Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Baden-Württemberg e. V. (Bestand)
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, P 30
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik) >> Deposita
[Vorakten ab 1864], 1950-2011
Inhalt und Bewertung
Die Gründungsversammlung zur ANW fand am 30.05.1950 in Schwäbisch Hall statt. Schon bald zählte die Arbeitsgemeinschaft über 200 Mitglieder, davon ein Drittel Privatwaldbesitzer, ein weiteres Drittel Privat- und Kommunalforstbeamte sowie das letzte Drittel Staatsforstbeamte. Die ANW versteht sich als unabhängiger Zusammenschluss von Forstleuten, Waldbesitzern, Wissenschaftlern und Waldinteressierten.
Damit formierte sich eine schon seit Anfang des vorigen Jahrhunderts fassbare Bewegung als Arbeitsgemeinschaft, die Bedenken gegen eine mechanisierte Art der Waldbewirtschaftung hegte und vor allem die Kahlschlagwirtschaft bekämpfte. Sie favorisierte den Plenterwald, ein Mischwald aus unterschiedlichen Baumarten und unterschiedlich alten Bäumen, die immer nur als Einzelstämme abgeholzt werden sollen, ohne dass Kahlflächen entstehen. Diese Form des Waldes sehen die ANW-Vertreter als naturgemäß, schädlingsresistent und wirtschaftlich an.
Die Mitglieder versammeln sich regelmäßig mindestens einmal im Jahr auf Tagungen, die spezielle Themen aus dem Bereich der Forstwissenschaft und ihre praktische Anwendung zum Schwerpunkt haben. Dabei werden in Exkursionen Probleme und Besonderheiten von Waldungen am Tagungsort veranschaulicht. Später wurden außerdem Waldseminare zur Fortbildung der Mitglieder organisiert. Eine eigene von der ANW herausgegebene Zeitschrift ¿Der Dauerwald¿ dient (seit 1989) als Diskussionsforum.
Zunächst war die ANW einstufig organisiert, die steigende Mitgliederzahl bedingte dann um 1988 eine zweistufige Organisation: Die Bundes-ANW als Dachverband und die selbständigen Landesgruppen für die einzelnen Bundesländern. Damit gab es einen Bundesvorstand und 16 Vorstände der Landesgruppen.
Die Unterlagen enthalten sind hauptsächlich Akten der Landesgruppe Baden-Württemberg, es befinden sich aber auch solche des Bundesverbandes darunter. Hinzu kommt Schriftgut privater Art von einflussreichen Vereinsmitgliedern: so die Handakten des Forstmeisters Dr. Ing. Willy Wobst (1897-1978), ANW-Vorstandsvorsitzender 1954-1969, und die Akten von Dr. Johann Georg Hasenkamp, Freiherrlich Schenk'sches Forstamt Schweinsberg, Vertreter der hessischen Gruppe der ANW. Einige Akten der Fürst Bentheimischen Domänenkammer sind anscheinend mit denen des Kassenwartes Fürst Christian zu Bentheim und Steinfurt vermengt worden und so in den Bestand gelangt. Schatzmeister Walter Häfele hat wohl in seinem Forstamt alte (Forst-)Akten des Gräflich Bentinck-Waldeck'schen Oberrentamtes Gaildorf aus der Zeit um 1900 vorgefunden und den Unterlagen der ANW beigefügt.
Der Bestand dokumentiert die Tätigkeit des ANW bis etwa 2011, im letzten Jahrzehnt wird die Überlieferung allerdings dünner. Hauptsächlich liegen Akten des Vorstandes vor, aus dessen Sicht die Vorgänge vor allem dokumentiert sind. Die von der ANW angeregte forstwissenschaftliche Diskussion wird durch mehrere Sammlungen von Manuskripten und gedruckten Beiträgen in den verschiedensten Fachzeitschriften ausführlich dokumentiert.
