Unrealistische Reformhysterie, Provinzialismus im Bildungswesen oder hemmende antizyklische Bildungspolitik? Zweite Debatte des Kultusetats 1969
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Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 D691001/301
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, R 5/002 Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970
Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg des SDR 1958-1970 >> 1969 >> Januar
25. Januar 1969
(O-Ton) Wilhelm Hahn, Prof. Dr., CDU, Kultusminister von Baden-Württemberg: Zur Taktik und zu den Drahtziehern der Studentenbewegung: Ho Tschi-Minh und Mao / Credo, quia absurdum: die jungen Revoluzzer als Opfer einer grandiosen Manipulation / Nüchterne politische Bilanz geleisteter und zu leistender Arbeit nicht ohne Analyse der Unruhen an den Hochschulen / Berechtigte Momente in allen Beschwerden aus der Öffentlichkeit / (2'51)
(O-Ton) Karl Theodor Uhrig, MdL, CDU, Lahr: Universitäten brauchen neues Ordnungsrecht: Ergänzung des Strafrechts, Hochschulbetrieb selbst schützen / Anwendbarkeit, gegen Manipulationen geschützt / Radikale Ideen dort, wo erhebliche Mißstände in der demokratischen Gesellschaft / Umgestaltung und Weiterentwicklung Daueraufgaben der Demokratie / Gerechtigkeit und Vermenschlichung Gebot der Stunde / Demokratisierung, recht verstanden / (2'31)
(O-Ton) Nikolaus Lorenz, MdL, SPD, Lörrach: Finanzierung des Studiums durch Stipendien, Mittel Angehöriger, eigene Arbeit: die Verhältnisse in Deutschland und England / So lange kann niemand den Studenten insgesamt vorhalten, sie revoltierten und demonstrierten auf Kosten der Steuerzahler / Der Ertrag des Studiums kommt allen zugute / Antrag auf Verdopplung der Elternfreibeträge beim Honnefer Modell und Erhöhung der Freibeträge für unversorgte Kinder / (3'08)
(O-Ton) Ralf Dahrendorf, Prof. Dr., MdL, FDP, Stuttgart: Kultusministerium ist Instrument der Kulturpolitik / Zu Warnungen des Kultusministers: Kann man lahm legen, was in wichtigen Teilen sich schon längst nicht mehr bewegt? Kann man erschweren, was an zentralen Punkten nicht funktioniert? / Sarkastische Beispiele / Der Gelehrte und Hochschulpolitiker Meckelein als Staatssekretär: ein guter Griff, in seiner Stellung zu bedauern / Fortsetzung der Beispiele / (4'46)
(O-Ton) Werner Kuhnt, MdL, NPD, Nürtingen: Die Landesregierung sieht wie die NPD einen entscheidenden Schwerpunkt in der Lösung kulturpolitischer Aufgaben / Geringes Nachlassen der Steuerkraft stellt erforderliche Summe in Frage / Nur intakte Demokratie macht ernste Unruhen vermeidbar / Nur starke wirtschaftliche Kraft stellt Mittel für Reformen bereit / Wissenschaft und Forschung gehören in immer kleiner werdender Welt nicht auf Dauer in die Kompetenz der Länder / Hochschulgesetz erst nach Erfahrungen in der Praxis reformieren / Gegen Revolten / (2'51)
(O-Ton) Karl Theodor Uhrig, MdL, CDU, Lahr: Universitäten brauchen neues Ordnungsrecht: Ergänzung des Strafrechts, Hochschulbetrieb selbst schützen / Anwendbarkeit, gegen Manipulationen geschützt / Radikale Ideen dort, wo erhebliche Mißstände in der demokratischen Gesellschaft / Umgestaltung und Weiterentwicklung Daueraufgaben der Demokratie / Gerechtigkeit und Vermenschlichung Gebot der Stunde / Demokratisierung, recht verstanden / (2'31)
(O-Ton) Nikolaus Lorenz, MdL, SPD, Lörrach: Finanzierung des Studiums durch Stipendien, Mittel Angehöriger, eigene Arbeit: die Verhältnisse in Deutschland und England / So lange kann niemand den Studenten insgesamt vorhalten, sie revoltierten und demonstrierten auf Kosten der Steuerzahler / Der Ertrag des Studiums kommt allen zugute / Antrag auf Verdopplung der Elternfreibeträge beim Honnefer Modell und Erhöhung der Freibeträge für unversorgte Kinder / (3'08)
