Akten zum umstrittenen Frühprediger Jakob Merkle (Teil 2)
Vollständigen Titel anzeigen
F 8, Nr. 2099
F 8, Nr. 197
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach
F 8 - Evangelisches Dekanatamt Biberach >> II. Akten >> 1. Reichsstädtische Zeit >> 1.5. Kirchenwesen >> 1.5.4. Prediger >> 1.5.4.2. Frühprediger, Senior
{Jan.-Mai} 1653
Enthält:
- Bericht des Bürgermeisters Georg Gaupp über die Verhandlungen über Merkle in Ulm, 1. Jan. (1); die Verhandlungen führten jedoch zu keinem nennenswerten Ergebnis
- Zusammenfassung des Konfliktpotentials "zwischen hiesigem Magistrat, dem Früh Prediger und Gemainen Pöpel", in der auch die Argumente der Amtskollegen angeführt werden, ohne Autor [evtl. der Stadtschreiber Georg Schmid], 3. Feb. (2)
- Schreiben der württ. Regierung vom 6. Feb. (3), 14. Feb. (7, 8) und 4. März (9); Merkle wird per herzogliches Dekret auf den 3. März nach Stuttgart zur Vernehmung befohlen, in der Merkle die Anschuldigungen in Abrede stellt; eine weitere Deputation wird empfohlen
- Konzeptschreiben an Herzog Eberhard von Württemberg mit 2 Beilagen, dabei eine Liste der ev. Rats- und Gerichtsverwandten, 1./11. Feb. (4-6)
- in einem Schreiben an den württ. Herzog werden Bürgermeister Gaupp, Mittagprediger Matthäus Briegel d.Ä. und Martin Wieland als Abgeordnete angekündigt, 7./17. März (10)
- Konzept einer Beschwerde an den Herzog von Württemberg, 4./14. April (11); Jakob Merkle war am 29. März aus Biberach in Richtung Augsburg abgezogen, wobei er in Ulm einen Zwischenhalt einlegte
- Konzeptschreiben an den Ulmer Rat betr. eine Predigt, die Merkle in Ulm in den Druck gegeben hat; der Biberacher Rat fordert nun die Predigt ab, 4./14. April (12)
- Schreiben Merkles an Bürgermeister Gaupp aus Ulm betr. ein Gemälde, 11. Apr. (13)
- Schreiben Merkles an den Biberacher Schuhmacher Christoph Schaupp betr. das Gemälde, o.D. [vermutlich 11. Apr.] (14)
- Schreiben von Hans Georg Brothack an den Schuhmacher Schaupp betr. das Gemälde, 5. Apr. (15)
- Schreiben Merkles an Schuhmacher Schaupp betr. Verleumdung seiner Person, o.D. [vermutlich April] (16)
- Schreiben Merkles an Johann Kocher in Biberach betr. eod., 17. Apr. (17)
- Zeugenverhör "über Herrn M. Samuel Gerlach, allhiesigen Evang. Pfarrers ausgegebene Reden contra Herrn M. Jacob Markhen [Merkle], allhiesig gewesenen Evang. Pfarrer", 24. Mai (18)
- Lat. Gedicht Merkles an Bürgermeister Gaupp, o.D. [1653] (19)
- Bericht des Bürgermeisters Georg Gaupp über die Verhandlungen über Merkle in Ulm, 1. Jan. (1); die Verhandlungen führten jedoch zu keinem nennenswerten Ergebnis
- Zusammenfassung des Konfliktpotentials "zwischen hiesigem Magistrat, dem Früh Prediger und Gemainen Pöpel", in der auch die Argumente der Amtskollegen angeführt werden, ohne Autor [evtl. der Stadtschreiber Georg Schmid], 3. Feb. (2)
- Schreiben der württ. Regierung vom 6. Feb. (3), 14. Feb. (7, 8) und 4. März (9); Merkle wird per herzogliches Dekret auf den 3. März nach Stuttgart zur Vernehmung befohlen, in der Merkle die Anschuldigungen in Abrede stellt; eine weitere Deputation wird empfohlen
- Konzeptschreiben an Herzog Eberhard von Württemberg mit 2 Beilagen, dabei eine Liste der ev. Rats- und Gerichtsverwandten, 1./11. Feb. (4-6)
- in einem Schreiben an den württ. Herzog werden Bürgermeister Gaupp, Mittagprediger Matthäus Briegel d.Ä. und Martin Wieland als Abgeordnete angekündigt, 7./17. März (10)
- Konzept einer Beschwerde an den Herzog von Württemberg, 4./14. April (11); Jakob Merkle war am 29. März aus Biberach in Richtung Augsburg abgezogen, wobei er in Ulm einen Zwischenhalt einlegte
- Konzeptschreiben an den Ulmer Rat betr. eine Predigt, die Merkle in Ulm in den Druck gegeben hat; der Biberacher Rat fordert nun die Predigt ab, 4./14. April (12)
- Schreiben Merkles an Bürgermeister Gaupp aus Ulm betr. ein Gemälde, 11. Apr. (13)
- Schreiben Merkles an den Biberacher Schuhmacher Christoph Schaupp betr. das Gemälde, o.D. [vermutlich 11. Apr.] (14)
- Schreiben von Hans Georg Brothack an den Schuhmacher Schaupp betr. das Gemälde, 5. Apr. (15)
- Schreiben Merkles an Schuhmacher Schaupp betr. Verleumdung seiner Person, o.D. [vermutlich April] (16)
- Schreiben Merkles an Johann Kocher in Biberach betr. eod., 17. Apr. (17)
- Zeugenverhör "über Herrn M. Samuel Gerlach, allhiesigen Evang. Pfarrers ausgegebene Reden contra Herrn M. Jacob Markhen [Merkle], allhiesig gewesenen Evang. Pfarrer", 24. Mai (18)
- Lat. Gedicht Merkles an Bürgermeister Gaupp, o.D. [1653] (19)
19 Schr. (37 Bl.)
Sachakte
Beim hier erwähnten Martin Wieland handelt es sich um den Juristen, der 1651 mit der Vorbereitung einer Biberacher Kirchenordnung beauftragt wurde. Seine Vorschläge wurden jedoch ebenso wenig umgesetzt wie die des umstrittenen Frühpredigers Jakob Merkle 1653. Vgl. Riotte, Die paritätische Stadt (wie in Nr. 270), S. 320).
Gaupp, Georg, ev. Bürgermeister
Merkle, Jakob, ev. Prediger
Württemberg, Eberhard III. von
Schmid, Georg, ev. Stadtschreiber
Gerlach, Samuel, ev. Prediger
Briegel, Matthäus d.Ä.
Wieland, Martin, Dr.
Ulm
Stuttgart
Augsburg
Frühprediger
Prediger
Predigt
Verleumdung
Zeugenverhör
Mittagprediger
Bürgermeister
Gericht
Stadtschreiber
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
11.08.2025, 11:20 MESZ