1. Zur Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft: Die Gründung der Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft (ANW) erfolgte 1950. Etwa 20 namhafte Vertreter der Forstwirtschaft unterzeichneten einen Gründungsaufruf, der über die Fachpresse verbreitet wurde. Das erste Treffen, also die Gründungsversammlung, fand am 30.05.1950 in Schwäbisch Hall statt. Schon bald zählte die Arbeitsgemeinschaft über 200 Mitglieder, davon ein Drittel Privatwaldbesitzer, ein weiteres Drittel Privat- und Kommunalforstbeamte sowie das letzte Drittel Staatsforstbeamte. Die ANW versteht sich als unabhängiger Zusammenschluss von Forstleuten, Waldbesitzern, Wissenschaftlern und Waldinteressierten. Damit formierte sich eine schon seit Anfang des vorigen Jahrhunderts fassbare Bewegung als Arbeitsgemeinschaft mit der Struktur eines Vereines, die Bedenken gegen eine mechanisierte Art der Waldbewirtschaftung hegte und vor allem die Kahlschlagwirtschaft bekämpfte. Sie favorisierte den Plenterwald, ein Mischwald aus unterschiedlichen Baumarten und unterschiedlich alten Bäumen, die immer nur als Einzelstämme abgeholzt werden sollen, ohne dass kahle Flächen entstehen. Diese Form des Waldes sehen die ANW-Vertreter als naturgemäß, schädlingsresistent und wirtschaftlich an. Die Mitglieder versammeln sich regelmäßig mindestens einmal im Jahr auf Tagungen, die spezielle Themen aus dem Bereich der Forstwissenschaft und ihre praktische Anwendung zum Schwerpunkt haben. Dabei werden in Exkursionen Probleme und Besonderheiten von Waldungen am Tagungsort veranschaulicht. Später wurden außerdem Waldseminare zur Fortbildung der Mitglieder veranstaltet. Eine eigene von der ANW herausgegebene Zeitschrift "Der Dauerwald" dient (seit 1989) als Diskussionsforum. Schon vorher veröffentlichten Mitglieder der ANW zahlreiche forstwissenschaftliche Artikel in den einschlägigen Forstzeitschriften. Zunächst war die ANW einstufig organisiert, es gab also nur einen einzigen, bundesweit übergreifenden Verband. Die steigende Mitgliederzahl bedingte um 1988 eine zweistufige Organisation: Die Bundes-ANW als Dachverband und die selbständigen Landesgruppen für die einzelnen Bundesländern. Damit gab es einen Bundesvorstand und 16 Vorstände der Landesgruppen. 1989 wurde der europaweite Verband Naturnahdenkender Forstleute unter der Bezeichnung "Pro Silva" gegründet. Ihm schloss sich die ANW als Mitglied an. Viele Ziele der ANW sind inzwischen in die Gesetze und Bestimmungen für die Landesforstverwaltungen aufgenommen worden. Hierin zeigt sich der Einfluss der Bewegung.
2. Zur Bearbeitung des Bestandes: Die Unterlagen wurden am 26.03.2014 dem Hauptstaatsarchiv zur Archivierung übergeben. Enthalten sind hauptsächlich Akten der Landesgruppe Baden-Württemberg, es befinden sich aber auch solche des Bundesverbandes darunter. Hinzu kommt Schriftgut privater Art von einflussreichen Vereinsmitgliedern, die das offizielle Material ergänzt: so die Handakten des Forstmeisters Dr. Ing. Willy Wobst (1897-1978), ANW-Vorstandsvorsitzender 1954-1969, und die Akten von Dr. Johann Georg Hasenkamp, Freiherrlich Schenk'sches Forstamt Schweinsberg, Vertreter der hessischen Gruppe der ANW. Einige Akten der Fürst Bentheimischen Domänenkammer sind anscheinend mit denen des Kassenwartes Fürst Christian zu Bentheim und Steinfurt vermengt worden und so in den Bestand gelangt. Schatzmeister Walter Häfele hat wohl in seinem Forstamt alte (Forst-)Akten des Gräflich