Auf unserer Webseite werden neben den technisch erforderlichen Cookies noch Cookies zur statistischen Auswertung gesetzt. Sie können die Website auch ohne diese Cookies nutzen. Durch Klicken auf „Ich stimme zu“ erklären Sie sich einverstanden, dass wir Cookies zu Analyse-Zwecken setzen. Sie können Ihre Cookie-Einstellungen hier einsehen und ändern.
Vorwort
Anmelden
Um Merklisten nutzen zu können, müssen Sie sich zunächst anmelden.
Im Jahre 1913 starben der Weinhändler Heinrich Lagelée und seine Frau Gertrud geb. Dünbier, die Eltern meiner Mutter. Ihr Haus, die in Krefeld am Frankenring zwischen Hagerweg und Marktstraße inmitten weitläufiger Gärten gelegene Villa Flora, war der Mittelpunkt in dem Paradiese meiner Kindheit gewesen. Ein Paradies in Wirklichkeit, wurde es doch durch die botanisch erlesensten Parkanlagen dargestellt, die es in Krefeld gegeben hat. Als dies Haus durch die Erbteilung zu veröden begann, fühlte ich - damals 14 jährig - mich gedrängt, auf meine Art und soweit ein Knabe es vermag, der allgemeinen Auflösung entgegen zu arbeiten. Alle kleineren Familienandenken, Totenzettel, Briefe, Photos und Urkunden, deren ich habhaft werden konnte, nahm ich an mich, und somit hatte ich unversehens regelrecht familiengeschichtlich zu sammeln begonnen. Seitdem habe ich diese reizvolle Tätigkeit jahrelang unablässig fortgesetzt bis auf den heutigen Tag. Planmäßig und nach dem biologischen Prinzip vorgehend, habe ich dabei alle in meiner Ahnentafel vorkommenden Familien, sofern sie nur überhaupt Urkunden oder Andenken hinterlassen haben, in gleicher Weise berücksichtigt. Ich suchte mit Andacht die Höfe und Wohnstätten der Vorfahren auf und trug mit vielen Schwierigkeiten, aber auch mit tausend Freuden aus dem Verwandtschaftskreise im allerweitesten Sinne Archivalien, Möbel, Bilder, kurz Andenken aller Art zusammen. Meine Sammlung ist mit der Zeit so vollständig geworden, daß mit einer wesentlichen Erweiterung heute wohl nicht mehr gerechnet werden kann. Sie enthält neben dem archivalisch geordneten Urkundenbestand, den ich der sicheren Vernichtung entrissen habe, unter anderem 16 Familienporträts, darunter die künstlerisch wertvollen Bildnisse meiner Urgroßmutter Frau Josef Dünbier, Johanna geb. Düngels, und ihres Sohnes ETIerhard Dünbier, Neuss. Aus dem Nachlaß Heinrich Lagelée erbat ich mir vo allen Dingen das Bild des Heinrich Conrad von Danwitz-Harter (1736) Nr.10,19, und erhielt es auch dank der verständnisvollen Hilfe meiner Mutter. Dieses kunstlose bäuerliche Wasserfarbenbild, das den Dargestellten im rotem Uniformfrack mit großem schwarzen Dreimaster und mit weißer Perücke zeigt, hat meine Phantasie seit frühester Jugend auf seltsame Weise beschäftigt und angeregt. Noch heute weiß ich genau, wo es im Hause der Großeltern gehangen hat, und ich erinnere mich deutlich, wie ich als Kind zum ersten Mal auf einen Tisch geklettert bin, um das bunte Bildchen an der Wand aus der Nähe zu betrachten. Dies Bild, das heute über meinem Schreibtisch hängt, ist schuld daran, daß ich gerade der Familie von Danwitz, der Familie, aus der meine Urgroßmutter. Frau Gerhard Lagelée, Anna Catharina geb. vIon Danwitz - Gierlings, hervorqegangen ist, eine besondere Aufmerksamkeit entgegen gebracht habe. Von jeher habe ich die Absicht gehabt, den Inhalt meiner Archivaliensammlung selber auszuwerten: ich wollte den Nachfahren die Geschichte unserer Voreltern und ihrer Höfe erzählen. Ich habe diese Arbeit bisher nicht einmal anfangen können; solange man noch sammeln kann, ist die Sammeltätigkeit unbedingt wichtiger als jede andere. Als