Bevollmächtigter der Bundeszentralkommission (Bestand)
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I. HA Rep. 75 C
Tektonik >> STAATSOBERHAUPT UND OBERSTE STAATSBEHÖRDEN, MINISTERIEN UND ANDERE ZENTRALBEHÖRDEN PREUSSENS AB 1808 >> Auswärtige und Bundes-Angelegenheiten >> Angelegenheiten des Deutschen Bundes
Laufzeit: 1849 - 1851
Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
Behördengeschichte
Nach dem Vertrag vom 30. September 1849 zwischen Österreich und Preußen setzten beide Staaten für die Zeit eines Interims bis zum 1. Mai 1850 in Frankfurt a. M. eine Bundeszentralkommission zum Zwecke der Erhaltung des Deutschen Bundes ein. Sie bestand aus zwei österreichischen und zwei preußischen Mitgliedern.
Nach der Zustimmung der verbündeten Regierungen, ließ sich die Bundeszentralkommission, in der Preußen durch Joseph Maria von Radowitz und Dr. Karl Wilhelm Bötticher vertreten war, am 20. Dezember 1849 die Geschäfte der provisorischen Zentralgewalt übergeben. Sie übernahm am 20. Dezember 1849 die Funktionen des Reichsverwesers und der Reichsministerien und begann ihre Tätigkeit mit der Kompetenz des engeren Rates der vormaligen Bundesversammlung.
Nach Ablauf des Interims, der Wiedereinberufung des Bundestages durch Österreich und den Auseinandersetzungen mit Preußen bestand die Kommission weiter, jedoch fiel ab Oktober 1850 der politische Teil ihrer Arbeit weg, und sie wurde nur noch auf die Verwaltung des Bundeseigentums und die Besorgung der dazu nötigen Mittel beschränkt. Erst am 5. Juni 1850 übergab sie diese Geschäfte einem neugebildeten Ausschuss im wiedereingesetzten Bundestag.
Die aus der Tätigkeit der Bundeszentralkommission erwachsende amtliche Korrespondenz der preußischen Bundeskommissare Radowitz, ab 31. März 1850 General Eduard von Peucker und des ehemaligen Oberpräsidenten Bötticher wurde in einem eigenen Büro mit dem Kanzleipersonal der ehemaligen Bundestagsgesandtschaft erledigt. Mit dem Ende der Kommission gingen die Akten auf die Preußische Gesandtschaft beim Bundestag (GStA PK, I. HA Rep. 75 A) über.
Bestandsgeschichte
Die Akten des "Bevollmächtigten bei der Bundeszentralkommission" umfassen die Laufzeit 1849 bis 1851. Sie kamen mit denen der Bundestagsgesandtschaft 1867 ins GStA und wurden 1869 vorläufig geordnet <1>. Bei der Ordnung durch Friedländer wurden sie in die der Bundestagsgesandtschaft eingegliedert.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände des Geheimen Staatsarchivs in die Salzbergwerke von Staßfurt und Schönebeck verbracht. Nach Ende des Krieges wurden diese Archivalien von sowjetischen Truppen beschlagnahmt und nach Moskau überführt. Die Rückgabe der Archivalien an die Regierung der DDR erfolgte in den 1950er Jahren. Als Standort wurde das "Karteihaus der Landesversicherung Merseburg in Sachsen-Anhalt" ausgewählt, die administrative Unterstellung erfolgte unter das Zentrale Staatsarchiv Potsdam, Hist. Abt. II in Merseburg.
Bei der Neuordnung der Archivalien im Deutschen Zentralarchiv, wurden die Akten 1970 als eigener Bestand aufgestellt <2>. Dabei wurden die Akten wie folgt klassifiziert:
- Organisation und Geschäftsführung der Bundeszentralkommission 1849-1851 (14),
- Verhandlungsgegenstände (15)
- Militär- und Marineangelegenheiten 1849-1851 (12).
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erfolgte gemäß Einigungsvertrag 1990 die Rückführung der Bestände des Zentralen Staatsarchivs in die Zuständigkeit des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz nach Berlin-Dahlem. <3> Hier erfolgte eine Retrokonvertierung des Findbuchs von 1970.
<1> GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 168.
<2> ebd.
<3> Vgl. Art. 35 Abs. 5 des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag) vom 31. August 1990 (BGBl. 1990 II S. 889), zuletzt angepasst durch Art. 122 G v. 8. Juli 2016 (BGBl. 2016 I, S. 1594).
Quellen und Literatur
GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 168
GStA PK, III. HA MdA, I Nr. 2064, I Nr. 2083 bis Nr. 2094
GStA PK, VI. HA, Nl Radowitz, J. M. v., d. Ä.
Bundesarchiv (Lichterfelde), DB 62 Bundeszentralkommission
Jacobi, Helmut: Die letzten Monate der provisorischen Zentralgewalt für Deutschland (März-Dezember 1849), Diss. Frankfurt a. M., o. O. 1956.
Bestandsumfang: 41 VE
Letzte vergebene Nummer: ___41____
Der Bestand ist auf gelben Leihscheinen zu bestellen: I. HA Rep. 75 C, Nr. #
Der Bestand ist zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 75 C Bundeszentralkommission, Nr. #
Berlin, 22.9.2020 Dr. Puppel
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 75 C
Behördengeschichte
Nach dem Vertrag vom 30. September 1849 zwischen Österreich und Preußen setzten beide Staaten für die Zeit eines Interims bis zum 1. Mai 1850 in Frankfurt a. M. eine Bundeszentralkommission zum Zwecke der Erhaltung des Deutschen Bundes ein. Sie bestand aus zwei österreichischen und zwei preußischen Mitgliedern.
