Amt Nörvenich und Rentei (Bestand)
Vollständigen Titel anzeigen
A Nör
Stadt- und Kreisarchiv Düren (Archivtektonik) >> Andere Gebietsprovenienzen >> Andere >> A 22 >> Amt Nörvenich und Rentei
1447-1800
Form und Inhalt: Vorwort: BestandsgeschichteDer Bestand "Amt Nörvenich" (A Nör) umfasst Akten aus der Zeit zwischen 1450 und 1800. Die Provenienz dieser Akten ist das jülichsche Amt Nörvenich, umfassend die Gefache: Nörvenich, Isweiler, Golzheim, Wissersheim und Eschweiler und den Dingstuhl Hambach, bzw. die Rentmeisterei und die dazu gehörigen Gerichtschreibereien. Der Bestand hat 498 Nummern.Der Bestand war Ende des vergangenen Jahrhunderts von A. Schoop und seinen Nachfolgern bis hin zu J. Geuenich zusammen mit den Akten des Amtes Düren und der vier Gerichte und der umliegenden Ortschaften als Pertinenzbestand Umliegende Orte (A 22) angelegt und weitergeführt worden. Durch Dr. H.-J. Domsta wurde versucht die ursprünglichen Provenienzen wiederherzustellen.Diese Trennung wurde nun auf dem Papier vollzogen.Neben den Akten des Amts Nörvenich enthält dieses Findbuch auch Akten der Rentmeisterei Nörvenich. Die Rentmeisterei bearbeitete Steuersachen sowohl des Amts Nörvenich als auch des Amts Düren. Die Verzeichnungseinheiten wurden anhand der in den Stücken angegebenen Orte dem einen oder anderen Amt zugeordnet. Nicht eindeutig Orten zuzuordnende Stücke wurden dem Amt Nörvenich zugeteilt.Im Bestand befinden sich u. a. die Publikation landesherrlicher Erlasse, Herrengedinge mit Spatzenzetteln und Brüchtenvergehen, Gerichtsprotokolle und Prozessakten, Spanndienste, Material über Schöffen und Vorsteher, Militaria, Statistische Angaben und Steuersachen z.B. Flurschäden und Steuerlisten.Der Bestand enthält viele bevölkerungsstatistische Angaben z.B. in den Steuersachen. Auch die Spatzenzettel können als Ersatz für Bevölkerungslisten herangezogen werden.In Nummer 1083 ist die Akte eines Herrengedings noch im ursprünglichen Zusammenhang erhalten. Zu den Brüchtenvergehen zählen unter anderem: Feldfrevel (Feld- und Gartendiebstahl), Scheltworte (üble Nachrede), uneheliche oder voreheliche Schwangerschaft, unterlassene Wegereparatur, Nachlässigkeit im Umgang mit Feuer und Licht, unzureichende Schornsteine.Bei der Verzeichnung wurden auch folgende Angaben aufgenommen: Umfang, Erhaltung, Provenienz und Bemerkung. Bei größeren Verzeichnungseinheiten wurde der Umfang geschätzt. Unter Erhaltung findet sich der Zustand der Akte: restauriert, nicht restauriert (gut erhalten/nicht restaurierungsbedürftig) und restaurierungsbedürftig. Provenienz zeigt, ob die Akten dem Amt Nörvenich oder der Rentmeisterei zugeordnet wurden. Das Feld Bemerkung ergänzt häufig die Provenienz mit genaueren Aussagen zu z.B. Gerichtsschreibern. Darin finden sich auch Abkürzungen:A Nör= Amt Nörvenich einschließlich Steuersachen, die sich nicht eindeutig einem Amt zuordnen ließen.R Nör= Rent(meister)ei NörvenichInnerhalb der Klassifikation ist der Bestand chronologisch geordnet.WorterklärungAmtsverhör-Protokolle: Protokolle der bei Gericht verhandelten Zivilprozesse.Auftuung: detaillierte Aufstellung über Umfang und Lage von GrundstückenBede: Grundbesitzsteuer des LandesherrenDingstuhl: feststehender Platz für öffentliche Gerichtsversammlungen, hier: Gerichts- und VerwaltungsinstanzErbungsbuch: enthält PachtangelegenheitenHunne: SchultheißSequester: VerwalterSteueranschlag: Beträge, die von 1, 2, 3, etc. Morgen zu zahlen sind. Diese Listen enthalten keine Personennamen.Weistum: Aufzeichnung des Gewohnheitsrechts(Quelle: Haberkern/Wallach: Hilfswörterbuch für Historiker, Bern und München 1964)RegisterDas Register teilt sich in ein Personenregister und ein Register der Orts- und Sachbetreffe. Die Zahlen, die hinter dem Schlagwort stehen, beziehen sich auf die Nummern, die über den Betreffen der Titelaufnahme stehen.Brüchten wurden nur dann ins Register aufgenommen, wenn der Titel nicht unter den Klassifikationspunkt eingeordnet wurde, gleiches gilt für Herrengedinge und Spatzenzettel.LiteraturRheinische Weistümer, vierte Abteilung, Die Weistümer des Herzogtums Jülich, bearbeitet von Hans J. Domsta, Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde, Düsseldorf 1983: Erster Band: Die Weistümer der jülichschen Ämter Düren und Nörvenich und der Herrschaften Burgau und GürzenichVergleiche auch das Findbuch des Dingstuhls Pier und Merken.Weitere Akten des Amtes Nörvenich befinden sich in anderen A-Beständen des Stadtarchivs z.B. A 23. (Vergleiche die Beständeübersicht)Der Bestand wurde zuletzt bis 2003 durch Herrn Dr. H.-J. Domsta verzeichnet und vorgeordnet. 2005 wurde das Findbuch durch B. Arentz fertiggestellt.Düren, Dezember 2005Berit Arentz
Bestand
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
05.11.2025, 13:59 MEZ