Bentinck-Waldeck'schen Oberrentamtes Gaildorf aus der Zeit um 1900 vorgefunden und den Unterlagen der ANW beigefügt. Der Bestand dokumentiert die Tätigkeit der ANW bis etwa 2011, im letzten Jahrzehnt wird die Überlieferung allerdings dünner. Hauptsächlich liegen Akten des Vorstandes vor, aus dessen Sicht die Vorgänge vor allem dokumentiert sind. Die von der ANW angeregte forstwissenschaftliche Diskussion wird durch mehrere Sammlungen von Manuskripten und gedruckten Beiträgen in den verschiedensten Fachzeitschriften ausführlich dokumentiert. 2006 begann der Schatzmeister der Landesgruppe Baden-Württemberg, Walter Häfele, einige Unterlagen zu erfassen. Dabei ging er sehr akribisch vor, Korrespondenzserien erschloss er zum Beispiel bis in die einzelnen Briefe hinunter mit Angabe des Absender, des Adressaten und des Betreffs. Er konnte so nur einen Teil der Unterlagen bearbeiten. Die von ihm verwendete Software war nicht kompatibel mit der im Landesarchiv verwendeten, so dass die Unterlagen 2014 ein weiteres Mal erschlossen wurden, diesmal nach den archivarischen Regeln und Kriterien. Zunächst arbeiteten Anwärter des 52. Lehrgangs daran, 2015 dann Praktikanten unter Betreuung des Unterzeichneten. Die Abschlussarbeiten einschließlich der Indexierung und der Redaktion der Titelaufnahmen übernahm der Unterzeichnete. Die Titelaufnahmen Häfeles wurden ¿ wenn vorhanden ¿ in das betreffende Büschel an den Anfang gelegt, so dass sie eine genaue Orientierung im Büschel geben. Die Gliederung des Bestandes richtet sich nach den verschiedenen Provenienzen. Ausgangspunkt war die Gliederung von Häfele, die aber an das vorhandene Material angepasst und erweitert werden musste. Ungeordnete lose Einzelunterlagen wurden zum Schluss nach Möglichkeit zu Büscheln formiert oder in bestehende Büschel eingefügt. Der Bestand erhielt die Bezeichnung P 30 "Arbeitsgemeinschaft Naturgemäße Waldwirtschaft Baden-Württemberg e. V.". Er wurde zwischen September 2014 und Mai 2015 geordnet und erschlossen. Die Laufzeit reicht mit Vorakten ab 1864 von 1950 bis 2011. Der Bestand umfasst 465 Einheiten in ca. 7,40 lfd. m. Stuttgart, im September 2015 Dr. Peter Schiffer
3. Literatur: 25 Jahre ANW, Allgemeine Forstzeitschrift 30. Jg. vom 26.04.1975 Artikel in Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Arbeitsgemeinschaft_Naturgem%C3%A4%C3%9Fe_Waldwirtschaft Homepage Bundesverband: http://www.anw-deutschland.de/ Homepage Landesverband: http://www.anw-baden-wuerttemberg.de/index.php
4. Nachtrag: Am 12.12.2019 brachte Geschäftsführer Zimmer weitere Unterlagen zum Bestand v.a. aus der jüngeren Zeit. In der Regel sind die Unterlagen in Aktenordnern verwahrt, einige auch in Mappen. Die Unterlagen wurden von den Anwärtern Christian Hofmann, Lisa Jahn und Dr. René Gilbert sowie dem Praktikanten Philipp Klais verzeichnet bzw. bearbeitet. Die Titelaufnahmen konnten ohne größere Änderungen in die bestehende Bestandsgliederung eingereiht werden. Der Nachtrag umfasst die Bü 466 bis 498, somit 32 Verzeichnungseinheiten mit einem Umfang von ca. 2 lfd. m. Die Laufzeit des gesamten Bestandes beträgt mit dieser Ergänzung Vorakten ab 1864, 1950-2017. Die jüngeren Akten, die noch in die 30 Jahresfrist reichen, sind einstweilen für die Nutzung noch gesperrt. Stuttgart im März 2020 Dr. Peter Schiffer
465 AE ( 7,40 lfd. m)
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
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13.11.2025, 2:39 PM CET