wurde 1939 zur Planung der „Kinder-Euthanasie“ angeworben und war bis Anfang 1945 einer der drei Hauptgutachter des „Reichsausschusses zur wissenschaftlichen Erforschung von erb- und anlagebedingten schweren Leiden“. Das Vorhandensein einer „Kinderfachabteilung“, einer gesonderten Einrichtung zur Durchführung der „Kinder-Euthanasie“, in Wentzlers Klinik gilt heute als unwahrscheinlich.
Im August 1945 zog Dr. Wentzler in seine Heimatstadt Hann. Münden zurück, wo er sich als Kinderarzt niederließ und praktizierte. Von dort aus führte er bis zum Ende des Bestehens seiner Kinderklinik 1964 die Einrichtung wirtschaftlich. 1952 wurde die Kinderklinik Frohnau am Standort Zeltlinger Straße 44 von Dr. Frank geleitet. 24 Betten standen für die stationäre Versorgung zur Verfügung. Bereits 1960 wurde geplant, die Kinderklinik zur Behandlung von Kinderkrankheiten mit den 25 Betten aufzulösen.
Das Landesarchiv Berlin erhielt die Akten 2008 von der Vivantes Netzwerk für Gesundheit GmbH.
2. Bestandsbeschreibung
Der Bestand umfasst zur Zeit 51 Akten (3,45 lfm) mit der Laufzeit 1946-1964. Er beinhaltet Krankengeschichten der Kinder und ein Aufnahmebuch.
Die Akten wurden im April 2008 mit der Software Augias-Archiv 8.1. erfasst und sind nun über die Datenbank nutzbar.
Zahlreiche Akten sind auf Grund archivgesetzlicher Bestimmungen bzw. der EU-Datenschutz-Grundverordnung für die Benutzung befristet gesperrt. Eine Verkürzung der Schutzfristen kann auf Antrag erfolgen. Dazu bedarf es der besonderen Zustimmung des Landesarchivs.
Der Bestand ist wie folgt zu zitieren: Landesarchiv Berlin, B Rep. 409 Nr. .... .
3. Korrespondierende Bestände
A Rep. 003-04-24 Kinderklinik Frohnau
4. Literatur
Beddies, Thomas; Schmiedebach, Heinz-Peter: Der Pädiater Dr. Ernst Wentzler und die Kinderklinik Frohnau 1923-1964, In: Berlin in Geschichte und Gegenwart ; Berlin 2002, S. 137-157 : Abb., Tab.
Denkschrift über eine Zielplanung für die Berliner Krankenanstalten (Bettenbilanz). Hrsg.: Der Senator für Gesundheitswesen.- Berlin 1960.
Führer durch das soziale Berlin (Graubuch), Hrsg.: Archiv für Wohlfahrtspflege.- Berlin 1952.
Pegler, Klaus: Es geschah in Frohnau : Frohnauer Geschichten (2). 18 weitere Mosaiksteine aus Frohnaus Vergangenheit und Gegenwart.- Berlin 2006 .
Ernst Klee: Das Personenlexikon zum Dritten Reich. Frankfurt am Main 2007
vgl. Udo Benzenhöfer: NS-„Kindereuthanasie“: „Ohne jede moralische Skrupel“. In: Deutsches Ärzteblatt, Heft 42, 20. Oktober 2000, S. A2766ff.
Berlin, Juni 2017 Kerstin Bötticher
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Für nähere Informationen zu Nutzungs- und Verwertungsrechten kontaktieren Sie bitte info@landesarchiv.berlin.de.
22.08.2025, 11:21 MESZ