National-Demokratische Partei Deutschlands (Bestand)
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BArch DY 16
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Bundesarchiv (Archivtektonik) >> Deutsche Demokratische Republik mit sowjetischer Besatzungszone (1945-1990) >> Politische Parteien und Gruppierungen
1948-1990
Geschichte des Bestandsbildners: Die NDPD wurde 1948 als Interessenvertretung für Angehörige der ehemals kleinbürgerlich-städtischen Mittelschichten, für kleine und mittlere Angestellte, für Handwerker und Gewerbetreibende und vor allem für ehemalige Berufssoldaten und Offiziere gegründet. Die Partei knüpfte an keine Vorgänger oder Vorbilder in der deutschen Geschichte an.
Bereits im SMAD-Befehl Nr. 35 vom 26.02.1948 wurde festgestellt, dass allen nichtbelasteten NSDAP-Mitgliedern und NS-Anhängern die Chance zur Mitarbeit beim Aufbau eines neuen Deutschlands gegeben werden sollte. Keine der bereits bestehenden Parteien wurde dafür als geeignete Basis gesehen. Am 25.05.1948 fand eine Beratung der Vorsitzenden der Landes- und Gründungsausschüsse statt. Am 12.06.1948 schlossen sich die Gründungsausschüsse der Länder der SBZ (ohne Berlin) zum vorläufigen Zonenausschuss der "National-Demokratischen Partei" zusammen. Bereits am 16.06.1948 wurde die NDPD von der SMAD als Partei zugelassen.Die wesentlichen Strukturen der NDPD ähnelten dem Parteiaufbau der SED. Höchstes Organ war der Parteitag, der anfangs jährlich, dann in größeren Abständen stattfand. Von diesem wurden aus seiner Mitte der Parteivorsitzende und der Hauptausschuss (bis 1951 Hauptvorstand) gewählt. Der Hauptausschuss war zwischen den Parteitagen das höchste Organ. Zur Behandlung wichtiger Probleme konnte er Parteikonferenzen einberufen. Er wählte den PV, das Sekretariat und die Parteikontrollkommission. Vorsitzende der NDPD waren Lothar Bolz (1948-1972), Heinrich Homann (1967-1972 geschäftsführender Vorsitzender, 1972-1989), Günter Hartmann (1989-1990), Wolfgang Glaeser (1990) und Wolfgang Rauls (1990). Die NDPD war im Demokratischen Block und in der Nationalen Front, bildete eine Fraktion in der Volkskammer und arbeitete in deren Ausschüssen mit. Sie stellte einen Stellv. des Vorsitzenden des Staatsrates und ein weiteres Mitglied für dieses Gremium sowie ein Mitglied des MR, das zugleich Stellv. des Vorsitzenden des MR war. Die NDPD hatte einen eigenen Verlag - den Verlag der Nation. Die parteieigenen Betriebe waren in der VOB National zusammengefasst. Ausgehend von den beginnenden gesellschaftlichen Veränderungen im Herbst 1989 versuchte die NDPD, ein eigenes Profil zu finden, was ihr letztendlich jedoch nicht gelang. Am 07.12.1989 trat sie aus dem Demokratischen Block aus. Der 14. Parteitag im Jan./Febr. 1990 brachte nicht die erhofften Ergebnisse. Bei den Volkskammerwahlen am 08.03.1990 erreichte die NDPD nur 0,39 % der Stimmen. Am 28.03.1990 schloss sie sich dann dem Bund Freier Demokraten an. Dieser wiederum vereinigte sich am 11.08.1990 mit der F.D.P. der DDR, der Deutsche Forumpartei und der bundesdeutschen F.D.P. zur ersten gesamtdeutschen Partei.
Bestandsbeschreibung: Die NDPD hatte ebenso wie die anderen Parteien ein eigenes Archiv, das allerdings als ein solches nicht wirksam wurde. Das Schriftgut wurde in den einzelnen Büros, Sekretariaten bzw. Abteilungen aufbewahrt und nur sporadisch an das Archiv abgegeben. Die Aktenbildung in den Strukturteilen war sehr unsystematisch und wurde im Archiv nicht korrigiert. Zum erheblichen Teil ist es heute nicht mehr möglich, eine saubere Trennung nach Organisationseinheiten vorzunehmen und die Unterlagen eindeutig einzelnen Akten zuzuordnen. Der Bestand enthält Protokolle und Materialien zur Vorbereitung und Auswertung der zentralen Parteitage. Überliefert sind ebenfalls Berichte und Informationen zu Landesparteitagen und in geringerem Umfang zu einigen Bezirksparteitagen. Kaum überliefert sind Unterlagen zu Parteikonferenzen. Weitgehend vorhanden sind Protokolle und Vorlagen sowie Arbeitsunterlagen einzelner Gremien: Hauptvorstand/Hauptausschuss, Geschäftsführender Hauptvorstand, PV bzw. Präsidium des Hauptausschusses und Sekretariat des Hauptausschusses. Relativ umfangreich ist die Tätigkeit der Büros der Vorsitzenden Lothar Bolz, Heinrich Homann und Günter Hartmann dokumentiert. Das Wirken der letzten Vorsitzenden Wolfgang Glaeser und Wolfgang Rauls ist nicht oder kaum belegt. Aus dem Kreis der stellv. Parteivorsitzenden ist die Überlieferung des Sekretariats von Vincenz Müller hervorzuheben. Schriftgut der für die Anleitung bestimmter Sachgebiete, Abteilungen und Referate zuständigen Sekretariate und der einzelnen Abteilungen ist in sehr unterschiedlichem Umfang überliefert.
