Superintendent Dr. Erich Dietrich (Bestand)
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7NL 044
Archiv der Evangelischen Kirche im Rheinland (Archivtektonik) >> 7NL Nachlässe >> 7NL 044 Superintendent Dr. Erich Dietrich
Bestandsbeschreibung: Superintendent Dr. Erich Dietrich Erich Kurt Dietrich kommt am 20. April 1911 als Sohn des Superintendenten und Konsistorialrats Julius Friedrich Dietrich (1875-1963) und seiner Ehefrau Else, geb. Buschmann (gest. 1948) im polnischen Lodz zur Welt. Nach dem Abitur am Deutschen Gymnasium in Lodz 1929 nimmt Erich Dietrich in Warschau das Studium der Theologie und Philosophie auf, welches er mit der 1. Theologischen Prüfung im September 1933 erfolgreich beendet. Darauffolgend wird er am 29. Oktober desselben Jahres in der Kirche St. Johannis in Lodz ordiniert. Mit Genehmigung des Konsistoriums unterbricht er sein Vikariat, um seine Studien in Tübingen fortzusetzen, wo er 1935 mit ‚magna cum laude‘ den Doktor der Theologie verliehen bekommt. Zurück in Polen legt er 1936, ebenfalls in Warschau, seine 2. Theologische Prüfung ab und wird Pfarrer der Lodzer Johanniskirchengemeinde. Nach Ende des 2. Weltkrieges kommt Erich Dietrich nach Württemberg, wo er ab dem 1. Juni 1945 seine pfarramtliche Tätigkeit bei der württembergischen Landeskirche aufnimmt. Seine Stationen führen ihn als (Kriegs-) Stellvertretung nach Upfingen (1945-1946), Urach (1946), als Amtsverweser nach Reutlingen (1946-1947) und Honau bei Reutlingen (1947-1955). Als Pfarrer kann Erich Dietrich überzeugen, v.a. im „unkirchlichen, schwierigen Urach“ (AEKR 1OB 009 – Nr. D 117, Bd. 1 – Brief von Richard Zeller am 5.11.1946), wo er besonders junge Gemeindemitglieder für den Glauben begeistern kann. In Reutlingen konstatiert man weiter, dass Pfarrer Dietrich „die Gabe evangelistischer Verkündigung geschenkt ist“ (ebd., Brief von Prälat Schlatter an die Dekanatsämter in Süd-Württemberg am 24.6.1946) und in Honau gelangt man zu dem Schluss: „Jedenfalls ist Pfarrer Dietrich eine ausgezeichnete Kraft, wohl einer der besten Männer, die uns der Krieg ins Land geführt hat“ (ebd., Abschrift eines Pfarrerberichts aus Honau 1949). 1955 wechselt Erich Dietrich in die rheinische Landeskirche, nachdem das Landeskirchenamt ihm 1954 die Wahlfähigkeit für die Pfarrstelle in Oberhausen-Alstaden anerkennt. Einem Ruf folgend nimmt er jedoch 1959 die 3. Pfarrstelle der Düsseldorfer Johanniskirchengemeinde an. 1964 wird er zum ersten Superintendenten des neugebildeten Kirchenkreises Düsseldorf-Nord und 1968 schließlich zum Düsseldorfer Stadtsuperintendenten gewählt. Daneben engagierte er sich als Landesbeauftragter des Männerwerks. Erich Dietrich zieht sich 1980 in den Ruhestand zurück. Am 2. November 1991 verstirbt er im Alter von 80 Jahren. Sup. Erich Dietrich war mit Erna, geb. Jahnke, verheiratet. Das Paar hatte vier Kinder. Bestand Der vorliegende Nachlass des Sup. Erich Dietrich war in Teilen gesichtet, umgebettet und verzeichnet. Die bereits angelegte Klassifikation wurde beibehalten, im Laufe der Erschließungsarbeiten ergänzt resp. vervollständigt. Die Unterlagen wurden alle entmetallisiert. Kassiert wurden lediglich Arztrechnungen, Druckvorlagen für Landessynoden oder Duplikate. Gemeindebriefe wurden entnommen und dem Bestand Gemeindebriefsammlung 8SL 047 hinzugefügt. Den Schwerpunkt des Bestandes bilden zunächst die umfangreiche Predigtsammlung, überwiegend handschriftlich verfasst, als auch die Materialsammlung zu Vorträgen, Referaten, Artikeln oder sonstigen Verschriftlichungen. Sup. Dietrich neigte dazu, seine Gedanken stichpunktartig auf Schreibheften, Blöcken, alten Kalendern oder Schmierzetteln festzuhalten. Beachtenswert sind ebenso die Unterlagen zur Vertriebenen- und Flüchtlingsarbeit (Nr. 42-70). Sup. Dietrich engagierte sich zeit seines Lebens außerordentlich für die Integration von Vertriebenen, Flüchtlingen und Aussiedlern, wofür er auch das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen bekam. Zudem hielt er über die Jahre engen Kontakt zu den ehemaligen Mitgliedern der Lodzer Kirchengemeinde, sodass mit diesem Bestand Ego-Dokumente vorliegen (vgl. Nr. 153), die Einblick in das Leben einer deutschen Gemeinde in Polen der Vorkriegszeit geben. In Summe verteilt sich der Bestand 7NL 044 nun auf 24 Archivkartons (4 lfd. Meter) und umfasst 185 Verzeichnungseinheiten, die den Zeitraum 1945-1991 umspannen. Ergänzende Archivbestände: Pers. 51 D 117. Akzessionsdatum: 1998
Bestand
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
05.11.2025, 1:59 PM CET