Graf Hug von Montfort und Rothenfels, Herr zu Tettnang und Argen, entlässt als Kastvogt des Paulinerklosters Langnau gemeinsam mit dem dortigen Prior Niklaus Zürn Anna Schnölin, eheliche Tochter des Peter Schibel und der Guta Buchmayr zu Wildpoltsweiler, gegen Zahlung einer Summe Geldes in nicht spezifizierter Höhe aus des Gotteshauses Leibherrschaft. Die Aussteller sprechen genannte Anna von der Eigenschaft ihres Leibes und Gutes und den daraus erfließenden Pflichten, Lasten und Beschränkungen frei und gestatten ihr, von jetzt an nach Belieben bei anderen Herren, in Städten oder auf dem Land, Schutz und Schirm zu suchen oder Bürgerrecht anzunehmen, ungehindert durch sie selbst, ihre Erben oder Amtsnachfolger, in deren Namen sie noch einmal ausdrücklich auf ihre bisherigen Gerechtigkeiten und "gewaltsami" verzichten. Abschließend bekräftigt Prior Zürn, dass vorstehendes Geschäft mit seinem Wissen und seiner Zustimmung geschehen ist.
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Graf Hug von Montfort und Rothenfels, Herr zu Tettnang und Argen, entlässt als Kastvogt des Paulinerklosters Langnau gemeinsam mit dem dortigen Prior Niklaus Zürn Anna Schnölin, eheliche Tochter des Peter Schibel und der Guta Buchmayr zu Wildpoltsweiler, gegen Zahlung einer Summe Geldes in nicht spezifizierter Höhe aus des Gotteshauses Leibherrschaft. Die Aussteller sprechen genannte Anna von der Eigenschaft ihres Leibes und Gutes und den daraus erfließenden Pflichten, Lasten und Beschränkungen frei und gestatten ihr, von jetzt an nach Belieben bei anderen Herren, in Städten oder auf dem Land, Schutz und Schirm zu suchen oder Bürgerrecht anzunehmen, ungehindert durch sie selbst, ihre Erben oder Amtsnachfolger, in deren Namen sie noch einmal ausdrücklich auf ihre bisherigen Gerechtigkeiten und "gewaltsami" verzichten. Abschließend bekräftigt Prior Zürn, dass vorstehendes Geschäft mit seinem Wissen und seiner Zustimmung geschehen ist.
Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 U 2885
Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, B 515 II Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe
Weingarten, Benediktinerkloster: Leibeigenschaftsbriefe >> Leibeigenschaftsbriefe >> 1500-1549
1544 Dezember 18 (dornstag vor sant Thomans tag)
14 x 32,7 (Höhe x Breite)
Urkunden
Deutsch
Aussteller: Graf Hug von Montfort; Kloster Langnau
Empfänger: Anna Schnölin
Siegler: Die Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 Siegel anhängend, 1 Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Empfänger: Anna Schnölin
Siegler: Die Aussteller
Überlieferungsart: Ausfertigung
Siegelbeschreibung: 1 Siegel anhängend, 1 Siegel abgegangen
Vermerke: Rückvermerk
Buchmayr, Guta
Langnau, Niklaus Zürn; Prior, ca. 16. Jh.
Montfort, Hugo XVI. von; Graf, -1564
Schibel, Peter
Schnölin, Anna
Argen = Langenargen FN
Langnau : Tettnang FN; Kloster
Tettnang FN
Wildpoltsweiler : Neukirch FN
Information on confiscated assets
Additional information
BZK no.
The Bundeszentralkartei (BZK) is the central register of the federal government and federal states for completed compensation proceedings. When a claim is entered into the BZK, a number is assigned for unique identification. This BZK number refers to a compensation claim, not to a person. If a person has made several claims (e.g. for themselves and for relatives), each claim generally has its own BZK number. Often, the file number of the respective compensation authority is used as the BZK number.
This number is important for making an inquiry to the relevant archive.
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Delict according to Nazi judicial system
Conduct that was first criminalized under National Socialism (e.g. the Treachery Act, ‘Judenbegünstigung’) or which the Nazi judiciary prosecuted more severely (e.g. high treason).
Reason for persecution
The reasons provided here are based on the wording in the reasons for persecution stated in the sources.
Role in the proceeding
‘Verfolgt’ refers to a person or organization that was persecuted under National Socialism. They could file a claim for compensation or restitution as part of the Wiedergutmachung policy. If the application was submitted by another person or organization than the persecutee (for example, their son or daughter), this other person or organization is designated as ‘antragstellend’ and their relationship to the persecutee is noted, if known. In the sources, the persecutee is sometimes referred to as ‘Geschädigter’ (aggrieved party) and the applicant as ‘Anspruchsberechtigter’(claimant).
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- Leibeigenschaftsbriefe (Classification)
- 1500-1549 (Classification)