nun Anfang September 1939 der Krieg mit Polen, England und Frankreich ausbrach, als die ersten englischen Flugzeuge ousgerechnet über Krefeld erschienen, war mit einem Mal die Vernichtung der meist unveröffentlichten Urkunden in den Bereich des Möglichen gerückt. Deshalb habe ich die archivmäßige Ordnung des Urkundenbestandes mit der größten Eile zu Ende geführt, um ein Bestandsverzeichnis fertigen zu können, welches für den schlimmsten Fall wenigstens den wesentlichen Inhalt meiner Urkunden in Regestenform der Nachwelt überliefern soll. Das Verzeichnis gibt fast bei jeder Urkunde die Herkunft oder den Weg an, den das Stück zurückgelegt hat, bis es in meine Sammlung gelangte. Diese Herkunftsangaben bedürfen der Erläuterung: I. Das Archiv von Danwitz-Gelles. Am 25. April 1922 starb die Familie von Danwitz-Gelles, die Stammlinie der Rheinischen Familie von Danwitz, mit Jacob von Danwitz-Gelles aus. Kinderlos hat er den Gelles-Hof, den Stammsitz der Sippe, der Familie von Danwitz entfremdet und an die Familie Gierlichs, die Verwandten seiner Frau, vererbt. Das Archiv des Gelles-Hofes hat einen beträchtlichen Umfang gehabt. Wie mir aus Kreisen der Erben unbedlngt glaubhaft berichtet worden ist, sind von den Erben 1922 zwei große Waschkörbe voll ungeordneter Archivalien kurzerhand verbrannt worden. Diesem Schicksal sind nur folgenden Archivalien entgangen: 1.) Die die Familie von Hüls-Etgenhof betreffenden Urkunden, die Lehnsbriefe für die Familie von Danwitz und die Hofbücher des Peter und des Matthias Danwitz von der Lipp. Diese Urkunden, meist Pergamente, hatte H. Keussen sr. bei seiner Arbeit über den Etgenhof 1876 benutzt. Sie waren seitdem wohl geachtet und gesondert aufbewahrt worden. 2.) Eine größere Anzahl Papierurkunden, die auf den Gelles-Hof und andere Höfe in Kehn Bezug haben. 3.) Eine größere Anzahl Papierurkunden, die schon um 1870 aus dem Archiv in den Besitz der Familie Lagelée gelangt waren. Das geschah vermutlich anläßlich der Erbstreitigkeiten in der Familie von Danwitz-Gierlings, die 1871 mit der Versteigerung des Gierlings- und des Strumps-Hofes ihr Ende gefunden haben. Die Urkunden kamen aus dem Nachlaß von Frau Gerhard Lagelée, Anna Cath. geb. von Danwitz-Gierlings, in den Besitz der Familie Johann Lagelée, Bochum, und von dort in meine Hände. Die Urkunden zu Ziffer 1 und 2 sind unter den Erben Jacob von Danwitz und anderen Interessenten verteilt worden. Sie wären sicher zu Grunde gegangen, wenn ich sie nicht wieder zusammen getragen hätte. Dadurch sind alle Stücke die Keussen sr. 1876 berücksichtigt hat, gerettet worden, mit Ausnalme von vielleicht drei oder vier Stücken, die als verloren gelten müssen. Wenn die die Familie von Hüls-Etgenhof betreffenden Urkunden mit vielfach sehr kurzen und ungenauen Regesten von H. Keussen jr. in das "Urkundenbuch der Stadt Krefeld und der alten Grafschaft Moers" 1938 aufgenommen worden sind, so liegt das daran, daß der Verfasser nicht gewußt hat, wo sich die Originale befinden, und sich daher nur nach den Zitaten in der Schrift seines Vaters von 1876 gerichlet hat. Unter den Papierurkunden zu Ziffer 2 und 3 befinden ich viele Blätter, die allem Anschein nach aus dem Archiv des Dingstuhls Kehn stammen. Sie dürften durch Heinrich Conrad von Danwitz-Harter und Johann Andreas von Danwitz-Nebbers nach Gelles-Hof gelangt sein. Beide haben sich um die Geschichte der Familie von Danwitz und anscheinend auch um die Geschichte der zugehörigen Frauensippen erstmalig bemüht, Johann Andreas hat z.B. 1849 die Verdrängung des Fami-liennamens von Danwitz durch die Hofnamen