Erschließungszustand: Online-Findbuch in ARGUS
Umfang, Erläuterung: 256 lfm
Zitierweise: BArch DY 16/...
Bereits im SMAD-Befehl Nr. 35 vom 26.02.1948 wurde festgestellt, dass allen nichtbelasteten NSDAP-Mitgliedern und NS-Anhängern die Chance zur Mitarbeit beim Aufbau eines neuen Deutschlands gegeben werden sollte. Keine der bereits bestehenden Parteien wurde dafür als geeignete Basis gesehen. Am 25.05.1948 fand eine Beratung der Vorsitzenden der Landes- und Gründungsausschüsse statt. Am 12.06.1948 schlossen sich die Gründungsausschüsse der Länder der SBZ (ohne Berlin) zum vorläufigen Zonenausschuss der "National-Demokratischen Partei" zusammen. Bereits am 16.06.1948 wurde die NDPD von der SMAD als Partei zugelassen.Die wesentlichen Strukturen der NDPD ähnelten dem Parteiaufbau der SED. Höchstes Organ war der Parteitag, der anfangs jährlich, dann in größeren Abständen stattfand. Von diesem wurden aus seiner Mitte der Parteivorsitzende und der Hauptausschuss (bis 1951 Hauptvorstand) gewählt. Der Hauptausschuss war zwischen den Parteitagen das höchste Organ. Zur Behandlung wichtiger Probleme konnte er Parteikonferenzen einberufen. Er wählte den PV, das Sekretariat und die Parteikontrollkommission. Vorsitzende der NDPD waren Lothar Bolz (1948-1972), Heinrich Homann (1967-1972 geschäftsführender Vorsitzender, 1972-1989), Günter Hartmann (1989-1990), Wolfgang Glaeser (1990) und Wolfgang Rauls (1990). Die NDPD war im Demokratischen Block und in der Nationalen Front, bildete eine Fraktion in der Volkskammer und arbeitete in deren Ausschüssen mit. Sie stellte einen Stellv. des Vorsitzenden des Staatsrates und ein weiteres Mitglied für dieses Gremium sowie ein Mitglied des MR, das zugleich Stellv. des Vorsitzenden des MR war. Die NDPD hatte einen eigenen Verlag - den Verlag der Nation. Die parteieigenen Betriebe waren in der VOB National zusammengefasst. Ausgehend von den beginnenden gesellschaftlichen Veränderungen im Herbst 1989 versuchte die NDPD, ein eigenes Profil zu finden, was ihr letztendlich jedoch nicht gelang. Am 07.12.1989 trat sie aus dem Demokratischen Block aus. Der 14. Parteitag im Jan./Febr. 1990 brachte nicht die erhofften Ergebnisse. Bei den Volkskammerwahlen am 08.03.1990 erreichte die NDPD nur 0,39 % der Stimmen. Am 28.03.1990 schloss sie sich dann dem Bund Freier Demokraten an. Dieser wiederum vereinigte sich am 11.08.1990 mit der F.D.P. der DDR, der Deutsche Forumpartei und der bundesdeutschen F.D.P. zur ersten gesamtdeutschen Partei.
Bestandsbeschreibung: Die NDPD hatte ebenso wie die anderen Parteien ein eigenes Archiv, das allerdings als ein solches nicht wirksam wurde. Das Schriftgut wurde in den einzelnen Büros, Sekretariaten bzw. Abteilungen aufbewahrt und nur sporadisch an das Archiv abgegeben. Die Aktenbildung in den Strukturteilen war sehr unsystematisch und wurde im Archiv nicht korrigiert. Zum erheblichen Teil ist es heute nicht mehr möglich, eine saubere Trennung nach Organisationseinheiten vorzunehmen und die Unterlagen eindeutig einzelnen Akten zuzuordnen. Der Bestand enthält Protokolle und Materialien zur Vorbereitung und Auswertung der zentralen Parteitage. Überliefert sind ebenfalls Berichte und Informationen zu Landesparteitagen und in geringerem Umfang zu einigen Bezirksparteitagen. Kaum überliefert sind Unterlagen zu Parteikonferenzen. Weitgehend vorhanden sind Protokolle und Vorlagen sowie Arbeitsunterlagen einzelner Gremien: Hauptvorstand/Hauptausschuss, Geschäftsführender Hauptvorstand, PV bzw. Präsidium des Hauptausschusses und Sekretariat des Hauptausschusses. Relativ umfangreich ist die Tätigkeit der Büros der Vorsitzenden Lothar Bolz, Heinrich Homann und Günter Hartmann dokumentiert. Das Wirken der letzten Vorsitzenden Wolfgang Glaeser und Wolfgang Rauls ist nicht oder kaum belegt. Aus dem Kreis der stellv. Parteivorsitzenden ist die Überlieferung des Sekretariats von Vincenz Müller hervorzuheben. Schriftgut der für die Anleitung bestimmter Sachgebiete, Abteilungen und Referate zuständigen Sekretariate und der einzelnen Abteilungen ist in sehr unterschiedlichem Umfang überliefert.
Erschließungszustand: Online-Findbuch in ARGUS
Umfang, Erläuterung: 256 lfm
Zitierweise: BArch DY 16/...
National-Demokratische Partei Deutschlands (NDPD), 1948-1990
6448 Aufbewahrungseinheiten; 0,0 laufende Meter
Archivbestand
deutsch
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
Search in Archivportal-D
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Additional information on reason for persecution
Additional or more specific information on membership and group affiliation which were the reason for the persecution.
24.04.2026, 10:58 AM CEST