Nach der Zustimmung der verbündeten Regierungen, ließ sich die Bundeszentralkommission, in der Preußen durch Joseph Maria von Radowitz und Dr. Karl Wilhelm Bötticher vertreten war, am 20. Dezember 1849 die Geschäfte der provisorischen Zentralgewalt übergeben. Sie übernahm am 20. Dezember 1849 die Funktionen des Reichsverwesers und der Reichsministerien und begann ihre Tätigkeit mit der Kompetenz des engeren Rates der vormaligen Bundesversammlung.
Nach Ablauf des Interims, der Wiedereinberufung des Bundestages durch Österreich und den Auseinandersetzungen mit Preußen bestand die Kommission weiter, jedoch fiel ab Oktober 1850 der politische Teil ihrer Arbeit weg, und sie wurde nur noch auf die Verwaltung des Bundeseigentums und die Besorgung der dazu nötigen Mittel beschränkt. Erst am 5. Juni 1850 übergab sie diese Geschäfte einem neugebildeten Ausschuss im wiedereingesetzten Bundestag.
Die aus der Tätigkeit der Bundeszentralkommission erwachsende amtliche Korrespondenz der preußischen Bundeskommissare Radowitz, ab 31. März 1850 General Eduard von Peucker und des ehemaligen Oberpräsidenten Bötticher wurde in einem eigenen Büro mit dem Kanzleipersonal der ehemaligen Bundestagsgesandtschaft erledigt. Mit dem Ende der Kommission gingen die Akten auf die Preußische Gesandtschaft beim Bundestag (GStA PK, I. HA Rep. 75 A) über.
Bestandsgeschichte
Die Akten des "Bevollmächtigten bei der Bundeszentralkommission" umfassen die Laufzeit 1849 bis 1851. Sie kamen mit denen der Bundestagsgesandtschaft 1867 ins GStA und wurden 1869 vorläufig geordnet <1>. Bei der Ordnung durch Friedländer wurden sie in die der Bundestagsgesandtschaft eingegliedert.
Im Zweiten Weltkrieg wurden die Bestände des Geheimen Staatsarchivs in die Salzbergwerke von Staßfurt und Schönebeck verbracht. Nach Ende des Krieges wurden diese Archivalien von sowjetischen Truppen beschlagnahmt und nach Moskau überführt. Die Rückgabe der Archivalien an die Regierung der DDR erfolgte in den 1950er Jahren. Als Standort wurde das "Karteihaus der Landesversicherung Merseburg in Sachsen-Anhalt" ausgewählt, die administrative Unterstellung erfolgte unter das Zentrale Staatsarchiv Potsdam, Hist. Abt. II in Merseburg.
Bei der Neuordnung der Archivalien im Deutschen Zentralarchiv, wurden die Akten 1970 als eigener Bestand aufgestellt <2>. Dabei wurden die Akten wie folgt klassifiziert:
- Organisation und Geschäftsführung der Bundeszentralkommission 1849-1851 (14),
- Verhandlungsgegenstände (15)
- Militär- und Marineangelegenheiten 1849-1851 (12).
Im Zuge der deutschen Wiedervereinigung erfolgte gemäß Einigungsvertrag 1990 die Rückführung der Bestände des Zentralen Staatsarchivs in die Zuständigkeit des Geheimen Staatsarchivs Preußischer Kulturbesitz nach Berlin-Dahlem. <3> Hier erfolgte eine Retrokonvertierung des Findbuchs von 1970.
<1> GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 168.
<2> ebd.
<3> Vgl. Art. 35 Abs. 5 des Vertrags zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Deutschen Demokratischen Republik über die Herstellung der Einheit Deutschlands (Einigungsvertrag) vom 31. August 1990 (BGBl. 1990 II S. 889), zuletzt angepasst durch Art. 122 G v. 8. Juli 2016 (BGBl. 2016 I, S. 1594).
Quellen und Literatur
GStA PK, I. HA Rep. 178 E, Nr. 168
GStA PK, III. HA MdA, I Nr. 2064, I Nr. 2083 bis Nr. 2094
GStA PK, VI. HA, Nl Radowitz, J. M. v., d. Ä.
Bundesarchiv (Lichterfelde), DB 62 Bundeszentralkommission
Jacobi, Helmut: Die letzten Monate der provisorischen Zentralgewalt für Deutschland (März-Dezember 1849), Diss. Frankfurt a. M., o. O. 1956.
Bestandsumfang: 41 VE
Letzte vergebene Nummer: ___41____
Der Bestand ist auf gelben Leihscheinen zu bestellen: I. HA Rep. 75 C, Nr. #
Der Bestand ist zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 75 C Bundeszentralkommission, Nr. #
Berlin, 22.9.2020 Dr. Puppel
Zitierweise: GStA PK, I. HA Rep. 75 C
Umfang: 0,5 lfm (41 VE); 0,5 lfm (41 VE)
Bestand
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
You may find additional archival material on this person or organization not related to Wiedergutmachung in the Archivportal-D.
Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
19.08.2025, 12:19 PM CEST
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