Grungs, Harter und Nebbers verhindert. (vgl. S.B. Nr. 12,3.) II. Das Archiv von Danwitz-Grungs. Alle Größhäfe des Kempener Landes hatten früher ihr Hofarchiv; ganz besonders die Höfe, die mehr oder weniger regelmäßig die Schöffen zu stellen pflegten. Auf manchem Hof habe ich Reste dieser Hofarchive vorgefunden. Das Archiv des Grungshofes ist nach Gelles-Hof verbracht worden. Wann das geschehen ist, ist unbekannt. Jedenfalls aber befanden sich unter den von Gelles-Hof stammenden Archivalien, die ich erhalten habe, viele Stücke, die offenbar von Grungshof her komen. Dazu gehören so wichtige Urkunden, wie die beiden Freibriefe von 1382 (S.B. Nr.14,1 u.14,2.) Bei allen die sen Urkunden habe ich die Zugehörigkeit zum Archiv von Danwitz-Grungs voraussetzend dieses im Archiv von Danwitz-Gelles aufgegangene Archiv des Grungs-Hofes als Herkunft angegeben. III. Das Archiv von Danwitz-Harter. Das Hofarchiv des Harter-Hofes in Kehn hat sich bis heute an Ort und Stelle erhalten. Es umfaßt 51 Urkunden ab 1523, darunter vier Pergamente. Schon im Winter 1924/25 habe ich diese Urkunden in Pappen geordnet und sämtlich abgeschrieben. (vgl. das Abschriften Heft Nr. 10,2, dessen Inhalt Anhang I wiedergibt.) Es war dies meine erste archivalischhe Arbeit. Das sei gesagt, um die übergroße Genauigkeit bei der Abschrift und Beschreibung auch unwichtiger Urkunden dieses Archives zu erklären. IV. Das Archiv der Freiherrn von Pelden genannt Cloudt, Lauersfort ist das bedeutsamste Privatarchiv der Grafschaft Moers. Bei ihrem Wegzuge aus Moers hatte die Familie das Archiv mit nach Norddeutschland genommen. Schließlich befand es sich im Besitz des Freiherrn Henry von Pelden-Cloudt in Hamburg. Da ein Teil der Familie in Nordamerika ansäßig ist, bestand die große Gefahr, das Archiv könne dorthin verschleppt werden und dem Niederrhein verloren gehen. Das wäre gerade für Krefelds Geschichte ein unersetzlicher Verlust gewesen. Herr Richard Verhuven und ich reisten deshalb nach Hamburg, und es gelang uns, das gesamte Archiv käuflich zu erwerben. Wir waren sehr froh und stolz, mit schweren Koffern voll Urkunden über den Rhein in unsere Heimat zurückreisen zu können. Das Archiv wurde geordnet und in 3 Teile geteilt: 1.) Alle für den Abstammungsnachweis unerläßlichen Urkunden erhielt Herr Baron Henry von Pelden-Cloudt in Hamburg zurück. 2.) Der Hauptbestand des Archives ging in die Sammlung Verhuven über. 3.) Alle die Familien von Friemersheim, von Hüls zu Hüls, von Hüls zu Rath, von Schmalbroich und die Herrlichkeit Hüls (Hof Aldenraede) betreffenden Urkunden kamen in meine Sammlung. Übrigens steckt im Archiv von Pelden-Cloudt - mindestens teilweise - das Archiv des Hauses Sollbrüggen. V. Das Archiv der Klausur in Hüls hat sich teilweise in Privatbesitz erhalten. Ich konnte von dem Eigentümer alle das Kloster und die Familie von Hüls betreffenden Urkunden erwerben. Weitere 56 Urkunden (meist Pergamente) aus der Zeit von 1499 bis 1779 behielt er zurück. Sie betreffen Wohltäter der Klausur und ihre Familien. VI. Die Sammlung R. Verhuven, Hülserberg, umfaßt unter anderem die Nachlässe des niederrheinischen Historiker Dr. Leopold Henrichs, Friedrich Nettesheim und J. Real. Diejenigen Stücke meiner Sammlung, die Herr Verhuven mir überlassen hat, stammen, wie bei jeder Urkunde angegeben, meist aus diesen Nachlässen. Die regestenmäßige Aufzeichnung der Urkunden der Familien Bremen, Draht, Peschges, sowie Lagelée und Dünbier soll einem zweiten Bande vorbehalten bleiben. Krefeld, am Allerseelentage 1939 [2.11] W. Bremen
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.