Landvogtei am unteren Neckar, Heilbronn (Bestand)
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Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg, D 76
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Ludwigsburg (Archivtektonik) >> Behörden der Übergangszeit um 1803-um 1817 >> Bezirksbehörden >> Landvogteien
1803-1818
Inhalt und Bewertung
Zur Geschichte und Verwaltung der Kreise und ihrer Nachfolger, der Landvogteien, vgl. die Einleitung von Alois Seiler zu Bestand D 71 (Landvogtei am oberen Neckar).
Der namengebende Sitz des gemäß Organisationsmanifest vom 18. März 1806 errichteten 3. Kreises war Heilbronn. Der Kreis umfasste die Oberämter Backnang, Beilstein, Brackenheim, Güglingen (nicht lange), Heilbronn, Kirchhausen (ebenso), Lauffen (ebenso), Möckmühl (dito), Neckarsulm und Weinsberg. 1810 wurde der Kreis in Landvogtei am unteren Neckar umbenannt, ihr gehörten die Oberämter Backnang, Brackenheim, Heilbronn, Neckarsulm und Weinsberg an. 1817 wurden die Landvogteien aufgelöst, ihre Agenden und Registraturen gingen auf die Kreisregierungen über.
Der vorliegende kleine Mischbestand ist wohl aus verschiedenen Ablieferungen der Kreisregierung Ludwigsburg zusammengefügt worden, die wahrscheinlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim Staatsarchiv Ludwigsburg eingekommen sind. Er enthält sowohl Schriftgut verschiedener Behördenprovenienz als auch unterschiedlicher Ortspertinenz, das man so unter dem Bestands-Titel "Landvogtei am unteren Neckar" eigentlich nicht erwarten kann. Während die ersten 20 Büschel tatsächlich beim Kreisamt bzw. beim Amt der Landvogtei in Heilbronn erwachsen sind, handelt es sich bei den Nummern 21 - incl. 64 (in Regalmetern mehr als 80 % des gesamten Bestandes) aber um Bürgerrechtsgesuche (vormals Bestand E 173 III) , die ursprünglich bei der Oberregierung Stuttgart bzw. der Sektion der Inneren Administration angefallen sind und örtlich etwa zur Hälfte auch die Landvogteien an der Enz (vormals Kreis Ludwigsburg), Rotenberg (vormals Kreis Stuttgart) und Schwarzwald (ebenfalls Kreis Stuttgart) betreffen.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Kreise und Landvogteien ausgesprochen kurzlebig waren, kann man das in D 76 vorhandene Schriftgut nur als klägliche Überbleibsel bezeichnen. Oft handelt es sich bei ihnen auch nicht um eigentliche Verwaltungsakten, sondern lediglich um die Bekanntmachung oder Umsetzung von königlichen Gesetzen, Dekreten oder Willensäußerungen mit landesweiter Geltung (also eigentlich Generalakten) im Kreisgebiet bzw. Landvogteidistrikt, so dass selbst dieses Restmaterial das Grube'sche Diktum vom Landvogt als "Briefträger zwischen jenen Stellen, die wirklich regieren und wirklich verwalten" bestätigt. Die den Löwenanteil des Bestandes ausmachenden Ersuchen um Beisitz, Bürger- oder Aufenthaltsrecht schließen an die entsprechenden Akten im Bestand D 48 a (Oberregierung Stuttgart: Spezialia) an.
Insgesamt besteht D 76 aus 68 Bü mit einem Umfang von 3,6 lfd. m, die Laufzeit reicht von 1803-1818.
Ludwigsburg, im Dezember 2010
Dr. Peter Steuer
Zur Geschichte und Verwaltung der Kreise und ihrer Nachfolger, der Landvogteien, vgl. die Einleitung von Alois Seiler zu Bestand D 71 (Landvogtei am oberen Neckar).
Der namengebende Sitz des gemäß Organisationsmanifest vom 18. März 1806 errichteten 3. Kreises war Heilbronn. Der Kreis umfasste die Oberämter Backnang, Beilstein, Brackenheim, Güglingen (nicht lange), Heilbronn, Kirchhausen (ebenso), Lauffen (ebenso), Möckmühl (dito), Neckarsulm und Weinsberg. 1810 wurde der Kreis in Landvogtei am unteren Neckar umbenannt, ihr gehörten die Oberämter Backnang, Brackenheim, Heilbronn, Neckarsulm und Weinsberg an. 1817 wurden die Landvogteien aufgelöst, ihre Agenden und Registraturen gingen auf die Kreisregierungen über.
