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Bestände des Stadtarchivs Mainz >> Nachlässe >> Nachlässe nach Nummern, NL 251-300
1974 - 2010
Im September 2010 übergibt Horst-Werner Dumjahn dem Stadtarchiv Mainz den Nachlass des Dumjahn-Verlages. Dazu gehören 51 Ordner des Verlages aus dem Zeitraum 1974 - 2010.
Der Dumjahn Verlag wird am 01.01.1974 als nebenberufliche Tätigkeit (Ein-Mann-Unternehmen) von Horst-Werner Dumjahn gegründet und versteht sich als Fachverlag rund um das Thema Eisenbahn.
Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn für den gehobenen Dienst 1965 mit dem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt geht Horst-Werner Dumjahn 1973 zunächst zum Frankfurter Verkehrsverbund, der für die Inbetriebnahme der S-Bahn im Rhein-Main Gebiet und die Schaffung eines einheitlichen Tarifgebietes aus verschiedenen Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen wurde.
In dem neu gegründeten Unternehmen spezialisiert er sich im Bereich Marketing, Werbung und Verkaufsförderung und wird zu einem Experten in der Fahrplanbucherstellung. Das Know-how setzt Dumjahn ab 1974 in seinem neu gegründeten Horst-Werner Dumjahn-Verlag um, der sich in die Bereiche Versandbuchhandlung und Antiquariat aufsplittert.
Der Verlag hat zunächst Erfolg mit Nachdrucken von einzelnen Eisenbahnpublikationen, bevor er 1981 zusätzlich Neuerscheinungen auf den Markt bringt. Damit weitet der Verlag auch inhaltlich das technisch fokussierte Thema Eisenbahn auf sozialgeschichtliche Aspekte aus. Ein Beispiel dafür ist die Publikation "BW Ottbergen - Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit" (1984), die einen Einblick in die Geschichte eines Dorfes gewährt, das von der Dampflok geprägt wurde. In dieses Konzept passt auch die Herausgabe eines Textes des amerikanischen Autors Raul Hilberg, der weniger einen Ausschnitt der technischen als der politischen Eisenbahngeschichte beleuchten will, nämlich die Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit und der Anteil am Holocaust ("The role of the german railroads in the destruction of the jews", 1981). Einen der größten Erfolge erzielt der Dumjahn Verlag 1982 mit der Herausgabe der Publikation: "Das große Buch der Furka-Oberalp-Bahn" mit einer Startauflage von 10 000 Stück. Das "Luzerner Tagblatt" feiert das Buch mit 370 Fotos, 310 technischen Zeichnungen, Tabellen und Karten sowie einer Faltbeilage als "Beispiel und Markstein in der Geschichte der Eisenbahnliteratur." Begleitet und geprägt hat die Verlagsarbeit insbesondere das 1984 zum ersten Mal erscheinende Periodikum "Jahrbuch der Eisenbahnliteratur". Damit stellt der Verlag ein Nachschlagewerk für Buchhändler und Bibliothekare her, das sich durch die Vorstellung von Neuerscheinungen, den Hinweis auf Longseller oder durch diverse redaktionelle Autorenbeiträge auszeichnet. Das "Jahrbuch der Eisenbahnliteratur" publiziert der Verlag siebzehn Jahre lang bis 2001, während die Produktion von Neuerscheinungen bereits 1985 zu Ende geht.
2002 beendet Horst-Werner Dumjahn die Verlagstätigkeit und widmet sich ab diesem Zeitpunkt bis heute dem Antiquariat und dem Handel von verlagseigenen sowie Publikationen anderer Verlage.
Inhaltliche Schwerpunkte des Nachlasses:
Der Nachlass bietet vor allem einen Einblick in die Entstehung und Herstellung von Büchern und dokumentiert die Verwaltung eines Verlages in beispielhafter Form.
