An einen Oberamtmann (wo? Die Anschrift ist weggetrennt) +)
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A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. A 2 e (Urfehden u.a.) Nr. 7508
A 2 e (Urfehden u.a.) Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26)
Reichsstädtische Urkunden und Akten (Bde. 19, 21-22, 26) >> Bd. 21 Urgichten
(15)74 Dezember 31
Regest: Dem Unterzeichneten ist am gestrigen Donnerstag von Kleinengstingen ein Gefangener hierher (nach Urach) geliefert worden, der sich Hans Mangolt von Reilingshausen (Rielingshausen) Marbacher Amts nennt und mit 2 Kindern, einem Knaben um 12 Jahr und einem Mädlin um 8 Jahr, auf dem Land dem Bettel nachzieht und am Zinstag (Dienstag), dem Tag der unschuldigen Kindlein, nachts mit seinesgleichen, einem armen Landrecken (= Vagabunden, Landstreicher), von Sondelfingen aus, wo sie ihre Kinder gelassen hatten auf die Alb gen Grossengstingen gezogen ist. Dort wollte nach seiner Angabe sein Gesell um 10 Uhr nachts in einen Keller einbrechen. Darob wurden sie jedoch beide ergriffen (= ertappt) und verjagt und auf dem Kleinengstinger Zehenten (= Gebiet, Markung) dieser Verhaftete gefangen. Der Rechtschuldige soll entronnen sein. Dieser heisse Michel oder Hans. Seine Kleidung sei ein weiss, zwilchen Wams mit Schleiflen (?), ein schwarz, leinen Pludergesäss und weisse Strümpf daran, ein schwarzer, gezogener (= ?) Hut. Er habe ein kleines, schwarzes Bärtlein und 3 Kinder bei sich, 2 Mädlin und 1 Buben, trage einen Krämerkorb mit einer schwarzen, leinenen Decke überdeckt. Soll ein berühmter Dieb mit Einbrechen sein und seine besonderen Instrumente dazu haben und sich viel um Reutlingen, Betzingen und Sondelfingen aufhalten und soll dem Maier bei dem Adressaten mit 2 andern Gesellen, von denen der eine der Ulbacher heisse, auch in den Keller gebrochen sein und ein Fässlein Schmalz samt etlichen Brotlaiben gestohlen haben.
Der Verhaftete bekennt auch, dass ihm durch des Entronnenen Mädlin angezeigt wurde, dass er gleich am andern Tag das gestohlene Schmalz oben im Dorf - seine Fenster mit roten Läden - um 1 1/2 Gulden verkauft habe.
Weil der entronnene Dieb an den genannten Orten sich aufgehalten hat und im Hausener Tal zu finden sein soll, so erhält der Empfänger des Schreibens den Befehl, alsbald solches in seinen Amtsflecken zu wissen zu tun, nachzuforschen und besonders auch bei den Herren zu Reutlingen nach dem Entlaufenen zu fragen und auf ihn gute Achtung geben zu lassen und, wenn er betreten (= erwischt) wird, ihn nach Urach zu liefern.
Der Verhaftete bekennt auch, dass ihm durch des Entronnenen Mädlin angezeigt wurde, dass er gleich am andern Tag das gestohlene Schmalz oben im Dorf - seine Fenster mit roten Läden - um 1 1/2 Gulden verkauft habe.
Weil der entronnene Dieb an den genannten Orten sich aufgehalten hat und im Hausener Tal zu finden sein soll, so erhält der Empfänger des Schreibens den Befehl, alsbald solches in seinen Amtsflecken zu wissen zu tun, nachzuforschen und besonders auch bei den Herren zu Reutlingen nach dem Entlaufenen zu fragen und auf ihn gute Achtung geben zu lassen und, wenn er betreten (= erwischt) wird, ihn nach Urach zu liefern.
Beschreibstoff: Pap.
Archivale
Zeugen / Siegler / Unterschriften: Untervogt zu Urach Hans Wendel Däckher
Bemerkungen: +) zu Oberamt und Oberamtmann vgl. OABeschreibung von Urach 2. Aufl. S. 203 ff.
Genetisches Stadium: Or.
Bemerkungen: +) zu Oberamt und Oberamtmann vgl. OABeschreibung von Urach 2. Aufl. S. 203 ff.
Genetisches Stadium: Or.
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
20.03.2025, 11:14 MEZ