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Briefe des Georg August Friedrich von Tucher samt Nachrichten über seinen Tod
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E 29/II Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
Tucher/Gesamtgeschlecht und Jüngere Linie/Akten und Rechnungen
13.08.1906 - 19.05.1912
Enthält:
Briefe des Georg August Friedrich von Tucher (17/12; 1886-1912; JL/1.A.) von einer Ferienreise.
(1906) August 13: Brief aus Hamburg, Grand Hotel Vier Jahreszeiten (F. Haerlin, Besitzer), an die Eltern (Friedrich Wilhelm Sigmund und Maria Margaretha Charlotte).
Stadtbesichtigung, Rathaus, Ruine der abgebrannten Michaeliskirche, Tadel an dem Plan, die Kirche wiederum im Barockstil aufzubauen. Ebenso Tadel am neugotischen Stil der Nikolaikirche. Bismarckdenkmal. St. Pauli - Landungsbrücken, Plan einer Dampferfahrt nach Cuxhaven. Werft von Blohm und Voss, wo u.a. der Panzerkreuzer "Scharnhorst" liegt. Besuch der Börse, wo viele Jerusalemer (= Juden) tätig sind. Abends im Zirkus Busch in St. Pauli: Meist schöne Pferde, meist häßliche Frauenzimmer, 15 bis 20 Riesenelefanten usf. Mangelnde Straßenbeleuchtung in den Seitenstraßen. Dies also war der 1. Reisetag. Schreiber war vorher in Kiel untergebracht.
1906 August 14, abends: Brief aus Hamburg, Hotel 4 Jahreszeiten etc.
Dampferfahrt nach Cuxhaven, wo die "Amerika", das größte und teuerste Schiff der Hamburg-Amerika-Linie liegt. 8 Torpedoboote gesehen, die wohl zur Schlachtflotte vor Helgoland gehören. Besuch des Ritzebüttler Schlosses, Beschreibung von Wall und Graben usf. Rückfahrt nach Hamburg per Bahn, wo Schreiber allerdings seinen Mantel liegenließ.
1906 August 15: Brief aus Hamburg, wie vor.
Dank für eine Karte der Mutter. Ausflug nach Friedrichsruh, Besuch des Mausoleums. Abreise von Hamburg wird morgen sein. Spaziergang in die Umgebung, in Aumühle Milch und Butterbrot genossen, der Liter Milch mit 75 Pfennig unverschämt teuer. Die Menschen im Norden sind kalt, roh und rüpelhaft im Umgang, sogar gegenüber Damen.
1906 August 16: Brief aus Goslar am Harz, Hotel Kaiserworth (Besitzer Th. Bode), an die Eltern.
Abfahrt gestern vom Hannover'schen Bahnhof in Hamburg, wo Schreiber vorher sein Rad (!) aufgegeben hatte, das er heute hier erwartet. Fahrt bis Lehrte, dort umgestiegen und gefahren bis Braunschweig, dessen Privathäuser mit ihrem Reichtum und mit den von Stockwerk zu Stockwerk vorkragenden Geschossen Schreiber faszinierten. Weiterreise nach Goslar, ausgiebige Schilderung der Sehenswürdigkeiten
1906 August 17: Brief aus Altenau im Oberharz, Rammelsbergs Hotel (Briefkopf mit Ansicht des Hotels), an die Eltern.
Radtour mit dem Rucksack. Naturschilderung (So auch in den nachfolgenden Briefen).
(1906 August) 18: Brief, geschrieben auf dem Brocken, an die Eltern.
1906 (Sonntagabend = August 19): Brief aus Blankenburg im Harz, Hotel zum weissen Adler und Wein-Handlung (Inh. Wilhelm Frede), an die Eltern.
1906 August 20: Brief aus Rosstrappe bei Thale am Harz, Hotel Rosstrappe (Besitzer: Carl Rost), an die Eltern.
1906 August 21: Brief aus Rübeland im Harz, C. F. Hallbauer.
Bei Treseburg besteht das Verbot des Radfahrens durch das Tal. Schreiber missachtete dieses jedoch und kam damit durch.