So lässt sich anhand der Dokumente nachvollziehen, wie Manuskripte ausgewählt wurden und welchen Prozess die ausgewählten Texte bis zur druckreifen Veröffentlichung durchliefen.
Deutlich werden einzelne Schritte in der Herstellung, u. a. bei der Gestaltung und Grafik, bei Vorbereitungen des Manuskriptes für den Satz sowie bei der Überprüfung des gesetzten Textes und der Layoutseiten anhand von Korrekturbögen. Eine umfangreiche Korrespondenz, Angebote, Rechnungsbelege von Druckereien, Setzereien und Grafikern dokumentieren darüber hinaus die Planung, Koordination und Kontrolle im Bereich Herstellung und Druck der Produkte. Ebenso vielfältig sind die Aktivitäten für Werbung, Marketing und Vertrieb, belegt u. a. durch Nachweise von Werbeanzeigen, Presseartikeln und Korrespondenzen. Ein weiterer umfangreicher Teil des Nachlasses dokumentiert die betriebswirtschaftliche Führung des Verlages. Hier finden sich u. a. Einkaufs- und Verkaufslisten, Bestellungen, Steuerberechnungen und Kontoauszüge. Darüber hinaus ist die Betriebs- bzw. Finanzbuchhaltung für mehrere Jahrgänge einsehbar.
Das Engagement von Horst-Werner Dumjahn auf dem Gebiet des Verlagswesens spiegelt sich auch in seinen Mitgliedschaften und ehrenamtlichen Aktivitäten im Börsenverein des Deutschen Buchhandels wieder. Die Dokumente geben einen Einblick in seine Tätigkeiten für den Verleger-Aussschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (VA), den Landesverband der Verleger und Buchhändler Rheinland-Pfalz e.V. sowie den Arbeitskreis kleiner Verlage (AKV) des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.
Ergänzend zu diesem Kernbereich des Bestandes liegen Unterlagen zu den weiteren beruflichen Tätigkeiten des Verlagsgründers Horst-Werner Dumjahn vor, insbesondere zu seiner Arbeit als Verkaufstrainer für die Bundesbahn sowie für die Marketing und Werbeabteilung des Frankfurter Verkehrs-Verbundes bzw. des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (FVV bzw. RMV). Nicht zuletzt findet sich auch Material, das die Person Horst-Werner Dumjahn beleuchtet. Dazu gehören u. a. seine Urkunde als Diplom-Verwaltungsbetriebswirt der Deutschen Bundesbahn oder die Korrespondenz zu einem Auftritt in der Fernsehsendung "III nach Neun" am 19.04.1985.
Die bestehende Ordnung des Bestandes, insbesondere die Zusammenstellung der Ordner und Kartons, wurde bei der Überarbeitung übernommen, ebenso die Titel mit der dazugehörenden Nummerierung. Vereinzelt wurden zudem neue Titel vergeben. Dabei wurde die inkonsequente Vergabe der Nummern belassen und bewusst in Kauf genommen. So wurden Ordner, die sich auf die einzelnen Publikationen beziehen, von dem Nachlassgeber durchnummeriert (Dokumente (1), Dokumente (2)). Diese Titel kollidieren mit der Nummerierung der Reihe: "Dokumente zur Eisenbahngeschichte". Zu dieser Reihe zählen sowohl die "Jahrbücher für Eisenbahngeschichte" als auch die Reprints sowie Neuerscheinungen. So hat die Publikation "BW Ottbergen - Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit" den Titel "Dokumente (6)". Gleichzeitig ist diese Veröffentlichung Band 22 der Reihe "Dokumente zur Eisenbahngeschichte". Die Ordnung der Titel innerhalb der einzelnen Klassen erfolgte nach alphabetischen Gesichtspunkten.
Mainz, im Dezember 2011
Regina Zölßmann
verzeichnet 2011
Form und Inhalt: Im September 2010 übergibt Horst-Werner Dumjahn dem Stadtarchiv Mainz den Nachlass des Dumjahn-Verlages. Dazu gehören 51 Ordner des Verlages aus dem Zeitraum 1974 - 2010.