(O-Ton) Ralf Dahrendorf, Prof. Dr., MdL, FDP, Stuttgart: Kultusministerium ist Instrument der Kulturpolitik / Zu Warnungen des Kultusministers: Kann man lahm legen, was in wichtigen Teilen sich schon längst nicht mehr bewegt? Kann man erschweren, was an zentralen Punkten nicht funktioniert? / Sarkastische Beispiele / Der Gelehrte und Hochschulpolitiker Meckelein als Staatssekretär: ein guter Griff, in seiner Stellung zu bedauern / Fortsetzung der Beispiele / (4'46)
(O-Ton) Werner Kuhnt, MdL, NPD, Nürtingen: Die Landesregierung sieht wie die NPD einen entscheidenden Schwerpunkt in der Lösung kulturpolitischer Aufgaben / Geringes Nachlassen der Steuerkraft stellt erforderliche Summe in Frage / Nur intakte Demokratie macht ernste Unruhen vermeidbar / Nur starke wirtschaftliche Kraft stellt Mittel für Reformen bereit / Wissenschaft und Forschung gehören in immer kleiner werdender Welt nicht auf Dauer in die Kompetenz der Länder / Hochschulgesetz erst nach Erfahrungen in der Praxis reformieren / Gegen Revolten / (2'51)
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Audio-Visuelle Medien
Herkunft: Politischer Wochenbericht aus Baden-Württemberg
Baden-Württemberg; Haushalt 1969: Kultusetat
Baden-Württemberg; Kultusministerium
Außerparlamentarische Willensbildung: APO: Studentenbewegung
Bund-Länder-Verhältnis
Demokratie
Finanzen
Förderung: Honnefer Modell
Forschung
Gesetzgebung: Hochschulrecht
Kulturpolitik
Sechziger Jahre
Student
Universität
Wirtschaft
Wissenschaft
Zentralismus
Angaben zum entzogenen Vermögen
Weitere Angaben
BZK-Nr.
Die Bundeszentralkartei (BZK) ist das zentrale Register des Bundes und der Länder zu den durchgeführten Entschädigungsverfahren. Bei der Aufnahme eines Verfahrens in die BZK wurde zur eindeutigen Identifizierung eine Nummer vergeben. Diese BZK-Nummer bezieht sich nicht auf eine Person, sondern auf ein Entschädigungsverfahren: Hat eine Person mehrere Ansprüche geltend gemacht (z.B. für sich selbst und für Angehörige), liegt im Normalfall für jedes Verfahren eine eigene BZK-Nummer vor. Häufig wurde als BZK-Nr. schlicht das Aktenzeichen der jeweiligen Entschädigungsbehörde übernommen.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Diese Nummer ist für eine Anfrage im entsprechenden Archiv wichtig.
Delikt nach NS-Justiz
Handlungen, die im Nationalsozialismus überhaupt erst kriminalisiert wurden (z.B. Heimtückegesetz, "Judenbegünstigung") oder die die NS-Justiz in verschärftem Maß verfolgte (z.B. Hochverrat).
Verfolgungsgrund
Die hier angegebenen Gründe orientieren sich am Wortlaut der in den Quellen genannten Verfolgungsgründe.
Rolle im Verfahren
„Verfolgt“ meint eine Person oder Organisation, die im Nationalsozialismus verfolgt wurde. Sie konnte im Rahmen der Wiedergutmachung Entschädigung oder Rückerstattung beantragen. Wenn der Antrag nicht von dem oder der Verfolgten selbst, sondern von einer anderen Person (zum Beispiel dem Sohn oder der Tochter) oder einer Organisation gestellt wurde, so wird diese als „antragstellend“ bezeichnet und ihre Beziehung zu dem oder der Verfolgten soweit bekannt vermerkt. In den Quellen wird für die Verfolgten auch der Begriff „Geschädigte“ und für die Antragstellenden der Begriff „Anspruchsberechtigte“ verwendet.
Suche im Archivportal-D
Weitere Archivalien zu dieser Person oder Organisation über die Wiedergutmachung hinaus können Sie eventuell im Archivportal-D finden.
Nähere Angaben zum Verfolgungsgrund
Ergänzende oder spezifischere Angaben zu Mitgliedschaft, Gruppenzugehörigkeit bzw. Gruppenzuschreibung, die Anlass für die Verfolgung war.
Es gelten die Nutzungsbedingungen des Landesarchivs Baden-Württemberg.
21.11.2025, 15:19 MEZ