1906 August 22: Brief aus Braunlage im Oberharz, Sieglings Hotel - früher Stadt Braunschweig - Ecke Lauterberger und Bahnhofstrasse, an die Eltern.
Karten (= Ansichtskarten, eine davon in Nr. 2789 e) und der Reiseführer (= Buch) müssten inzwischen zuhause angekommen sein.
1906 August 23: Brief aus Rothenburg am Kyffhäuser, Hotel Rothenburg (Inh.: Günther Reinecke. Briefkopf mit Ansicht des Hotels), an die Eltern.
Reiste bis Nordhausen, dann an den jetzigen Ort. Morgen soll es nach Eisenach weitergehen. (Von dort wohl die Karte in Nr. 2789 d)
Nachträge über Besichtigung der Ruine Rothenburg und eine Fahrt bis Sondershausen. Abends mit dem Zug nach Erfurt und Eisenach. Dort Hotel Rautenkranz. Samstag (= 25. August); Zusammensein mit Tante Mathilde Kahl (aus Erlangen, s. Nr. 2794). Mittags Abfahrt, abends Ankunft zuhause.
1911 September 11: Brief aus München (an seinen Bruder Karl Hans Friedrich).
Lieber Kleiner, ... Adressat befindet sich bei einer Einheit ( 1. Schwalan ... [schwer lesbar, sicher Schwolischee = Chevauleger]), die am 17. in der Landshuter Gegend Rasttag halten und danach am 18. bis 20. S. K. H. (= Seine königliche Hoheit) entscheidend schlagen wird (= Manöver!). Vielleicht kann Adressat telegraphieren, wo er sich am 17. befindet, damit Schreiber ihn dort besuchen kann. Dein treuer Bruder Georg.
1912 Mai 19, 9 Uhr 10: Telegramm (des Friedrich Wilhelm Sigmund Tucher, unterzeichnet: Vater ) aus Simmelsdorf an Fähnrich (Karl Hans Friedrich) Tucher, Kriegsschule (in München?), nachgesandt aus München.
Georg im Gebirge abgestürzt. tot. Beerdigung unbestimmt.
1912 Mai 19: Münchner Neueste Nachrichten, Morgenblatt, Nr. 254. Darin auf S. 11:
Meldung aus Garmisch: Artikel über den tödlichen Absturz des Einjährigen (= Einjährig-Freiwilligen) Hermann v. Tucher (= Heinrich Alexander Carl Hermann), des Rechtspraktikanten Georg v. Tucher und des Rechtspraktikanten L. Aehrentraut, die am 17. vom Gasthof Hammersbach aus eine Bergtour auf dem kleinen Waxenstein unternahmen. Ihre Leichen wurden am 18. von einer Suchmannschaft gesichtet, können aber erst am 19. geborgen werden. Georg hatte erst kürzlich sein juristisches Doktorexamen bestanden und war in einer Münchener Anwaltskanzlei tätig. Er galt als geübter Kletterer. Die beiden anderen Personen sind nur durch den Eintrag ihrer Personalien im Gästebuch des Gasthofs Hammersbach erfasst. Am 18. ist der Onkel (so! = Schwager!) des Georg, Oberregierungsrat (Friedrich Gottlieb Karl) v. Grundherr von der Kammer der Forsten, angereist, um sich an der Bergung der Leichen zu beteiligen und für die Beerdigung Maßnahmen zu treffen.