Der Dumjahn Verlag wird am 01.01.1974 als nebenberufliche Tätigkeit (Ein-Mann-Unternehmen) von Horst-Werner Dumjahn gegründet und versteht sich als Fachverlag rund um das Thema Eisenbahn.
Nach einer Ausbildung bei der Deutschen Bundesbahn für den gehobenen Dienst 1965 mit dem Abschluss als Diplom-Verwaltungswirt geht Horst-Werner Dumjahn 1973 zunächst zum Frankfurter Verkehrsverbund, der für die Inbetriebnahme der S-Bahn im Rhein-Main Gebiet und die Schaffung eines einheitlichen Tarifgebietes aus verschiedenen Verkehrsunternehmen zusammengeschlossen wurde.
In dem neu gegründeten Unternehmen spezialisiert er sich im Bereich Marketing, Werbung und Verkaufsförderung und wird zu einem Experten in der Fahrplanbucherstellung. Das Know-how setzt Dumjahn ab 1974 in seinem neu gegründeten Horst-Werner Dumjahn-Verlag um, der sich in die Bereiche Versandbuchhandlung und Antiquariat aufsplittert.
Der Verlag hat zunächst Erfolg mit Nachdrucken von einzelnen Eisenbahnpublikationen, bevor er 1981 zusätzlich Neuerscheinungen auf den Markt bringt. Damit weitet der Verlag auch inhaltlich das technisch fokussierte Thema Eisenbahn auf sozialgeschichtliche Aspekte aus. Ein Beispiel dafür ist die Publikation "BW Ottbergen - Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit" (1984), die einen Einblick in die Geschichte eines Dorfes gewährt, das von der Dampflok geprägt wurde. In dieses Konzept passt auch die Herausgabe eines Textes des amerikanischen Autors Raul Hilberg, der weniger einen Ausschnitt der technischen als der politischen Eisenbahngeschichte beleuchten will, nämlich die Rolle der Reichsbahn in der NS-Zeit und der Anteil am Holocaust ("The role of the german railroads in the destruction of the jews", 1981). Einen der größten Erfolge erzielt der Dumjahn Verlag 1982 mit der Herausgabe der Publikation: "Das große Buch der Furka-Oberalp-Bahn" mit einer Startauflage von 10 000 Stück. Das "Luzerner Tagblatt" feiert das Buch mit 370 Fotos, 310 technischen Zeichnungen, Tabellen und Karten sowie einer Faltbeilage als "Beispiel und Markstein in der Geschichte der Eisenbahnliteratur." Begleitet und geprägt hat die Verlagsarbeit insbesondere das 1984 zum ersten Mal erscheinende Periodikum "Jahrbuch der Eisenbahnliteratur". Damit stellt der Verlag ein Nachschlagewerk für Buchhändler und Bibliothekare her, das sich durch die Vorstellung von Neuerscheinungen, den Hinweis auf Longseller oder durch diverse redaktionelle Autorenbeiträge auszeichnet. Das "Jahrbuch der Eisenbahnliteratur" publiziert der Verlag siebzehn Jahre lang bis 2001, während die Produktion von Neuerscheinungen bereits 1985 zu Ende geht.
2002 beendet Horst-Werner Dumjahn die Verlagstätigkeit und widmet sich ab diesem Zeitpunkt bis heute dem Antiquariat und dem Handel von verlagseigenen sowie Publikationen anderer Verlage.
Inhaltliche Schwerpunkte des Nachlasses:
Der Nachlass bietet vor allem einen Einblick in die Entstehung und Herstellung von Büchern und dokumentiert die Verwaltung eines Verlages in beispielhafter Form.