Der vorliegende kleine Mischbestand ist wohl aus verschiedenen Ablieferungen der Kreisregierung Ludwigsburg zusammengefügt worden, die wahrscheinlich zu Beginn des 20. Jahrhunderts beim Staatsarchiv Ludwigsburg eingekommen sind. Er enthält sowohl Schriftgut verschiedener Behördenprovenienz als auch unterschiedlicher Ortspertinenz, das man so unter dem Bestands-Titel "Landvogtei am unteren Neckar" eigentlich nicht erwarten kann. Während die ersten 20 Büschel tatsächlich beim Kreisamt bzw. beim Amt der Landvogtei in Heilbronn erwachsen sind, handelt es sich bei den Nummern 21 - incl. 64 (in Regalmetern mehr als 80 % des gesamten Bestandes) aber um Bürgerrechtsgesuche (vormals Bestand E 173 III) , die ursprünglich bei der Oberregierung Stuttgart bzw. der Sektion der Inneren Administration angefallen sind und örtlich etwa zur Hälfte auch die Landvogteien an der Enz (vormals Kreis Ludwigsburg), Rotenberg (vormals Kreis Stuttgart) und Schwarzwald (ebenfalls Kreis Stuttgart) betreffen.
Selbst wenn man berücksichtigt, dass die Kreise und Landvogteien ausgesprochen kurzlebig waren, kann man das in D 76 vorhandene Schriftgut nur als klägliche Überbleibsel bezeichnen. Oft handelt es sich bei ihnen auch nicht um eigentliche Verwaltungsakten, sondern lediglich um die Bekanntmachung oder Umsetzung von königlichen Gesetzen, Dekreten oder Willensäußerungen mit landesweiter Geltung (also eigentlich Generalakten) im Kreisgebiet bzw. Landvogteidistrikt, so dass selbst dieses Restmaterial das Grube'sche Diktum vom Landvogt als "Briefträger zwischen jenen Stellen, die wirklich regieren und wirklich verwalten" bestätigt. Die den Löwenanteil des Bestandes ausmachenden Ersuchen um Beisitz, Bürger- oder Aufenthaltsrecht schließen an die entsprechenden Akten im Bestand D 48 a (Oberregierung Stuttgart: Spezialia) an.
Insgesamt besteht D 76 aus 68 Bü mit einem Umfang von 3,6 lfd. m, die Laufzeit reicht von 1803-1818.
Ludwigsburg, im Dezember 2010
Dr. Peter Steuer
68 Büschel (3,8 lfd. m)
Bestand
Das Königreich Württemberg. Eine Beschreibung nach Kreisen, Oberämtern und Gemeinden. Bd. 1: Allgemeiner Teil und Neckarkreis. Stuttgart 1904.
Grube, Walter: Vogteien, Ämter, Landkreise in Baden-Württemberg. Bd. 1: Geschichtliche Grundlagen. Stuttgart 1960, 21975.
Mann, Bernhard: Württemberg 1800-1866. In: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte Bd. 3. Vom Ende des alten Reiches bis zum Ende der Monarchien. S 235-331. Stuttgart 1992, S. 235-331.
Mann, Bernhard/Nüske, Gerd Friedrich: Verwaltung Württembergs ab 1803. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte II. Vom Reichsdeputationshauptschluß bis zur Auflösung des Deutschen Bundes. Stuttgart 1983, S 551-583.
Wintterlin, Friedrich: Geschichte der Behördenorganisation in Württemberg Bd. 1: Bis zum Regierungsantritt König Wilhelms I. Stuttgart 1904.
Grube, Walter: Vogteien, Ämter, Landkreise in Baden-Württemberg. Bd. 1: Geschichtliche Grundlagen. Stuttgart 1960, 21975.
Mann, Bernhard: Württemberg 1800-1866. In: Handbuch der baden-württembergischen Geschichte Bd. 3. Vom Ende des alten Reiches bis zum Ende der Monarchien. S 235-331. Stuttgart 1992, S. 235-331.
Mann, Bernhard/Nüske, Gerd Friedrich: Verwaltung Württembergs ab 1803. In: Deutsche Verwaltungsgeschichte II. Vom Reichsdeputationshauptschluß bis zur Auflösung des Deutschen Bundes. Stuttgart 1983, S 551-583.
Wintterlin, Friedrich: Geschichte der Behördenorganisation in Württemberg Bd. 1: Bis zum Regierungsantritt König Wilhelms I. Stuttgart 1904.
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
13.11.2025, 2:40 PM CET