Heil- und Pflegeanstalt Konstanz (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Freiburg, B 822/1
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik) >> Baden 1806-1945: Untere Behörden, untere Sonderbehörden >> Geschäftsbereich Ministerium des Innern >> Heil- und Pflegeanstalten, sonstige medizinische Anstalten
1913-1941
Inhalt und Bewertung
Patientenakten (nur Männer)
Einleitung: Das Zentrum für Psychiatrie wurde 1913 als badische Heil- und Pfelgeanstalt bei Konstanz gegründet. Es diente in erster Linie der Aufnahme psychisch kranker Menschen aus dem Bodenseeraum und ergänzte die anderen badischen Heil- und Pflegeanstalten (Wiesloch, Illenau, Emmendingen) durch eine im Süden des Landes gelegene Einrichtung. Die reformpsychiatrischen Ansätze, die vor allem vom 1924 bis 1933 amtierenden Direktor Maximilian Thum vorangetrieben wurden, kamen nach dessen Entlassung aus politischen Gründen vollständig zum Erliegen. An ihre Stelle trat - auf der Grundlage des Gesetzes zur Verhühtung erbkranken Nachwuchses aus dem Jahre 1934 die Eugenik als therapeutische Zielsetzung. Vom Mai 1940 bis Februar 1941 verließen schließlich 11 Transporte mit Patienten die Anstalt in Richtung der Anstalt Grafeneck, die im Rahmen der so genannten T 4-Aktion als zentrale Tötungsanstalt fungierte. Insgesamt fielen 508 Patienten der gezielten Ermordung Geisteskranker zum Opfer. Im März 1941 wurde die Heil- und Pflegeanstalt aufgelöst und in deren Räumen eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt eingerichtet. Im Jahre 1949 wurde das Psychiatrische Landeskrankenhaus Reichenau wieder eröffnet. Im Jahre 1996 wurde aus dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus Reichenau das Zentrum für Psychiatrie Reichenau (ZPR) und aus dem Landesbetrieb zugleich eine rechtsfähige Anstalt des Öffentlichen Rechts. Vorliegender Bestand, der die Patientenakten der männlichen Patienten aus den Jahren 1913 bis 1941 umfasst, gelangte im Rahmen der Aktenaussonderung im Jahre 1990 in das Staatsarchiv Freiburg. Die in Form einer Abgabeliste erschlossenen Unterlagen wurden innerhalb des Schwerpunktprogramms der Konversion analoger Findmittel in digitale Online-Findmittel des Staatsarchivs Freiburg im Frühjahr 2011 durch die Archivangestellte Jennifer Rissmann in das Archivsystem SCOPE-Archiv übertragen und einer Vollständigkeitskontrolle unterzogen. Zugleich wurde der Bestand entmetallisiert und archivgerecht verpackt. Diejenigen Unterlagen, die keinen personenschutzrechtlichen Sperrfristen mehr unterliegen, stehen im Online-Angebot des Landesarchivs zur freien Nutzung zur Verfügung. Der Bestand umfasst nunmehr die Bestellnummern 1-4766 (darunter Leernummern) in 26,50 lfd.m. Freiburg, im Juli 2011 Dr. Kurt Hochstuhl Literatur: Heinz Faulstich: Von der Irrenfürsorge zur "Euthanasie". Geschichte der badischen Psychiatrie 1945. Freiburg im Breisgau 1993; http://www.zfp-start.de ;
Patientenakten (nur Männer)
Einleitung: Das Zentrum für Psychiatrie wurde 1913 als badische Heil- und Pfelgeanstalt bei Konstanz gegründet. Es diente in erster Linie der Aufnahme psychisch kranker Menschen aus dem Bodenseeraum und ergänzte die anderen badischen Heil- und Pflegeanstalten (Wiesloch, Illenau, Emmendingen) durch eine im Süden des Landes gelegene Einrichtung. Die reformpsychiatrischen Ansätze, die vor allem vom 1924 bis 1933 amtierenden Direktor Maximilian Thum vorangetrieben wurden, kamen nach dessen Entlassung aus politischen Gründen vollständig zum Erliegen. An ihre Stelle trat - auf der Grundlage des Gesetzes zur Verhühtung erbkranken Nachwuchses aus dem Jahre 1934 die Eugenik als therapeutische Zielsetzung. Vom Mai 1940 bis Februar 1941 verließen schließlich 11 Transporte mit Patienten die Anstalt in Richtung der Anstalt Grafeneck, die im Rahmen der so genannten T 4-Aktion als zentrale Tötungsanstalt fungierte. Insgesamt fielen 508 Patienten der gezielten Ermordung Geisteskranker zum Opfer. Im März 1941 wurde die Heil- und Pflegeanstalt aufgelöst und in deren Räumen eine Nationalpolitische Erziehungsanstalt eingerichtet. Im Jahre 1949 wurde das Psychiatrische Landeskrankenhaus Reichenau wieder eröffnet. Im Jahre 1996 wurde aus dem Psychiatrischen Landeskrankenhaus Reichenau das Zentrum für Psychiatrie Reichenau (ZPR) und aus dem Landesbetrieb zugleich eine rechtsfähige Anstalt des Öffentlichen Rechts. Vorliegender Bestand, der die Patientenakten der männlichen Patienten aus den Jahren 1913 bis 1941 umfasst, gelangte im Rahmen der Aktenaussonderung im Jahre 1990 in das Staatsarchiv Freiburg. Die in Form einer Abgabeliste erschlossenen Unterlagen wurden innerhalb des Schwerpunktprogramms der Konversion analoger Findmittel in digitale Online-Findmittel des Staatsarchivs Freiburg im Frühjahr 2011 durch die Archivangestellte Jennifer Rissmann in das Archivsystem SCOPE-Archiv übertragen und einer Vollständigkeitskontrolle unterzogen. Zugleich wurde der Bestand entmetallisiert und archivgerecht verpackt. Diejenigen Unterlagen, die keinen personenschutzrechtlichen Sperrfristen mehr unterliegen, stehen im Online-Angebot des Landesarchivs zur freien Nutzung zur Verfügung. Der Bestand umfasst nunmehr die Bestellnummern 1-4766 (darunter Leernummern) in 26,50 lfd.m. Freiburg, im Juli 2011 Dr. Kurt Hochstuhl Literatur: Heinz Faulstich: Von der Irrenfürsorge zur "Euthanasie". Geschichte der badischen Psychiatrie 1945. Freiburg im Breisgau 1993; http://www.zfp-start.de ;
1-4766 (Leernummern)
Bestand
Konstanz KN; Heil- und Pflegeanstalt
Heil- und Pflegeanstalt Konstanz
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 14:41 MEZ
Hierarchie
Hierarchie Detailansicht
- Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Freiburg (Archivtektonik)
- Baden 1806-1945: Untere Behörden, untere Sonderbehörden (Tektonik)
- Geschäftsbereich Ministerium des Innern (Tektonik)
- Heil- und Pflegeanstalten, sonstige medizinische Anstalten (Tektonik)
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