Umfang/Beschreibung: 14 Prod
Archivale
Bemerkungen: Acc.-Nr. D 2/2012
Bemerkungen: Aus dem Besitz von Frau Hildegard Erika Melitta von Schweinichen, geb. von Tucher (18/10
Bemerkungen: *1937
Bemerkungen: JL/1.A)
Bemerkungen: Prod. 12: Der Bruder beim Militär dürfte der 1914 in Frankreich Gefallene gewesen sein, ebenso der Sohn in Prod. 13
Indexbegriff Person: Aehrentraut, L (München)
Indexbegriff Person: Blohm & Voss (Hamburg)
Indexbegriff Person: Bode, Th (Goslar)
Indexbegriff Person: Busch (Zirkus)
Indexbegriff Person: Frede, Wilhelm (Blankenburg)
Indexbegriff Person: Grundherr, Friedrich Gottlieb Karl
Indexbegriff Person: Hallbauer, C F (Rübeland im Harz)
Indexbegriff Person: Kahl, Mathilde (Erlangen)
Indexbegriff Person: Reinecke, Günther (Rothenburg am Kyffhäuser)
Indexbegriff Person: Rost, Carl (Rosstrappe im Harz)
Indexbegriff Person: Tucher, Friedrich Wilhelm Sigmund
Indexbegriff Person: Tucher, Georg August Friedrich von
Indexbegriff Person: Tucher, Heinrich Alexander Carl Hermann von
Indexbegriff Person: Tucher, Hermann = Heinrich Alexander Carl Hermann
Indexbegriff Person: Tucher, Karl Hans Friedrich von
Indexbegriff Person: Tucher, Maria Margaretha Charlotte, geb. von Anns
Indexbegriff Sache: Klassifikation E/F-Bestände: Einzelne Personen (geordnet nach dem Stammbaum)
Altenau (Harz), Rammelsbergs Hotel
Aumühle
Blankenburg, Hotel Weißer Adler
Braunlage, Bahnhofstraße
Braunlage, Hotel Stadt Braunschweig
Braunlage, Lauterbergerstraße
Braunlage, Sieglings Hotel
Braunschweig
Brocken
Cuxhaven
Eisenach, Hotel Rautenkranz
Friedrichsruh
Friedrichsruh, Mausoleum
Garmisch, Gasthof Hammersbach
Goslar
Goslar, Hotel Kaiserworth
Hamburg, Bismarckdenkmal
Hamburg, Blohm und Voss
Hamburg, Börse
Hamburg, Hannover'scher Bahnhof
Hamburg, Landungsbrücken
Hamburg, Michaeliskirche
Hamburg, Nikolaikirche
Hamburg, Rathaus
Hamburg, Vier Jahreszeiten (Grandhotel)
Hamburg-St. Pauli
Harz
Helgoland
Kiel
Kyffhäuser
Landshut
Lehrte
München
München, Kriegsschule
Nordhausen
Oberharz
Ritzebüttel, Schloss
Rosstrappe (Harz), Hotel Rosstrappe
Rothenburg (Kyffhäuser), Burgruine
Rothenburg (Kyffhäuser), Hotel Rothenburg
Rübeland (Harz), C F Hallbauer (Hotel?)
Thale (Harz)
Waxenstein
Briefwechsel Georg August Friedrich von Tucher
Reise
Ferienreise
Hotel
Stadtbesichtigung
Kirche
Brandunglück
Barock
Tadel
Neugotik
Bismarckdenkmal
Werft
Panzerkreuzer
Börse
Juden
Zirkus
Pferde
Elefanten
Straßenbeleuchtung
Dampferfahrt
Hamburg-Amerika-Linie
Torpedoboote
Kriegsflotte
Schlossbesichtigung
Zugfahrt
Mantel verloren
Mausoleum
Milchpreis
Charakterisierung
Radtour
Naturschilderung
Weinhandlung
Radfahrverbot
Verbot missachtet
Ansichtskarte
Reiseführer
Verwandtenbesuch
1. Chevaulegers-Regiment "Kaiser Nikolaus II von Russland"
Rasttag
Manöver
Hoheit, königliche
Telegramm
Fähnrich
Kriegsschule
Todesfall
Unglück
Bergsteigen
Einjährig-Freiwilliger
Rechtspraktikant
Gasthof
Oberregierungsrat
Kammer der Forsten
Leichenbergung
Angaben zum entzogenen Vermögen
Sonstige Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgte Person“ meint eine Person, die einen Entschädigungsanspruch für einen Schaden durch NS-Verfolgung geltend machte. Wenn der Antrag nicht von der verfolgten Person selbst, sondern von einer anderen Person gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ angegeben und ihre Beziehung zur verfolgten Person, soweit vorhanden, vermerkt. In den Quellen wird die verfolgte Person mitunter als „Geschädigter“, die antragstellende Person als „Anspruchsberechtigter“ bezeichnet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.