So lässt sich anhand der Dokumente nachvollziehen, wie Manuskripte ausgewählt wurden und welchen Prozess die ausgewählten Texte bis zur druckreifen Veröffentlichung durchliefen.
Deutlich werden einzelne Schritte in der Herstellung, u. a. bei der Gestaltung und Grafik, bei Vorbereitungen des Manuskriptes für den Satz sowie bei der Überprüfung des gesetzten Textes und der Layoutseiten anhand von Korrekturbögen. Eine umfangreiche Korrespondenz, Angebote, Rechnungsbelege von Druckereien, Setzereien und Grafikern dokumentieren darüber hinaus die Planung, Koordination und Kontrolle im Bereich Herstellung und Druck der Produkte. Ebenso vielfältig sind die Aktivitäten für Werbung, Marketing und Vertrieb, belegt u. a. durch Nachweise von Werbeanzeigen, Presseartikeln und Korrespondenzen. Ein weiterer umfangreicher Teil des Nachlasses dokumentiert die betriebswirtschaftliche Führung des Verlages. Hier finden sich u. a. Einkaufs- und Verkaufslisten, Bestellungen, Steuerberechnungen und Kontoauszüge. Darüber hinaus ist die Betriebs- bzw. Finanzbuchhaltung für mehrere Jahrgänge einsehbar.
Das Engagement von Horst-Werner Dumjahn auf dem Gebiet des Verlagswesens spiegelt sich auch in seinen Mitgliedschaften und ehrenamtlichen Aktivitäten im Börsenverein des Deutschen Buchhandels wieder. Die Dokumente geben einen Einblick in seine Tätigkeiten für den Verleger-Aussschuss des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels (VA), den Landesverband der Verleger und Buchhändler Rheinland-Pfalz e.V. sowie den Arbeitskreis kleiner Verlage (AKV) des Börsenvereins des deutschen Buchhandels.
Ergänzend zu diesem Kernbereich des Bestandes liegen Unterlagen zu den weiteren beruflichen Tätigkeiten des Verlagsgründers Horst-Werner Dumjahn vor, insbesondere zu seiner Arbeit als Verkaufstrainer für die Bundesbahn sowie für die Marketing und Werbeabteilung des Frankfurter Verkehrs-Verbundes bzw. des Rhein-Main-Verkehrsverbundes (FVV bzw. RMV). Nicht zuletzt findet sich auch Material, das die Person Horst-Werner Dumjahn beleuchtet. Dazu gehören u. a. seine Urkunde als Diplom-Verwaltungsbetriebswirt der Deutschen Bundesbahn oder die Korrespondenz zu einem Auftritt in der Fernsehsendung "III nach Neun" am 19.04.1985.
Die bestehende Ordnung des Bestandes, insbesondere die Zusammenstellung der Ordner und Kartons, wurde bei der Überarbeitung übernommen, ebenso die Titel mit der dazugehörenden Nummerierung. Vereinzelt wurden zudem neue Titel vergeben. Dabei wurde die inkonsequente Vergabe der Nummern belassen und bewusst in Kauf genommen. So wurden Ordner, die sich auf die einzelnen Publikationen beziehen, von dem Nachlassgeber durchnummeriert (Dokumente (1), Dokumente (2)). Diese Titel kollidieren mit der Nummerierung der Reihe: "Dokumente zur Eisenbahngeschichte". Zu dieser Reihe zählen sowohl die "Jahrbücher für Eisenbahngeschichte" als auch die Reprints sowie Neuerscheinungen. So hat die Publikation "BW Ottbergen - Ein typisches Bahnbetriebswerk der Dampflokzeit" den Titel "Dokumente (6)". Gleichzeitig ist diese Veröffentlichung Band 22 der Reihe "Dokumente zur Eisenbahngeschichte". Die Ordnung der Titel innerhalb der einzelnen Klassen erfolgte nach alphabetischen Gesichtspunkten.
Mainz, im Dezember 2011
Regina Zölßmann
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.