Der Kläger erklärt, Maria Scheiffart von Merode, Witwe von [Adolf] von der Horst [zu Heimerzheim], Frau zu Hemmersbach, Sindorf und Limbricht, habe ihm als ihrem zukünftigen Universalerben noch zu Lebzeiten Haus und Herrschaft Hemmersbach übertragen. Die Possessionsergreifung sei nach dem Tode der Erblasserin erneuert worden. Der Kläger sieht sich als Intestaterbe, der bis zum Austrag des RKG-Verfahrens gegen die anderen Erbprätendenten in der bereits ergriffenen Possession geschützt werden müsse, und wendet sich gegen gewaltsame Besitzergreifungen des Leutnants im Auftrag der Räte und von Prätendenten, insbesondere des Grafen Werner zu Salm. Scheiffart von Merode bestreitet, daß die förmlichen Voraussetzungen für ein Mandat auf den Landfrieden gegeben seien, und bittet um Kassation der gegen ihn gerichteten Ladung, da der Kläger ihm in der Klage keine einschlägigen Vergehen vorgeworfen habe und auch nicht vorwerfen könne. GrafWerner von Salm bestreitet die Berechtigung des Mandates. Der Landesherr habe die Herrschaft bis zur Entscheidung unter den Prätendenten in Besitz genommen und bereits vor 1 Jahr ohne Widerspruch des Klägers einen vorläufigen Statthalter und Rentmeister für die Herrschaft ernannt. Nach 1622 sind außer dem Hinweis des Prokurators des Klägers von 1636, sein Bevollmächtiger sei längst verstorben, keine Handlungen protokolliert.
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Der Kläger erklärt, Maria Scheiffart von Merode, Witwe von [Adolf] von der Horst [zu Heimerzheim], Frau zu Hemmersbach, Sindorf und Limbricht, habe ihm als ihrem zukünftigen Universalerben noch zu Lebzeiten Haus und Herrschaft Hemmersbach übertragen. Die Possessionsergreifung sei nach dem Tode der Erblasserin erneuert worden. Der Kläger sieht sich als Intestaterbe, der bis zum Austrag des RKG-Verfahrens gegen die anderen Erbprätendenten in der bereits ergriffenen Possession geschützt werden müsse, und wendet sich gegen gewaltsame Besitzergreifungen des Leutnants im Auftrag der Räte und von Prätendenten, insbesondere des Grafen Werner zu Salm. Scheiffart von Merode bestreitet, daß die förmlichen Voraussetzungen für ein Mandat auf den Landfrieden gegeben seien, und bittet um Kassation der gegen ihn gerichteten Ladung, da der Kläger ihm in der Klage keine einschlägigen Vergehen vorgeworfen habe und auch nicht vorwerfen könne. GrafWerner von Salm bestreitet die Berechtigung des Mandates. Der Landesherr habe die Herrschaft bis zur Entscheidung unter den Prätendenten in Besitz genommen und bereits vor 1 Jahr ohne Widerspruch des Klägers einen vorläufigen Statthalter und Rentmeister für die Herrschaft ernannt. Nach 1622 sind außer dem Hinweis des Prokurators des Klägers von 1636, sein Bevollmächtiger sei längst verstorben, keine Handlungen protokolliert.
AA 0627, 5769 - V 190/425
AA 0627 Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben
Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben >> 2. Buchstabe V
1619 - 1637 (1615 - 1621)
Enthaeltvermerke: Kläger: Johann von Vercken zu Puffendorf Beklagter: Fürstlich jül. Statthalter und Räte und Konsorten, nämlich die Grafen Wilhelm Salentin und Werner von Salm, Herren zu Reifferscheid, Domkapitulare des Erzstiftes Köln, respektive Wilhelm Oppen, fürstlich pfalz- neuburgischer Leutnant; Wilhelm Caspar und Wilhelm Scheiffart von Merode zu Bornheim und Clermont Prokuratoren (Kl.): Lic. Dietrich Dülman [1617] 1619 Prokuratoren (Bekl.): für Graf Werner zu Salm: Dr. Johann Konrad Lasser [1602] 1619 - für Wilhelm Scheiffart von Merode: Dr. Christian Schröder [1611] 1619 Prozeßart: Citationis super fractae pacis et mandati de ulterius non turbando, restituendo et non offendendo in specie Herrn Grafen zu Salm betr. Instanzen: RKG 1619 - 1637 (1615 - 1621) Beweismittel: Vergleichsvertrag mit einer nach dem Tode (1559) des Johann Scheiffart von Merode, Herrn zu Hemmersbach und Sindorf, zwischen den Kindern von dessen vor ihm verstorbenen Geschwistern, nämlich Johann und Maria, Kinder des Wilhelm von Merode, und Heinrich und Robert von Verkken, Kinder der Anna von Merode, als nächsten Verwandten getroffenen Erbregelung, 1615 (Q 5), und dessen landesherrlicher Ratifikation, 1617 (Q 6). Zusammenfassung des Hintergrundes der Auseinandersetzung (Bl. 51 - 52). Beschreibung: 2,5 cm, 52 Bl., lose; Q 1 - 20, 1 Beilage. Lit.: Ernst von Oidtman und seine genealogisch-heraldische Sammlung in der Universitäts- Bibliothek zu Köln, hrsg. v. Herbert M. Schleicher, Bd. 10, Köln 1996, S. 456f.
Diverse Registraturbildner
Sachakte
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
28.04.2026, 8:29 AM CEST
Hierarchy
Hierarchy detail view
- Landesarchiv Nordrhein-Westfalen. Abteilung Rheinland
- Landesarchiv NRW Abteilung Rheinland (Archivtektonik)
- 1. Behörden und Bestände vor 1816 (Archival tectonics)
- 1.4. Reichsbehörden (Archival tectonics)
- 1.4.1. Reichskammergericht (Archival tectonics)
- Reichskammergericht AA 0627 (Archival tectonics)
- Reichskammergericht (AA 0627), Teil IX: U-Z; Nachträge; Abgaben (Archival holding)
- 2. Buchstabe V (Classification)